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Das zerstrittene Selbst

Berichte, Aufsätze, Rezensionen

Details

Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr 1994
Format 10,8 × 1,5 × 17,7 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung broschiert
Seiten/ Spieldauer 259 Seiten
Gewicht 168 g
Reihe st, Band 1733
SFB Artikelnummer (SFB_ID) 978-3-518-38233-2

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Zu diesem Buch

Seit Winnicott und Laing (Das geteilte Selbst) wissen wir genauer, daß das menschliche Selbst kein einheitliches Gebilde ist. Es kann geteilt, multipel, zerklüftet, widersprüchlich sein (»Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!"). Liegen die verschiedenen Teile gar nicht friedlich nebeneinander, sondern im Kampf, so läßt sich auch von einem zerstrittenen Selbst sprechen. Dies jedenfalls ist der Titel eines der Aufsätze in dem vorliegenden Band über Franz Kafkas Erzählung »Die kleine Frau«, in dem nachgewiesen wird, daß sie ein Nachhall sein könnte von Franz Kafkas Überlegungen oder Versuchungen, sich in eine Psychoanalyse zu begeben: Die männlichen und die weiblichen Anteile des Autors liegen in einem unversöhnlichen und unerbittlichen Streit.

Um dieses Thema des zerstrittenen Selbst kreisen im weitesten Sinne Mosers Arbeiten, seien es Interpretationen zur Kunst (Parsifal, ein Bild von Edvard Munch), seien es Rezensionen und Kongreßberichte zu kontroversen Themen oder Aufsätze zu »zerstrittenen« Disziplinen wie Psychoanalyse und Körperarbeit. Ob eher polemisch oder meditativ: die Arbeiten lassen die Kontinuität von Mosers Themen über zwei Jahrzehnte erkennen.

Über den Autor

Tilmann Moser, geb. 1938, studierte Philologie, Soziologie und Politik in Tübingen, Berlin, Paris, Frankfurt und Gießen. Seine anschließende Ausbildung zum Psychoanalytiker erfolgte am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt. Sechs Jahre lang war Moser Dozent für Psychoanalyse und Kriminologie am Fachbereich Rechtswissenschaft der Frankfurter Universität. Seit 1979 arbeitet er in freier Praxis als Psychoanalytiker in Freiburg.

Veröffentlichungen (in Auswahl): Gespräche mit Eingeschlossenen; Jugendkriminalität und Gesellschaftsstruktur; Repressive Kriminalpsychiatrie; Lehrjahre auf der Couch; Gottesvergiftung; Verstehen, Urteilen, Verurteilen; Grammatik der Gefühle; Stufen der Nähe; Familienkrieg; Eine fast normale Familie; Kompaß der Seele; Romane als Krankengeschichten. Über Handke, Meckel und Martin Walser; Das erste Jahr; Der Psychoanalytiker als sprechende Attrappe; Körpertherapeutische Phantasien.

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB in wenigen annähernd verlagsfrischen Archivexemplaren zum Angebotspreis verfügbar; beim Verlag vergriffen.

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