Details
| Autor | Loraux, Nicole (1943-2003) |
|---|---|
| Verlag | Campus |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 1992, EA |
| Format | 8° |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 106 Seiten |
| Reihe | Edition Pandora, Band 3 |
| SFB Artikelnummer (SFB_ID) | SFB-009867_AC |
Mit einer Enführung von Käthe Tressin
Zu diesem Band der Reihe
Die griechische Stadt, die Stadt der Männer, fürchtet den Exzeß, der im Grunde der weiblichen Trauer beschlossen liegt, den rasenden Affekt, der das politische Gemeinwesen zu sprengen droht. Und keine Trauer, kein Schmerz ist heftiger als derjenige der Mütter, die ihre getöteten Kinder beklagen. Im Mythos hingegen, der diese Reglementierung nicht kennt, zeigt sich, wie die Trauer der Göttin - Demeter - umschlägt in grimmigen Zorn; auf der Bühne der Tragödie wird sichtbar, wie der Schmerz der Königin - Klytaimestra - die mörderische Tat gebiert: Durch die Trauer hindurch haben die Frauen des Mythos und der Tragödie das Wut-Gedächtnis entdeckt.
Mit der Geschichte der weiblichen Trauer schreibt Nicole Loraux, die hier zum ersten Mal auf Deutsch zu lesen ist, ein Kapitel in den Beziehungen von Sexus und Politik, eine Geschichte zwischen Griechenland und Rom, zwischen Euripides, Shakespeare und Freud.
Aus dem Inhalt
- Einer Mutter innig süßer Name
- Maßnahmen gegen den weiblichen Exzeß
- Die wirksamen Tränen der Matronen
- Das pathos einer Mutter
- Grimmiger Zorn
- Die Trauer der Nachtigall
- Die Mutter auf der Agora
Die Autorin
Nicole Loraux, (* 26. April 1943; † 6. April 2003 in Argenteuil), war eine französische Historikerin. Ab 1987 lehrte Loraux als Professorin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris Geschichte und Anthropologie der griechischen Polis. Ihre Seminare mit einer relativ kleinen Gruppe von Teilnehmern waren geprägt von eingehenden Textanalysen sowohl literarischer und historiographischer Texte, als auch philosophischer Texte der klassischen Antike. Als Schülerin von Jean-Pierre Vernant, Pierre Vidal-Naquet und Marcel Detienne führte sie deren Arbeiten zur Historischen Anthropologie Griechenlands fort und setzte hier zum Teil radikal neue Akzente. Loraux verknüpfte in ihrer Arbeit Literaturwissenschaften, Sprach- und Mythenanalyse, Geschichtswissenschaften und Psychoanalyse (Freud und Lacan). Sie erforschte vor allem die Vorstellungen über das Weibliche in der Kultur des klassischen Griechenland sowie den Bürgerkrieg und die Amnesie, die ihn begleitet. In ihren Untersuchungen der attischen Polis akzentuierte sie stets die Relevanz des Imaginären (unter Bezugnahme auf Cornelius Castoriadis, dessen Einschätzungen sie jedoch nicht immer teilte) und der Affekte. Ihre methodologischen Innovationen stießen immer wieder auf Widerstände bei ihren Kollegen (etwa die Verknüpfung von Geschichtsschreibung und Psychoanalyse oder das, was sie den "kontrollierten Gebrauch des Anachronismus" nannte, der ihre Analyse der Stasis / des Bürgerkriegs bis heute auszeichnet und die Grundlage für einen in Frankreich bereits etablierten Forschungszweig, die stasiologie (N. Grangé), darstellt). (Quelle: gekürzt aus Wikipedia)
Lieferbarkeitshinweis
Im Archiv der SFB ist dieser Titel in einigen verlagsfrischen Exemplaren verfügbar; beim Verlag vergriffen.
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