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Herausgeber Tögel, Christfried; Kogel, Jörg-Dieter (Hg.)
Verlag AB - Die Andere Bibliothek
Auflage/ Erscheinungsjahr 17.06.2026
Format 21.3 × 12.1 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover im Schuber
Seiten/ Spieldauer 384 Seiten
Reihe Die Andere Bibliothek - dAB, Band 492
ISBN 9783847704973

»Der Humor ist nicht resigniert, er ist trotzig, er bedeutet nicht nur den Triumph des Ichs, sondern auch den des Lustprinzips, das sich hier gegen die Ungunst der realen Verhältnisse zu behaupten vermag.«

Sigmund Freud (1856 - 1939), in seinem Beitrag ´Der Humor, 1927

Sigmund Freud - Unnahbar? Ein leicht angestaubter, in seinem Studierzimmer vor sich hinbrütender Nerd? Eine humorlose Spaßbremse?

Ganz im Gegenteil! Aus den Zeugnissen eines höchst ereignisreichen Lebens kundig zusammengestellt und kommentiert von Christfried Tögel und Jörg-Dieter Kogel, zeigt sich der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud von einer ganz anderen, entspannt-persönlichen Seite, die viele seiner VerehrerInnen so bislang gar nicht kannten. Freuen Sie sich auf diesen gehaltvoll-informativen Beitrag in einer prachtvoll gestalteten Ausgabe der beiden Freud (Be-)Kenner.

Zu diesem Band der Reihe dAB

Eine bislang weniger bekannte Seite des weltberühmten Analytikers, die sich von seiner Jugend bis ins hohe Alter nachvollziehen lässt: in seinen Briefen, Tagebüchern und Notizen. Freuds Witz und Humor offenbaren sich als Qualitäten, die für sein Leben und Werk von maßgeblicher Bedeutung waren. Von seinen zahlreichen Opponenten wurde Freud alles andere als humorvoll und witzig erlebt. In diesem Buch aber zeigt sich Sigmund Freud von seiner charmantesten und sprühendsten Seite.

Aus den Zeugnissen eines ereignisreichen Lebens, klug zusammengestellt und kommentiert von Christfried Tögel und Jörg-Dieter Kogel, leuchten neue Facetten seiner Persönlichkeit auf, und wir kommen dem Menschen besonders nahe. So komplettiert sich das Bild, das wir bisher von dem großen Vordenker hatten. Es zeigt sich einmal mehr, dass Humor das vielleicht beste Mittel ist, in widrigen Zeiten die Zuversicht zu behalten. Amüsanter zu lesen war Freud noch nie. Bühne frei für einen der größten Denker seiner Zeit!

Die Herausgeber in einem Interview kurz vor dem Erscheinen ihres Buches:

Christfried Tögel: "Mich hat immer schon gestört, dass Freud im Wesentlichen als ein sehr ernsthafter Mensch dargestellt worden ist und sein Witz und Humor in so gut wie allen biografischen Darstellungen keine Rolle spielt – außer dass natürlich sein Buch über den Witz erwähnt wird. Aber dass er sein ganzes Leben hindurch witzig war und Humor hatte – bisweilen auch einen ziemlich »schwarzen« – wurde bisher nicht deutlich.

Und eine witere Frage an beide Herausgeber: Haben Sie eine Lieblingsstelle im Buch? Welche ist das und warum?

Jörg-Dieter Kogel: "Das ist die Stelle, an der Freud seinem Freund und Kollegen Wilhelm Fließ in Berlin schreibt, dass Kaiser Franz Joseph ihn im März 1902 endlich zum außerordentlichen Professor ernannt habe und er die ehrenvolle Erhebung in der Professorenstand lakonisch mit dem Satz quittiert, dass »die Rolle der Sexualität plötzlich von Sr. Majestät amtlich anerkannt, die Bedeutung des Traumes vom Ministerrat bestätigt« worden sei und die »Notwendigkeit einer psychoanalytischen Therapie der Hysterie mit 2/3 Majorität im Parlament durchgedrungen« sei."

Christfried Tögel: "Ja, als die Wiener Finanzbehörde Freud verdächtigte, sein Einkommen in der Steuererklärung zu niedrig angesetzt zu haben und ihm schrieb, »da jeder wisse, daß sich sein Ruf weit über die Grenzen Österreichs erstrecke«, antwortet Freud, er fühle »sich sehr geehrt, eine Mitteilung von der Regierung erhalten zu haben. Es ist das erste Mal, daß die Regierung von ihm Notiz genommen hat, und er spricht dafür seine Anerkennung aus. Nur in einem Punkt ist er mit der Mitteilung nicht einverstanden, nämlich, daß sich sein Ruf weit über die Grenzen Österreichs erstrecke: er beginnt an der Grenze."

Die Herausgeber

Christfried Tögel, geboren 1953 in Leipzig; Studium der Klinischen Psychologie und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, Promotion und Habilitation zur Traumforschung bzw. zur Geschichte der Psychoanalyse; 1992/93 Supervisor der Erfassung und Neuordnung des "Sigmund Freud-Haus Archivs" (Wien), 1994 Erfassung der Archivbestände des Freud Museum (London), 2000–2015 Leiter des Sigmund-Freud-Zentrums (Magdeburg), 2004–2015 Direktor des SALUS-Instituts für Evaluation und Simulation psychiatrischer Versorgung (Magdeburg). Seit 2015 Herausgeber der ersten vollständigen Ausgabe der Schriften Freuds (Sigmund-Freud-Gesamtausgabe, SFG). 

Jörg-Dieter Kogel, geboren 1950 in Aachen, arbeitete mehr als 35 Jahre als Kulturredakteur und Moderator bei der ARD. Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte in Köln. Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Köln arbeitete er seit 1975 freiberuflich für Zeitungen und Rundfunkanstalten. Bei Aufbau ist sein Buch »Im Land der Träume. Mit Sigmund Freud in Italien« erschienen.

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► Erscheint 06.2026; vorbestellbar