Details

Autor Pohlen, Manfred; Wittmann, Lothar
Verlag Syndikat, Frankfurt am Main
Auflage/ Erscheinungsjahr 1980
Format 21,5 cm × 15 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 112 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-001762_AC

Zu diesem Buch

Das Motto zu Freuds Traumdeutung gab dieser Arbeit den Titel: Flectere si nequeo superos, acheronta movebo - Wenn ich die Oberen schon nicht beugen kann, so werde ich doch die Unterwelt bewegen -:

Statt, so die Autoren, dem herrschenden Mainstream innerhalb der gängigen Psychoanalyse lediglich weitere Exegesen hinzuzufügen, unternehmen es Pohlen und Wittmann, eine alternative Theorie für eine alternative Praxis der Psychoanalyse zu skizzieren.

Inhalt

Einleitung

Das Wahrnehmungsproblem // Empathische Beobachtung als zentrales Moment der klinischen Theorie  // Die Datengewinnung im Dialog // Die Funktion der empathischen Beobachtung // Wahrnehmungstheorie // Psychoanalytische Wahrnehmungstheorien //  Freuds Wahrnehmungspsychologie // Zur Genese der Wahrnehmungsorganisation bei R. Spitz // Die Strukturierung der Kognition im Spiel // Psychoanalytische Phantasietheorie //  Der Freudsche Ansatz //  Traditionelle Phantasiekonzepte in der psychoanalytischen Theorie // Weiterführende Ansätze in der psychoanalytischen Phantasietheorie // Die Phantasietheorie von Susan Isaacs // Ein Programm, Phantasien in die Wissenschaft hereinzuholen //  A Mitscherlich // Der Ansatz von J A Arlow // Phantasie als Erkenntnismittel - ein neuer Ansatz // Phantasie als strukturierendes Moment im Dialog // Klinisches Beispiel // Der Standort des Analytikers im Dialog // Die empathische Wahrnehmung im Dialogprozeß // Übertragung-Gegenübertragung und die Gefährdungsstellen im analytischen Dialog // Offene versus eindimensional-geschlossene Wahrnehmung- (u.a.m.)

  • Das Wahrnehmungsproblem
  • Psychoanalytische Phantasietheorie
  • Phantasie als Erkenntnismittel
  • Ein neuer Ansatz

Pressestimmen

Eine - leider schlecht vom Bibliotheksverbund Göttingen (GBV) transkribierte - Besprechung der FAZ zu diesem Buch von Rolf Denker vom 4.12.1980 finden Sie zum Nachlesen hier

Aus einer Laudatio für Manfred Pohlen von seiner Kollegin und Partnerin

"(…) Erkenntnisinteresse zeichnet seine ganze klinische Forschungstätigkeit aus: die Entwicklung einer psychotherapeutischen Kommunikations- und Einflusstheorie als Basistheorem für eine fundierte klinische Praxis – entgegen den theorielosen, ekklektizistischen Konzepten in der medizinischen Psychotherapie.

Die Selbstaufklärung des wissenschaftlichen Korpus und der Konvention der Psychoanalyse im Zusammenhang der Analyse des westlichen Aufklärungsdiskurses und seiner konstitutiven Bedingungen und die Neuschöpfung psychodynamischer Theorie und Praxis sind als wissenschaftliche und klinische Hauptwerke in umfassenden Monographien dokumentiert.

Pohlen verstand sich als Psychoanalytiker immer auch als Diagnostiker der Kultur. Auch wenn die psychodynamische Therapie Grundthema seiner Forschung war, so war sein klinisches Denken und Handeln nicht ohne die kritische Reflexion der sozialen Pathologien des modernen Menschen denkbar. In ideologiekritischen Studien analysierte er die Zurichtung des Menschen durch die herrschende Rationalität der Lebenswelt, ihre Befriedung in Sozialagenturen durch gesellschaftskonforme Glücksversprechen in Selbstverwirklichungsidealen. In einer subtilen Analytik der Macht untersuchte er die psychotherapeutische Beziehung. Nicht zuletzt lieferte er eine aufsehenerregende psychohistorische Analyse der Genealogie des Faschismus. Die Aufklärung der dialektischen Antagonismen in seinen intellektuellen Zeit- und Kulturdiagnosen nimmt die eigene Disziplin nicht aus, die er mit den fachimmanenten Erkenntnismitteln analysierte, deren wissenschaftstheoretischen Standort er bestimmte und auf deren Fragen an Psychotherapie als Wissenschaft er Antworten gab, die neue erkenntnistheoretische Dimensionen für die Psychotherapie erschlossen. (…)

Der Lehrer und Therapeut: Der Horizont dieses forscherischen Geistes übte eine besondere intellektuelle Faszination auf alle aus, die Pohlen hörten, Mitarbeiter wie Studenten. Das kritische Element seines unabhängigen Denkens, der Blick aufs Entlegene in der Suche nach dem Unabgegriffenen waren Wohltat und Ermutigung, Chancen für neue Gedanken. Und die Erfahrung seiner spontan-überraschenden Einfälle im Denken, das den Funken immer von der Klinik in die Theorie und von der Theorie in die Praxis springen ließ, hat ein Denken sichtbar gemacht, das seine Bodenhaftung nie verliert: Manfred Pohlen war ein Lehrer des leibhaftigen Denkens. Seine Absage ans herrschende Unwesen konformistischer Wissenschaftsgläubigkeit und das Vorbild seines Denkens aus dem Widerspruchsgeist, das den normativen Gehalt jeder Praxis hinterfragte, war eine Schule der Wahrnehmung."

Margarethe Bautz-Holzherr, aus einer Würdigung der Universität Marburg anläßlich Pohlens 70. Geburtstag

Erhaltungszustand

Bei der SFB ist diese Arbeit des Marburger Psychoanalytikers in wohlerhaltenen antiquarischen Exemplaren verfügbar; diese sind jeweils ohne Anmerkungen, Anstreichungen u. ä.; das Papier und die Buchschnitte alters- und papierbedingt gfs. ein wenig nachgedunkelt. - Zwei Varianten können angeboten werden:

  • 1) Besonders gut bis sehr gut erhalten; und:
  • 2) als einwandfreies Lese- und Arbeitsexemplar mit leichten gebrauchs- und alterungsbedingten Spuren

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