Details
| Autor | Casement, Patrick |
|---|---|
| Verlag | Klett-Cotta |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 1989 |
| Format | 21,4 × 13,4 × 1,8 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | kartoniert |
| Seiten/ Spieldauer | 255 Seiten |
| Reihe | Konzepte der Humanwissenschaft |
| SFB Artikelnummer (SFB_ID) | SFB-001241_AC |
Zu diesem Buch
»Die Analyse ist nicht nur eine technische Übung. Sie ist etwas, zu dessen Ausführung wir fähig werden, wenn wir beim Erwerb einer Grundtechnik ein bestimmtes Stadium erreicht haben. (…) Halten wir uns deutlich den Unterschied zwischen einer Technik und der Durchführung einer Behandlung vor Augen: Es ist möglich, mit einer beschränkten Technik eine Behandlung erfolgreich durchzuführen, und es ist möglich, mit einer hochentwickelten Technik bei der Durchführung einer Behandlung zu versagen.« (D.W. Winnicott)
(…) Es herrscht zum Beispiel der recht weit verbreitete Irrtum, ein erfahrener Analytiker oder Therapeut verstehe seinen Patienten ohne weiteres und irre sich nie. Zwar versuchen einige Patienten, dem zu widersprechen, und riskieren dabei, daß ihnen ›Widerstand‹ vorgeworfen wird, aber die meisten Patienten setzen dies voraus, was vielleicht ihrem Wunsch nach Sicherheit entspricht. Auch manche Therapeuten scheinen dies von sich selbst zu erwarten; vielleicht, um den uneingestandenen Wunsch nach Machtvollkommenheit und Allwissenheit zu befriedigen?
Daher ist es nicht verwunderlich, wenn Ausbildungskandidaten oft die Vorstellung haben, daß Patienten und Supervisoren dieses unmittelbare Verstehen von ihnen erwarten. Bei ihnen entsteht dadurch der Druck, Bescheid zu wissen, kompetent zu wirken, und dies führt dazu, daß den Patienten Interpretationen »von der Stange«, aus Veröffentlichungen oder Lehrveranstaltungen anderer, angeboten werden. Diese Formulierungen unterstellen Allgemeingültigkeit – obwohl jede Einsicht leicht zum psychoanalytischen Klischee verkommt, wenn man sie über Gebühr strapaziert. Deshalb möchte ich Wege aufzeigen, wie psychoanalytische Erkenntnis vor diesem sich selbst erhaltenden Zirkel bewahrt und mit jedem Patienten neu entdeckt werden kann. (…)
Es gab einige geniale Analytiker, etwa Freud oder Winnicott, die von sich aus lernten, vom Patienten zu lernen. Allerdings wäre es hinderlich und irreführend, wenn auch alle anderen nun dem Genius und der Brillanz bekannter psychoanalytischer Autoren nacheifern wollten. Ich vermute, die Mehrheit der Psychoanalytiker und Therapeuten sind eher durchschnittliche, gewissenhaft arbeitende ›Handwerker‹ – nicht unbedingt brillante Könner –, die mit größtmöglicher Sorgfalt nach der Wahrheit suchen. Auch ich zähle mich zu jenen, die danach streben, mit der Zeit und durch die wachsende Erfahrung bessere Therapeuten zu werden. (…)
In psychoanalytischen Kreisen gibt es unkritische »Gläubige«, die nichts hinterfragen; ebenso gibt es Skeptiker in der Alltagswelt. Und von diesen, meine ich, würden viele wohl mehr Respekt für die psychoanalytische Arbeitsweise aufbringen, wenn sie sich vorstellen könnten, um was es dabei geht. (…). Jeder helfende Beruf bietet Möglichkeiten, vom Patienten zu lernen. Ich wende mich nur deshalb direkt an Analytiker und Therapeuten, weil das analytische Behandlungszimmer sich als das »Forschungsfeld« anbietet, in dem wir die sehr nahen Interaktionen in der therapeutischen Beziehung besonders genau studieren können. (…)" - Aus der Einleitung
Der Autor
Patrick Casement ist ein britischer Psychoanalytiker und Autor mehrerer Bücher und Zeitschriftenartikel über zeitgenössische psychoanalytische Techniken. Er wurde von Andrew Samuels, Professor für Analytische Psychologie, als Pionier der relationalen Ansätze in der Psychoanalyse und Psychotherapie beschrieben.
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