Guten Morgen – willkommen auf SFB-Online

  • »Nur wo wir handeln, fühlen wir uns lebendig, und nur im Handeln gewinnen wir soziale Energie.«

    Die Lehrer, die sich bei der Benotung vor allem an den ´konkreten` Leistungen ihrer Schüler orientieren müssen, kaum aber dieses Bewertungssystem auch als Stellschraube für eine pädagogische Ermutigung ihrer Schützlinge nutzen dürfen; die Ärztin, die hauptsächlich auf Bildschirme starrt und ihre Arbeit akribisch zu dokumentieren hat, statt Patienten von Angesicht zu Angesicht zu behandeln .... - Mit Wucht und scheinbar alternativlos verändert sich in der Gegenwartsgesellschaft der Charakter des kommunikativen und alltäglichen Handelns der Menschen. Insbesondere im Berufsleben, und zunehmend im privaten Umfeld, in der Freizeit zeichnen Algorithmen und Apps die Wege zur Entscheidungsfindung minutiös vor. An die Stelle situationssensiblen Überlegens und Urteilens tritt die konstellationsbasierte Vollzugslogik der Maschinen, mit denen die meisten Menschen tagein, tagaus hantieren. »Stimme zu« / »Stimme nicht zu« – so werden Handelnde zu Vollstreckern der für sie vorgesehenen Ablaufszenarien in Beruf und Alltag.

    Diese Entwicklung mag einem technokratischen Gerechtigkeitsbegriff entspringen und hat einen hohen Preis, denn wenn, so Hartmut Rosa, Ermessensspielräume verschwinden und die Lebendigkeit menschlichen Handelns aus dem Alltag eliminiert wird, verkümmert die gesunde Urteilskraft, und es wächst das Gefühl der Ohnmacht.

NEU & AKTUELL: Interessantes aus Psychoanalyse, Kultur und Literatur

  • "Warum wieder vom »Fürsten« reden ? Von den zahlreichen Fragen, die seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts das zeitgenössische Publikum an vielen Denk- und Brennpunkten der Welt beunruhigen, scheint keine sich leichter beantworten zu lassen als diese. Die Fürsten, so möchte man meinen, sind vielerorts wieder da, manche schon an der Macht, andere auf dem Sprung, förmlicher Krönungen nicht bedürftig, von Unterwürfigkeit getragen wie seit frühen Zeiten, der Schwäche ihrer Gegner allzu bewußt. Jede einfache Antwort jedoch, sieht man näher zu, erweist sich als Eingang zu einem Labyrinth aus unbequemen und abstoßenden Folgerungen. Die einfachste Auskunft ergibt sich aus dem Hinweis auf die Existenz von politischen Figuren wie Vladimir Putin und Donald Trump.

    Die bloße Tatsache ihrer zeitweilig synchronen Präsenz auf der Weltbühne bedeutet einen Skandal für all jene, die überzeugt waren, moderne Gesellschaften seien lernende Systeme, die irgendwann aus dem imperialistischen Trotzalter herauswachsen sollten. Auch durch Gestalten wie Xi Jinping, Narendra Modi, Recep Tayyip Erdoğan und zahlreiche andere Akteure auf den Szenen der Tyrannei – neuerdings etwas vornehmer als »Autokratie« betitelt – reaktualisiert sich auf breiter Front die Sorge, die zeitgenössische Welt sei nicht wirklich entscheidend hinausgekommen über die vormals im Königtum gefundene Lösung der Aufgabe (....)"   -  Aus den Vorbemerkungen Peter Sloterdijks

  • "Großgruppen sind unter mannigfaltigen Bezeichnungen bekannt: Stämme, Clans oder ethnische, nationale, rassische oder religiöse Einheiten; auch die Vertreter oder Anhänger einer politischen Ideologie bilden eine Großgruppe. Zehntausende, hunderttausende oder Millionen von Menschen, die einander mehrheitlich niemals persönlich kennenlernen oder begegnen werden, teilen ein Gefühl der Gleichheit, eine Großgruppenidentität. Zum Ausdruck gebracht werden solche gemeinsamen Identitäten in der Wir-Form: „Wir sind Apachen, wir sind litauische Juden, wir sind Slawen, wir sind Deutsche, wir sind sunnitische Muslime, wir sind Kommunisten.“

    Die Zugehörigkeit zu einer Großgruppe ist ein natürliches Phänomen des Lebens, das den Menschen bei zahlreichen Gelegenheiten Freude vermittelt und ihre Gemüter erwärmt. In diesem Vortrag beschäftige ich mich jedoch mit Begleiterscheinungen der Großgruppenzugehörigkeit, die keineswegs wünschenswert sind, nämlich mit Vorurteilen gegenüber den Mitgliedern anderer Großgruppen sowie mit der Unterdrückung und Ermordung „des Anderen“ im Namen der eigenen Großgruppenidentität (...)"   

