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Über den Sinn des Lebens

Mit einem Vorwort von Joachim Bauer

Details

Verlag Julius Beltz
Auflage/ Erscheinungsjahr 28.01.2020
Format 19,3 × 13,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 144 Seiten
Gewicht 266
ISBN 9783407865885

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15,95 €


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Zu diesem Buch

Elf Monate nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager hielt Viktor E. Frankl im März 1946 eine Reihe von Vorträgen an der Volkshochschule des Wiener Arbeiterbezirks Ottakring. Der Psychologe, der später weltberühmt werden sollte, erklärte seine zentralen Gedanken zu Lebenssinn und Resilienz.

Ausgehend von seiner eigenen Maxime »Lebe so, als ob du zum zweiten Male lebtest«, entfaltet Frankl seine Grundüberzeugung, dass Menschsein in jeder Lebenslage immer auch die Möglichkeit des Auch-anders-Können beinhaltet. Eindringliche Belege dafür sind für Viktor Frankl seine eigenen schmerzhaften Erfahrungen von Verlust, Hunger und Todesangst, die dennoch Hoffnung, Freundschaft und Sinnerfahrung in der Lagerhaft zuließen. Frankls Lebensthema ist von ungebrochener Aktualität: Jede Lebenskrise eröffnet immer auch eine Chance – nämlich die Möglichkeit der Karthasis, eines erkenntnisgeleiteten Neuanfangs oder eines gelingenden Abschiednehmens von selbstbetrügerischen Illusionen, die den Blick auf Realitäten und die wirklichen Möglichkeiten einschränkten. Begleitet und unterstützt werden kann dieser Prozess der Rückbesinnung, der Erneuerung und Nachreifung manchmal auch in und mit psychotherapeutischer Begleitung. Dies setzt voraus, daß der Begleitende nicht zu den Möchtegern-Gärtner zählt, welche sich als von Haus gleichwohl einfach nur in ihrem "Bock-Sein" dazu verstiegen haben, anderen kompetenzfrei "helfen" zu wollen, ohne sich zu trauen - oder über die Mittel dafür verfpgeb - in fortwährender Selbstanalyse ihrerseits den grundlegenden Frage nach Sinn und Ziel des eigenen Lebens nachzuforschen. (...)

Wer mit seinem Selbst nicht in Kontakt ist, durch das Schicksal aber plötzlich gezwungen ist, sich mit der Fra-ge auseinanderzusetzen, was das eigene Leben wesentlich, wertvoll und sinnvoll macht, der unterliegt der Gefahr, in der Not in Apathie abzugleiten. Viktor Frankl erkannte, dass »das seelische Sich-fallen-Lassen ... auch zu einem leiblichen Verfall führt«. Hier spricht der ganzheitlich denkende Arzt Viktor Frankl und nimmt vorweg, was heute den Kern der Psychosomatischen Medizin bildet und unter anderem auch Stand der Wissenschaft in der modernen Psychoonkologie ist: Menschen, denen die Selbstkräfte ausgehen, erleiden eine Schwächung ihres Immunsystems und damit auch ihrer Wi-derstandskraft gegen eine Erkrankung, Tumorerkrankungen eingeschlossen.

Aus dem Vowort von Joachim Bauer

"Die in diesem Buch wiedergegebenen Texte, Niederschriften dreier im Jahre 1946 von Viktor Frankl gehaltener Vorträge, sind von ungeheurer Wucht und verblüffender Aktualität. Sie geben, in komprimierter Form, das gesamte Denken dieses großen Arztes und Psychotherapeuten wieder, welches er in den nachfolgenden Jahrzehnten in zahlreichen Artikeln und Büchern ausgebreitet hat. Die Tiefe, mit der Viktor Frankl die Conditio humana in diesen drei Texten ausleuchtet, ist unerreicht. Das Verdienst des Beltz Verlags, mit der Heraus-gabe dieses Bandes das Denken Viktor Frankls dem heutigen Publikum, insbesondere jüngeren Menschen, zugänglich zu machen, ist daher außerordentlich hoch einzuschätzen. Viktor Frankl war, obwohl er eine solche Bezeichnung aufgrund seines zurückhaltenden, bescheidenen Wesens ab-gelehnt hätte, ein Gigant. Für mich steht er mit Hippokrates, dem Begründer der ärztlichen Heilkunst im klassischen Griechenland, und dem elsässischen Arzt Albert Schweitzer, der 1954 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, auf einer Stufe.

Großartig ist, wie Viktor Frankl uns die Quellen aufzeigt, die unserem Leben Sinn spenden können. Was heute welt-weit immer mehr Menschen umtreibt (und sie dazu bringt, sich immer stärker verschiedenen spirituellen Angeboten zuzuwenden), ist die Erkenntnis, dass materieller Wohlstand per se keine sinnstiftende Veranstaltung ist. »Lust an sich«, so Frankl, »ist nichts, was dem Dasein Sinn zu geben ver-möchte. ... Glück soll und darf und kann nie ein Ziel sein, sondern nur das Ergebnis.« Von hier aus entwickelt Viktor Frankl nun den entscheidenden Gedanken, der den Kern des von ihm entwickelten existenzphilosophischen Konzeptes bildet: »Die Frage [kann] nicht mehr lauten: ›Was habe ich vom Leben zu erwarten‹, sondern darf nur mehr lauten: ›Was erwartet das Leben von mir?‹« Das Leben ist es, so Frankl, das Fragen an uns richte, auf die wir zu antworten haben. Nur indem wir darauf antworten, biete sich die Möglichkeit zur Sinnerfüllung. (...)"

Aus dem mehrseitigen Vorwort Joachim Bauers

Inhalt

  • Vorwort von Joachim Bauer, S. 9
  • Editorische Notiz, S. 19
  • Vom Sinn und Wert des Lebens I, S. 21
  • Vom Sinn und Wert des Lebens II, S. 55
  • Experimentum crucis, S. 91
  • Nachwort von Franz Vesely, S. 119
  • Anmerkungen, S. 126
  • Über Viktor E. Frankl, S.127
  • Weitere Werke von Viktor E. Frankl, S. 129
  • Viktor-Frankl-Institut, S. 133
  • Dank, S. 136

Der Autor

Viktor E. Frankl (1905–1997), Prof. Dr., war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und Professor für Logotherapie u.a. in San Diego, Kalifornien. Begründer der Logotherapie. Inhaber von 29 Ehrendoktoraten. Seine Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt.

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