Details
| Autor | Deutschmann, Christoph |
|---|---|
| Verlag | Campus |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 14.05.2001 |
| Format | 20,6 × 13,4 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 193 Seiten |
| Gewicht | 233 |
| ISBN | 9783593368832 |
But Money. of course. is never just money.
It is always something eise, and it is always
something more and it always has the last word.
Paul Auster
Aus der Einleitung des Autors
"Dieser Essay befaßt sich mit dem Thema Geld, einem auf den ersten Blick profanen und trivialen Gegenstand. Jeder hat täglich mit ihm Umgang, und das Geld selbst verleiht den Dingen, die man mit ihm erwirbt, den Geschmack des Käuflichen und damit Ordinären; man denke nur an die käufliche Liebe. So trivial das Geld aber sein mag, es ist eine allgegenwärtige Trivialität, die uns im Leben auf Schritt und Tritt verfolgt: in der Wirtschaft, am Arbeitsmarkt, in der Politik, in privaten Familien- und Beziehungsproblemen. Schon wegen dieser Allgegenwarl ist die Rede von der Trivialität des Geldes problematisch. Hier soll es darum gehen, eine ganz andere, für den Leser vermutlich zunächst nicht leicht nachvollziehbare Sichtweisc zu entwickeln: Die Interpretation des Geldes, genauer: des Geldvermögens als Medium sinnhafler Bewältigung des Unbestimmbaren, das in der modernen Gesellschaft den Platz einnimmt, den die Religion in der vormodemen Zeit innehatte.
Die These ist nicht so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Schon die zahlreichen Übereinstimmungen in der Sprache deuten auf die Verwandtschaft der Sphären von Geld und Religion hin: Kredit und Credo, Erlös und Erlösung, Schulden und Schuld, Gläubiger und Glauben, Offenbarungseid und Offenbarung, ökonomische und heilige Messe.
Aus historischer Sicht hat vor allem Bernhard Laum (1924) den Ursprung des Geldes aus dem religiösen Opfer betont. Die Wahlverwandtschaft von Geld und Religion ist das große Thema in Simmels »Philosophie des Geldes« (1989), und Walter Benjamin (1991: 100) spricht vom »Kapitalismus als Religion«. Er sieht in ihm ausdrücklich nicht nur ein »religiös bedingtes Gebilde« im Sinne Webers, sondern eine »essentiell religiöse Erscheinung«. Binswanger (1985: 91 f.), der Goethes »Faust«-Drama (...)"
Inhalt
Einleitung
- 1. Das Geld als blinder Fleck der heutigen Soziologie
- 2. Ein erweiterter Blick auf die klassische Tradition
- 3. Das Parsonianischc Arrangement zwischen Soziologie und Ökonomie und seine Folgen für die Theorie des Geldes
a. Zur Vemiögenseigenschaft des Geldes
b. Zur imaginären Dimension des Gcldvermögens - 4. Parsons und Habermas
- 5. Geld und soziales System: Die Luhmann sehe Variante
- 6. Exkurs zur historischen Genese des Geldes
- 7. Kapitalverwertung als Transformation unbestimmbarer in bestimmte Komplexität
- 8. Kapital und Religion
- 9. Die Rationalisierung »heiligen« Wissens in Religion und Wirtschaft
- 10. Theorie kapitalistischer Dynamik
- 11. Die Mythcnspirale
- 12. Anmerkungen zur Gegenwart
- Literaturverzeichnis
Der Autor
Dr. Christoph Deutschmann ist Professor (i.R.) für Soziologie an der Universität Tübingen.
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