    Vamik Volkan in einem gleichnamigen Vortrag aus Anlaß des Erscheinens seines Buches 1999

  • »Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag' ich Dir den Schädel ein.«

    Kriege weltweit: Russland / Ukraine; USA / Iran; Israel / Gazastreifen und Libanon; Bürgerkrieg im Sudan  

    ›Mit Blick auf die "Rückkehr des Krieges nach Europa durch den Überfall Russlands auf die Ukraine scheint es mir besonders lohnend, Mentzos’ Überlegungen zum Krieg wieder aufzugreifen. Zum Ersten geht es ihm darum, die menschliche Aggressionsneigung nicht auf einen Aggressions- oder Destruktionstrieb zurückzuführen, sondern als eine Reaktion auf die verhinderte Befriedigung narzisstischer und libidinöser Bedürfnisse – mithilfe der Mobilisierung aggressiver Affekte – zu verstehen. Des Weiteren konzentrieren sich seine Gedanken auf die psychosozialen Funktionen des Krieges, ohne dabei politisch-ökonomische Aspekte unerwähnt zu lassen. Im Rahmen seiner Überlegungen zur menschlichen Kriegsneigung diskutiert Mentzos aber durchaus auch Gesichtspunkte einer phylogenetischen Verankerung von Aggression unter Bezugnahme auf Theorien von Freud, Lorenz, Eibl-Eibesfeldt, de Waal und anderen und stellt seine Positionen zur psychosozialen, vornehmlich narzisstischen Funktion des Krieges dazu und diesen gegenüber. (…)‹

    Dr. Thomas Pröll, in: Forum der Psychoanalyse, Ausgabe 1/2023

  • "Die Schicksalsfrage der Menschheit scheint es mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden. (...)

    Die Menschen haben es jetzt in der Beherrschung der Naturkräfte soweit gebracht, daß sie es mit deren Hilfe leicht haben, einander bis auf den letzten Mann auszurotten. Sie wissen das, daher ein gut Stück ihrer Unruhe, ihres Unglücks, ihrer Angststimmung. Und nun zu erwarten, daß die anderen der beiden ´himmlischen Mächte`, der ewige Eros, eine Anstrengung machen wird, um sich im Kampf mit seinem ebenso unsterblichen Gegner zu behaupten. Aber wer kann Erfolg und Ausgang voraussehen?"

    - Sigmund Freud in seinem Schlußwort

    Das Klassische Fachantiquariat der SFB verfügt von dieser Erstausgabe ein besonders gut bis vorzüglich erhaltenes Exemplar. Der gelbfarbene Leinwandeinband mit der markanten Titelpägung in blauer Farbe ist annähernd makellos erhalten; innen ganz frisch und ohne Einträge oder Besitzervermerke.

  • der Kunsthistoriker Friedhelm Häring beschreibt Bernhard Jäger als einen „Optischen Seelenforscher“

    Eine prachtvoll-ausdrucksstarkes Bronzerelief des renommierten Künstlers Bernhard Jäger, Jahrgang 1935, welches eine Anzahl recht skurriler Gestalten zeigt. Der Deutung, wer oder was diese verwegenen Figuren sind und darstellen - Menschen, Tiere oder Fabelwesen - sind keine Grenzen gesetzt.

    Dies gilt ebenso auch für die Verwendung dieses nur scheinbar kaum funktionalen Kunstwerkes, läßt es sich doch ebenso auf den Schreibtisch legen oder stellen, als auch in einer Vitrine zeigen oder mit dieser figurativen Relievplatte durchaus auch den Eingang zu einem kunterbunten Familienheim oder einer (kinder-)psychotherapeutischen Praxis schmücken ...- Wer sich ein wenig auf dem Kunstmarkt und seinen im Steigen begriffenen Preisen auskennt, weiß, daß dies hier ein enom preis-wertes Angebot darstellt. Denn, damit ja nicht genug, erhalten die BestellerInnen dieser Bronzearbeit des bekannten Künstlers

    ZUSÄTZLICH mit ins Paket gelegt eine signierte Originalgrafik Bernhard Jägers im kleinen Format UND das gediegen in Halbleinwandbindung edierte umfangreiche und großformatige Werkverzeichnis der Arbeiten des Künstlers.

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