Details

Autor Straus, Erwin
Verlag Springer Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 1935, EA
Format 16,7 × 24,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OBrosch.
Seiten/ Spieldauer 314 Seiten
Gewicht 658 g
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-008977_AQ

Stimmen zu dieser Arbeit

"In seinem großen Werk ´Vom Sinn der Sinne` setzt Straus sich grundsätzlich mit der neuzeitlichen Erkenntnistheorie und Psychologie seit Descartes, Locke und Hume auseinander. Er beginnt mit einer Widerlegung des Behaviorismus, indem er die Rahmenbedingungen, die Pawlow bei seinen berühmten Hundeexperimenten machte, minutiös analysiert und die Widersprüche und Rätsel in Pawlows eigenen Interpretationen dieser Experimente herausstellt. Im Anschluss daran entwickelt er seine eigene Theorie des tierischen und menschlichen, des den Tieren und Menschen gemeinsamen Empfindens und Erlebens, dem die seit Descartes gängigen Erkenntnistheorien, die den Menschen durch sein weltabgelöstes Bewusstsein von den Tieren unterscheiden, nicht gerecht werden können. Theorien, die die Wahrnehmung und Erkenntnis gänzlich auf Sinnesreize zurückführen, gelangen Straus zufolge nicht einmal zur Feststellung der Einheit und Ganzheit eines Gegenstandes, da Sinnesdaten immer nur punktuell gegeben sind und in einem rein rezeptiven, aufnehmenden Bewusstsein nichts ihre Verbindung erzwingt.

Straus bestreitet auch, dass Wahrnehmung und Erleben in einem Organismus erfolgen. Ihr Ort ist die Welt selbst, in der Menschen und Tiere sich verhalten und sich dadurch auch in „sympathetischer Kommunikation“ verständigen können. Das Erleben ist an die Möglichkeit körperlicher Bewegung gebunden, beides differenziert sich lebens- wie individualgeschichtlich in steter Wechselwirkung aus. Von diesen Befunden ausgehend rekonstruiert Straus im Weiteren die Ausgestaltungen des Erlebens von Raum und Zeit."

Aus dem Inhalt

siehe Bilddatei

Der Autor

Erwin Walter Maximilian Straus (* 11. November 1891 in Frankfurt am Main; † 20. Mai 1975 in Lexington (Kentucky)) war ein deutsch-US-amerikanischer Neurologe und Psychiater, Psychologe und Philosoph. Nachdem er in Berlin eine Karriere als Psychiater begonnen hatte, war er 1938 als Jude zur Emigration gezwungen.

Straus setzte sich kritisch mit den erkenntnistheoretischen Grundlagen der freudschen Psychoanalyse, des Behaviorismus und der sich von Heidegger herleitenden Daseinsanalyse auseinander. Seine eigenen Analysen orientierte er an der Phänomenologie Edmund Husserls, allerdings weniger an dessen Beschreibungen der menschlichen Bewusstseinsakte als an seinen späteren Analysen der menschlichen Lebenswelt. Unter anderem untersuchte Straus das Erleben von Raum und Zeit und seine Veränderungen bei psychischen Erkrankungen.

Straus zählte mit Karl Jaspers, Ludwig Binswanger, Victor-Emil von Gebsattel und Eugène Minkowski zu den Vertretern einer geisteswissenschaftlich begründeten Psychiatrie, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre das Selbstverständnis der Psychiatrie in der Bundesrepublik prägte, danach aber gegenüber der Psychoanalyse und biologischen Ansätzen erheblich an Boden verlor.

Zum Erhaltungszustand

Im Klassischen Fachantiquariat der SFB diese ausnehmend interessante Studie zur Wahrnehmunspsychologie als ein sehr gut erhaltenes Exemplar der Erstausgabe in der Original-Interimsbindung des Verlages in Broschur. Die Seiten noch unaufgeschnitten und mithin ein ungelesenes  Exemplar. Der Einband nur gering nachgedunket und sehr gut, abgesehen von einem gut sichtbaren (Kaffee-)Fleck oberhalb der Titelei (ca 1,5 x 2 cm)

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