Details

Autor Freud, Sigmund; Bernays, Martha
Herausgeber Fichtner, Gerhard; Grubrich-Simitis, Ilse; Hirschmüller, Albrecht (Hg.)
Verlag S. FISCHER
Auflage/ Erscheinungsjahr 26.11.2015
Format 21,9 × 15,1 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung gebunden
Seiten/ Spieldauer 624 Seiten
Gewicht 854 g
Reihe Die Brautbriefe, Band 3
ISBN 9783100228130

Zu diesem Band

Der dritte Band, das Mittelstück der insgesamt fünfbändigen Edition der legendären ›Brautbriefe‹, dokumentiert den Beginn von Sigmund Freuds Erforschung des Kokains. Er glaubte in dieser Substanz, seinerzeit noch nicht als süchtig machende Droge erkannt, ein 'Zaubermittel' entdeckt zu haben, geeignet vielerlei Krankheiten zu heilen und ihn als Arzt rasch berühmt zu machen: so könnte er der demütigenden Armut entkommen und die quälende Trennung von der in Hamburg lebenden Verlobten durch die ersehnte Heirat beenden. Seine überhasteten Kokain-Experimente haben damals wie heute Kritik ausgelöst. In diesem spannungsreichen Kontext erweisen sich ›Die Brautbriefe‹ einmal mehr als 'die bedeutsamste Primärquelle der Freud-Historiographie'.

Herausgeber sind die renommierten Freud-Forscher Gerhard Fichtner, Ilse Grubrich-Simitis und Albrecht Hirschmüller

Editionsplan der Reihe:

Band 1: Sei mein, wie ich mir's denke (2011)
Band 2: Unser ›Roman in Fortsetzungen‹ (2013)
Band 3: Warten in Ruhe und Ergebung, Warten in Kampf und Erregung (2015)
Band 4: Spuren von unserer komplizierten Existenz (2016/17)
Band 5: Dich so zu haben, wie Du bist (2016/17)

Aus einer Rezension zu dieser Briefedition

"Hätten die Verlobten heute gelebt, dann hätten sie, noch abgesehen von den schnelleren und bequemeren Reisemöglichkeiten, zu jeder beliebigen Tageszeit mittels SMS, Whatsapp, Skype oder Facetime schriftlich, mündlich oder visuell direkt miteinander kommunizieren können. Wie anders wäre ihre Liebesgeschichte dann verlaufen! Wie viele Missverständnisse und Dissonanzen, verursacht durch die vom damaligen Postverkehr bedingte Zeitspanne zwischen Brief und Antwortbrief (ca. zwei Tage, per Eisenbahn), wären dann gar nicht aufgetreten. Der zeitliche Hiatus zwischen den einzelnen Briefen, die sich ständig kreuzen, erschwert auch die Lektüre dieser »dyschronen Monologe« (Molnar)

Die Herausgeber haben sich jedoch viel Mühe gemacht zu erklären, worauf jeder einzelne Brief antwortet. Wir verdanken nun dieser vom Liebespaar als schwere Prüfung erlebten Zeit der räumlichen Trennung sowie der Tatsache, dass ihre Briefe überhaupt erhalten geblieben sind, einen einzigartigen detaillierten Einblick in das Innen-, Alltags- und Berufsleben Freuds in diesen Jahren, in denen er – meist im Wiener Allgemeinen Krankenhaus tätig und wohnhaft – als Nervenarzt ausgebildet wurde und sich auf seine Privatpraxis vorbereitete. Außerdem lernen wir in bisher ungekannter Weise seine künftige Ehefrau Martha Bernays kennen als junges Mädchen, das den stürmischen und anspruchsvollen, ja bisweilen tyrannischen Geliebten liebevoll-diplomatisch zu bändigen hatte. »Mein guter, liebster, bester, unangenehmer, unausstehlicher Freund, mein sanfter, nachgiebiger Tyrann, mein Sigi« lautet einmal ihre vielsagende Anrede (2.9.1882). (...)"

Aus einer Rezension der Brautbriefe der ersten drei Bände von Walter Schönau, erschienen im Jahrbuch für Literatur und Psychoanalyse Bd 36. Würzburg 2017, Seiten 227-233

Pressestimmen

»Der Leser wird endlich zugelassen und bald mitgerissen, so als hätte er einen Roman vor sich. (…) ein bewegendes, höchst aufschlußreiches Dokument und zugleich ganz große Prosa.«

Süddeutsche Zeitung

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