Details

Autor Clerico, Mona
Verlag Königshausen u. Neumann
Auflage/ Erscheinungsjahr 2003
Format 23,5 × 15,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung kartoniert
Seiten/ Spieldauer 218 Seiten
Gewicht 359
SFB Artikelnummer (SFB_ID) 9783826026713

Zu diesem Buch

Thomas Mann hat immer wieder auf die Eigenständigkeit seines Spätwerks hingewiesen, in dem er die antithetischen und pessimisti-schen Deutungen seiner Jugend zugunsten einer ganzheitlichen Sicht des Menschen überwand. Die vorliegende Studie nimmt diese Aussage ernst und untersucht den großen Auftakt des Spätwerks, die Josephs-Tetralogie, im Lichte zeitgenössischer philosophischer und psychoanalytischer Theorien. Die Autorin geht von der Hypothese aus, dass Thomas Manns Beschäftigung mit dem mythologischen Welterklärungsmodell der alttestamentarischen Josephsgeschichte aus der gleichen modernekritischen Geste geboren ist wie die entsprechenden Ansätze der französischen Philosophenschule (Lyotard, Foucault, Derrida und Lacan). Eine detaillierte Analyse zeigt, daß sich Thomas Mann, der Josephs Aufstieg psychoanalytisch als Selbstverwirklichung des Narziss und zugleich als Ursprungs- und Entwicklungsgeschichte der Menschheit erzählt, der Theorie Jacques Lacans annähert, die den Narzissmus als unvermeidlichen Be-standteil der Identität jedes Menschen interpretiert. Die Betonung der narzisstischen Veranlagung des Menschen führt bei Thomas Mann ebenso wie bei Lacan zu Auffassungen, die über Freuds Theorie hinausgehen und ihr teilweise widersprechen.

Die Parallelisierung der Weltdeutungen des späten Thomas Mann und Lacans verweisen nicht nur die Aktualität des Themenstoffes, sondern auch dessen eigenständiges und kreatives Weiterdenken von Freud und über Freud hinaus - und gleichzeitig seinen Abschied von den Idolen seiner Jugend: Schopenhauer und Nietzsche.

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB als Archivbestand; beim Verlag vergriffen.

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