Details

Autor Storfer, Adolf Josef
Verlag Atlantis Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 1935, EA
Format 22,5 × 15 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Leinen mit Schutzumschlag
Seiten/ Spieldauer 400 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-002054_AQ

Aus dem Vorbesitz des Medizinhistorikers, Sexualwissenschaftlers und Orientalisten und Botschafters der DDR in Syrien und Lybien, Dr. Rainer Nabielek (* 11. Juli 1944 in Neutitschein; † 8. Oktober 2021 in Berlin)

"Denn daß ein Wort nicht einfach gelte, Das müßte sich wohl von selbst verstehen".

Vorbemerkung des Autors

Es war Albslcbt des Verfassers und Wunsch des Verfassers, dieses Buch, das einen wetteren Leserkreis über Herkunft und Wandel von Wörtern und Redensarten unterrichten will, und zwar hauptsächlich von deutschen Wörtern und Redensarten, in Frakturschrift setzen zu lassen, wie s gegeben. Aber auch in diesem Falle hätte entsprechend dem allgemeinen Brauch vergleichsweise herangezogener alter Sprachstoff in Antiqua gesetzt werden müssen, und zwar nicht nur etwa Stoff aus dem Lateinischen ober aus lebenden Fremssprachen, sondern auch aus dem Altindischenn, das eine so große Bedeutung in der indogemanischen Sprachvergleichung hat, auch aus dem Gotischen sogar, aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen.Das hätte ein außerordentlich unrubiges Satzbild ergeben und ein derartiges Durcheinander des Mischsatzes wäre nicht nur unschön, sondern würde auch die Lesbarkeit erheblich beeinträchtigen. Es blieb daher nichts übrig als den Wunsch nach Fraktursatz in diesem Falle der Einheitlichkeit halber hintanzustellen.

Der Vorsatz des Buches

Man muß nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man soll deutsch reden, sondern man muß die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gassen, gemeinen Mann auf dem Markte darum fragen und denselbigen aufs Maul sehen.

Luther

Die Pflicht des Schriftstellers ist es, Abstammung der Worte zu merken. Die Ableitung führt ihn auf das Bedeutende des Wortes, ««i stellt manches Gehaltvolle wieder her und führt ein Mißbrauchtes in den vorigen Stand.

Goethe

Denn daß ein Wort nicht einfach gelte, Das müßte sich wohl von selbst verstehen. Goethe.

Sprachforschung, der ich anhänge und von der ich ausgehe, hat mich noch nie in der Weise befriedigen können, daß ich nicht immer gern von den Wörtern zu den Sachen gelangt wäre.

Jacob Grimm

Was wir eine Etymologie nennen, ist nichts als eine mehr oder weniger ab¬ gekürzte Wortgeschichte und eine Wortgeschichte wiederum bildet keinen festen Ausschnitt aus der gesamten Sprachgeschichte, sondern verfließt ohne Grenzen in andere Wortgeschichten.

Hugo Schuchardt

Denken Sie daran, daß die Etymologien, die Ihnen Ihre Professoren darbieten, jeweilen nur den Ausgangspunkt eines Wortes an geben, daß das Wort, wenn es sich einmal von seinem Ursprung entfernt hat, ein Vogel ist, der seinen Flug angetreten hat und nunmehr Wegen folgt, die ihm die atmosphärischen Be¬ dingungen und seine Begegnungen diktieren. Begnügen Sie sich nicht damit, die Geschichte eines Wortes in der Weise darzustellen, wie etwa ein Literatur¬ historiker, der das Leben eines berühmten Mannes in folgende Worte faßte: Balzac trug in den Armen seiner Amme ein blaues Kleid mit roten Streifen; er schrieb die „Menschliche Komödie.

Jules Gillieron

Wir können vielleicht sagen, daß von den wissenschaftlichen Worterklärungen einige dauerhaft und fest wie Felsen dastehen, andere hingegen flüssig sind und wie die Meereswellen hin und her schwanken; endlich befinden sich nicht wenige in gasförmigem Zustande und werden dahin und dorthin geweht, wie es dem Wind gerade einfällt. Manche darunter sind nicht besser als Giftgase, wovor der Himmel uns bewahren möge.

