Details

Autor Günter, Michael; Bruns, Georg
Verlag Klett-Cotta
Auflage/ Erscheinungsjahr 1. Aufl. 04.2010
Format 21,5 × 13,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 263 Seiten
Gewicht 417
Reihe Konzepte der Humanwissenschaften
ISBN 9783608945430

Zu diesem Buch

Eine gewisse Verbesserung und Bereicherung zu den im Felde der (Sozial-)Pädagokik immer wieder, oft auch an den Fachhochschulen, zu hörenden und in einschlägigen Büchern nachzulesenden distanzlosen Bebtroffenheitsergüssen könnte es darstellen, wenn zumindest ein gewisser Teil der 235.000 im Lande wirkenden und wuselnden Sozialarbeitern und Sozialpädagogen in ihrer Ausbildung erführen, was z. B. „Psychodynamik“ bedeutet, wenn Studenten dieser Fächer etwa die Möglichkeit erhielten, schon während der Ausbildung an Supervisionen, insbesondere aber an Selbsterfahrungsgruppen u. ä. teilzunehmen.

Aus dem Bereich der Pschoanalyse kommende und lehranalysierte Dozenten sind an PHs und den Universitäten bekanntermaßen die große Ausnahme. Da trifft es sich gut, wenn jetzt zwei mit der Materie Vertraute sich ans Werk gemacht haben und einen psychoanaltyisch begründeten Reader zu einer professionell verstandenen Sozialarbeit vorlegen.

Psychoanalytische Sozialarbeit versteht sich als ein Ansatz des sensiblen Umgangs mit sozialer Not und sozialen Konflikten, denen der Einzelne in Familie und Gesellschaft ausgesetzt ist. Sie ist immer dann besonders angezeigt, wenn neben sozialen Problemen auch seelische Störungen oder anhaltende Störungen familiärer Beziehungen bestehen – also praktisch durchweg. Nicht wenige psychisch kranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene erhalten soziale Notsituationen als Teil ihrer seelischen Störung unbewusst aufrecht und lassen alle üblichen Ansätze der sozialen Hilfesysteme scheitern. Mit Hilfe eines psychoanalytischen Denkansatzes werden solche Prozesse einer sozialen Autodestruktion besser verstehbar. Ihr Verständnis ermöglicht es Sozialarbeitern, Pädagogen, Ärzten und Vertretern anderer Berufe, Vorstellungen von einer realitätsgeleiteten Veränderung gerade bei diesen scheinbar nicht zu beeinflussenden Klienten zu entwickeln. Die praxisnahen Darstellungen sowie ihre nachvollziehbare Verknüpfung mit entsprechenden Theoriekonzepten erlauben ein anderes Verständnis sozialer Probleme.

Aus dem Inhalt

  1. Soziale Arbeit und Psychoanalytische Sozialarbeit
  2. Zur Geschichte der Psychoanalytischen Sozialarbeit und Sozialen Arbeit
  3. Psychoanalytische Theorien, Methoden und Konzepte
  4. Praxisfelder der psychoanalytischen Sozialarbeit
  5. Psychoanalytische Sozialarbeit im Umfeld sozialer und therapeutischer Hilfen: Berührungspunkte und Differenzen
  6. Psychoanalytische Sozialarbeit und Mediation
  7. Psychoanalytische Sozialarbeit in Kinderkrippe, Früherziehung und Frühforderung
  8. Soziale Arbeit im Realraum und die Arbeit an inneren Prozessen und Strukturen
  9. Setting und Anpassung des Rahmens an die Erfordernisse der Patienten
  10. Übertragung – Gegenübertragung – Szene
  11. Kooperationsbeziehungen in der Psychoanalytischen Sozialarbeit
  12. Kooperationen mit Kostenträgern
  13. Supervision
  14. Qualität und Qualifikationen
  15. Die Praxis Psychoanalytischer Sozialarbeit im Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit Rottenburg/Tübingen

Über die Autoren

Michael Günter, Dr. med., Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Studium der Medizin, Kunstgeschichte und Empirischen Kulturwissenschaft in Tübingen und Wien, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychoanalytiker für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und Lehranalytiker (DPV/IPA), Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Stuttgart, Leiter des Weiterbildungscurriculums Psychodynamische Psychotherapie der Universität Tübingen. Mitherausgeber der Zeitschrift Kinderanalyse.

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