Details
| Autor | Schneider, Peter |
|---|---|
| Verlag | edition diskord |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 1996 |
| Format | Kl.-8° |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 111 Seiten |
| SFB Artikelnummer (SFB_ID) | SFB-000230_AC |
Zu diesem Buch
Die sechs essayistisch gehaltenen Vorträge dieses Bandes knüpfen ein Netz aus wissenschaftlichen Überlegungen, aus Skizzen über die ganz eigene Art der Psychoanalyse, ihren Gegenstand zu betrachten, aus Polemiken gegen die Psychotherapeutisierung der Psychoanalyse und einer Kritik an den Phantasmen der Seriosität psychoanalytischer Ausbildung und Wissensvermittlung.
Aus dem Vorwort
"(...) Die sechs Vorträge dieses Bandes versuchen diese Eigenart, genauer: einige der Eigenarten der Psychoanalyse vor allem unter zwei Perspektiven zu skizzieren: der erkenntnistheoretischen und der des Verhältnisses von psychoanalytischer Theorie zur psychoanalytischen Praxis. Es geht in ihnen darum aufzuzeigen, wie Freuds Versuch, die Wissenschaftlichkeit der Psychoanalyse zu erweisen und auszubauen, ständig durch außerwissenschaftliche Erkenntnisformen durchkreuzt wird. Dies ist jedoch nicht als ein Mangel der Psychoanalyse, der ausgemerzt werden müßte, zu verstehen, sondern als Ausdruck einer Konfrontation mit dem je Anderen, die der psychoanalytischen Theorie wesentlich ist.
Gegen die Ermäßigung der Analyse zur klientenzentrierten Bedürfnisbefriedigung wird daran erinnert, daß der Sexualität, um welche sich sowohl die Neurose als auch deren Analyse dreht, eine Bedingung eigen ist, die Grund ist für ein »Unbehagen in der Sexualität«: Menschliche Sexualität ist nicht einfach gestört durch die Verdrängung, sondern als phantasmatische durch sie erst konstituiert. Gerade diese Eigenart der Sexualität macht sie zur Triebkraft jedes und jeglichen menschlichen Tuns und Strebens, auch des analytischen. Zugleich hintertreibt sie die Möglichkeit einer aus der Theorie zwanglos abzuleitenden praktischen Anwendung der Psychoanalyse ebenso wie das »Phantasma der Seriosität«, das von einer standespolitischen Reglementierung der psychoanalytischen Ausbildung und Tätigkeit in einem fort erzeugt wird wie von einer Trockeneismaschine Nebel.
Warum aber, angesichts der Polemik gegen die autoritätsgläubige institutionelle Seriositäts- und Rechtfertigungs-Illusion, immer wieder der interpretierende Rückbezug auf Freud? Die Antwort auf diese Frage gebe ich indirekt in meinem Vortrag über »Das Unbehagen in der Sexualität«. So wie der psychische Apparat nicht als monadische Konstruktion zu begreifen ist, welche erst sekundär in Objektbeziehungen eintritt, sondern als wunschgetriebenes Produkt des Verhältnisses eines Subjekts zu einem Objekt vorgestellt werden muß das selbst alles andere als anspruchslos ist, vielmehr mit seinem Begehren dem Subjekt das lebenslänglich zu losende Rätsel der Sexualität einpflanzt, so ist die Psychoanalyse keine Theorie, in der das Forschersubjekt einer von ihm unabhängigen Sach- oder Menschenwelt gegenübertritt. Die Psyche als Gegenstand der Psychoanalyse erscheint ihr allein im begehrenden Anspruch eines anderen Subjekts. In meiner Reflexion der psychoanalytischen Theorie ist es der Name Freuds, der diese Position des Anderen markiert.
Nicht, weil Freud das Rätsel des Begehrens gelöst und geklärt hätte, beziehe ich mich auf ihn, sondern weil sein Versuch, das Rätsel zu lösen, selbst wieder rätselhafte Ansprüche hervorgebracht hat, ohne die die Psychoanalyse eine positivistische Totgeburt gewesen wäre. (...)"
Inhalt
- Vorwort
- Dichtung, Wahrheit, Judentum oder Wissen als Balanceakt
- Darf man am Sabbat psychoanalysieren? oder Gesundheit als Gesetz
- Psychoanalyse als Lebenskunst? oder (Über die allgemeinste Verunsicherung nicht nur des Liebeslebens
- Das Unbehagen in der Sexualität oder Ein Beitrag zur Psychologie des Liebeslebens
- Kann denn Analysieren Sünde sein? oder Wie wird man Psychoanalytiker?
- Anhang: Das Phantasma der Seriosität oder »Was heißt das denn jetzt alles ganz konkret ...?«
Lieferbarkeitshinweis
Dieser Titel ist bei der SFB in verlagsfrischen und folienverschweißten Archivexemplaren verfügbar; beim Verlag vergriffen.
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