Otto Jespersen

Man laß ein Wörterbuch nur den Verdammten schreiben.

Kaspar Stieler der Spate, 1691

Der Autor, sein Leben und Werk

Adolf Josef Storfer (1888–1944), wuchs in Siebenbürgen in einer wohlhabenden Familie auf. Der Vater war Holzhändler, die Mutter stammte aus einer jüdischen Czernowitzer Bankiersfamilie. Storfer besuchte das Honterus Gymnasium in Klausenburg. Nach der Matzura studierte er Rechts- und Literaturwissenschaft in Klausenburg, Wien und Zürich und absolvierte danach eine Ausbildung zum Journalisten. Ab den 1910er Jahren gehörte er zum Wiener Kreis um Sigmund Freud. Von 1925 bis 1932 war er Direktor des Internationalen Psychoanalytischen Verlags in Wien sowie Mitherausgeber von Freuds Gesammelten Schriften. In den folgenden Jahren veröffentlichte er zwei „Wort-Biografien“: Wörter und ihre Schicksale (1935) und Im Dickicht der Sprache (1937); beide wurden ab den 1980er Jahren mehrfach wieder aufgelegt. 1938 änderte er seinen Vornamen „Adolf“ in „Albert“ und floh vor den Nationalsozialisten nach Shanghai, wo er die Exilzeitschrift Gelbe Post begründete, von dort aus zog er weiter nach Australien. Storfer gehörte zu einem der letzten der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, dem es im November 1938 noch gelang, Wien zu verlassen. Das knapp vor seiner Emigration erstellte druckbereite Werk über Vornamen wurde von den Nationalsozialisten konfisziert und ist wohl nicht mehr erhalten. In Australien gelang es Storfer nicht mehr, dort Fuß zu fassen. Er war physisch und seelisch mitgenommen und nahm keine publizistische Tätigkeit mehr auf. Statt dessen arbeitete er in einem Sägewerk sowie als Knopfdreher und verstarb im Alfred Hospital in Melbourne an den Folgen einer Lungenentzündung.

Quelle: Wikipedia

Der Vorbesitzer

Aus dem Vorbesitz des Medizinhistorikers, Sexualwissenschaftlers und Orientalisten und Botschafters der DDR in Syrien und Lybien, Dr. Rainer Nabielek (* 11. Juli 1944 in Neutitschein; † 8. Oktober 2021 in Berlin) -Rainer Nabielek machte 1962 das Abitur an der Arnoldischule in Gotha, war nach dem Studium als DDR-Diplomat in Libyen und Syrien tätig. 1970 wurde er wissenschaftlicher Assistent am Institut für die Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. 1977 promovierte er mit einer Arbeit zu Die pseudo-galenische Schrift „Über Schlaf und Wachsein“. Gutachter waren Dietrich Tutzke, Heinrich Simon und Johannes Irmscher. Es war die erste wissenschaftliche Herausgabe des Werkes einschließlich Übersetzung ins Deutsche und Kommentar. Zwischen August 1989 und Januar 1990 fungierte Nabielek als kommissarischer Leiter des Instituts. 1987 wurde er zum Sekretär der Gesellschaft für Geschichte der Medizin in der DDR gewählt.[1] Im November 1990 erfolgte die Promotion B mit einer Schrift zur Sexualität und Sexualhygiene im Islam, deren Gutachter Peter Schneck, Wolfram Kaiser und Holger Preißler waren. Anschließend wurde er Privatdozent am Institut. Danach wirkte er als Privatdozent am Institut für Geschichte der Medizin der Berliner Charité. Er forschte vor allem zur Geschichte der Sexualmedizin und Sexualität, insbesondere im islamischen Raum.

um Erhaltungszustand

Im Klassischen Fachantiquariat der SFB ist diese interessante Arbeit als ein gut erhaltenes Exemplar der recht seltenen Erstausgabe verfügbar; innen (sehr) gut; ohne Unstreichungen, Anmerkungen. Auf dem Vorsatzblatt mit einem Namensstempel des Vorbesitzers.

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