Details

Autor Cohn, Ruth C. (1912-2010)
Verlag Klett-Cotta
Auflage/ Erscheinungsjahr 20. Druckauflage 2021
Format 21.7 × 13.5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 256 Seiten
Gewicht 318
Reihe Konzepte der Humanwissenschaften
ISBN 9783608952889

Zu diesem Klassiker

Aus dem Vorwort der Autorin

"(...) Ich wurde Psychoanalytikerin zu einer Zeit, in der humane Werte einer »Exklusivitätsphilosophie« zum Opfer fielen. Was daraus folgte, ist im Lauf der Geschichte immer wieder geschehen und geschieht auch heute: Eine mächtige Gruppe unterdrückt und tötet eine schwächere. Sie fühlt sich als »Wir« und verachtet »Die-da«. — Die Namen der Gruppierungen von Klassen, Schichten, Rassen, Religionen, Stämmen, Nationen wechseln. In ihnen wiederholt sich, was in Schulen oder Familien erlernt worden ist. Das Syndrom des »Wir und Die-da« bleibt.

Ich hatte Glück und floh als Studentin in die Schweiz und später nach Amerika. Dieses Glück erlebte ich als Verpflichtung. Meine Erfahrungen und Erkenntnisse auf der psychoanalytischen Couch gaben mir Hoffnung und Glauben an humane Lebens- und Erziehungs-Möglichkeiten. — Aber wie könnte das geschehen? Wieviel Patienten würde z. B. eine Analytikerin je behandeln können? 8, 10, 12 in je drei Jahren? Und draußen litt sich die Menschheit zu Tode — und zum Töten.

Die Couch war zu klein. Die neue Welt der Erkenntnis psychodynamischer Gesetzlichkeiten könnte wohl zu einer Bewußtseins-erweitem-den humanisierenden Pädagogik führen — aber wie? 30 Jahre lang habe ich im geschichtlichen Prozeß persönlicher und geistiger Interaktionen an einem systematischen Versuch gearbeitet, der pädagogisch-therapeutische Elemente in den Unterricht und in andere Kommunikationsgruppen einbeziehen könnte. Seit etwa 15 Jahren haben sich mehr und mehr Kollegen und andere Interessierte diesem Versuch angeschlossen. Die »themenzentrierte Interaktion« (TZI) <1> resultiert aus dieser Arbeit. (...)"

Inhalt

  • Vorwort

I Von der Psychoanalyse zur Erlebnistherapie

  • 1. Ein Ansatz zur psychosomatischen Analyse (1952) 
  • 2. Onanie und Liebe (1950)
  • 3. Gegenübertragung — ein psychoanalytisch-interaktioneller Workshop mit Psychoanalytikern (1953)
  • 4. Drei Modelle der Gruppentherapie: Psychoanalyse, Erlebnis- und Gestalttherapie (1968)
  • 5. Psychoanalytische und erlebnistherapeutische Gruppentherapie — eine falsche Dichotomie (1966)
  • 6. Ein Kind mit Magenschmerzen. Eine kombinierte Anwendung von psychoanalytischen Konzepten und gestalttherapeutischen Techniken (1969)
  • 7. Die Erlebnistherapien — Autismus oder Autonomie? (1973)

II Lebendiges Lernen: Themenzentrierte Interaktion (TZI)

  • 8. Das Thema als Mittelpunkt interaktioneller Gruppen.
    Eine Modifikation gruppentherapeutischer Technik zum Zwecke der Führung von Erziehungs- und anderen Kommunikationsgruppen (1966)
  • 9. Zur Grundlage des themenzentrierten interaktionellen Systems: Axiome, Postulate, Hilfsregeln (1974)
  • 10. Eine Workshop-Gruppe erlebt die Ermordung John F. Kennedys (1964)
  • 11. Training der Intuition (1966) 
  • 12. Ich muß tun was ich will — für 10 Minuten.
    Ein therapeutisches Spiel für Psychotherapeuten, Patienten und andere Leute (1968) 
  • 13. Zur Humanisierung der Schulen: Vom Rivalitätsprinzip zum Kooperationsmodell mit Hilfe der themenzentrierten Interaktion (TZI) (1973)
  • 14. Pädagogisch-therapeutische Interventionen (Bausteine) (1975)

III Autobiographisches: Lebendiges Lernen in meinem Leben

  • 15. Anfänge - Abschiede - Anfänge. Vom Vorurteil zur Bewußtheit - Skizzen aus einem lebendig lernenden Prozeß (1970) 
  • 16. Das innere Jenseits (1972)
  • 17. Einsamkeit, Schönheit, Gelassenheit (Ein »langlebiger« Mensch): Käte Auerbach (1972)
  • Anhang
    A Bibliographische Angaben zu den im Buch enthaltenen Beiträgen
    B Chronologische Bibliographie der Veröffentlichungen von Ruth C. Cohn in deutscher Sprache. Zusammengestellt von Rüdiger Standhardt
    C Weitere Veröffentlichungen zur TZI 

Stimmen zum Buch

"Mit ihrem Konzept verbindet Ruth Cohn ein gesellschaftspolitisches Anliegen. Sie will einer 'humanisierenden, bewußtseinserweiterten Pädagogik' den Weg bahnen, welche die Erkenntnis vermittelt, daß nur dann Konstruktives entstehen kann, wenn das Individuum, die Gruppe und die Sache gleichrangige Achtung und Beachtung erfahren."

aus: Ztschr. Psychologie heute

Die Autorin

Ruth C. Cohn kam von der Psychoanalyse und gilt als Begründerin der Themenzentrierten Interaktion (TZI) im Sinne einer Humanistischen Psychologie. Sie entwickelte ihre international anerkannte Methode zur Leitung von Gruppen auf der Basis der humanistischen Psychologie. Als deutsche Jüdin emigrierte sie nach ihrer Ausbildung zur Psychoanalytikerin in Zürich 1941 in die USA. Es gelang ihr, grundlegende Erkenntnisse der Psychoanalyse und der Sozialpsychologie fruchtbar zu verbinden und diese für Lehrende und Leitende außerhalb der engen Fachwelt im Bereich von Bildung, Wirtschaft und Politik erleb- und erlernbar zu machen.Ruth Cohns Wirken und ihr Beitrag wurden durch verschiedene Auszeichnungen in Europa und den USA gewürdigt. - Sie verstarb am 30.1.2010 im Alter von 97 Jahren in Düsseldorf.

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