Details
| Autor | Habermas, Jürgen (1929-2026) |
|---|---|
| Verlag | Suhrkamp |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 01.02.1995 |
| Format | 18.6 × 11.4 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | zusammen 1216 Seiten |
| Gewicht | 715 |
| Reihe | suhrkamp taschenbuch wissenschaft - stw, Band 1175 |
| ISBN | 9783518287750 |
»Zwischen Kapitalismus und Demokratie besteht ein unauflösliches Spannungsverhältnis; mit beiden konkurrieren nämlich zwei entgegengesetzte Prinzipien der gesellschaftlichen Intergration um den Vorrang.«
Zu dieser Ausgabe
Die Theorie des kommunikativen Handelns dient der Klärung der Grundlagen einer kritischen Gesellschaftstheorie. Der Grundbegriff des kommunikativen Handelns erschließt den Zugang zu drei Themenkomplexen, die miteinander verschränkt sind: zum Begriff der kommunikativen Rationalität, zu einem zweistufigen, die Paradigmen von Handlung und System verknüpfenden Gesellschaftskonzept und zu einem theoretischen Ansatz, der die Paradoxien der Moderne mit Hilfe einer Unterordnung der kommunikativ strukturierten Lebenswelt unter die imperativen verselbständigten, formal organisierten Handlungssysteme erklärt.
Inhalt
- Wissenschaftlicher Kontext
- Habermas und die Kritische Theorie
- Was bedeutet Deliberation?
- Theorie des kommunikativen Handelns nach Jürgen Habermas
- Zentrale Begriffe und theoretische Grundannahmen
- Kommunikatives Handeln
- Strategisches Handeln
- Bedingungen gelingender Kommunikation
- Lebenswelt und System
- System – Lebenswelt – Kolonialisierung
- Rezeption und Bedeutung für die Soziologie
- Anschlussfähigkeit und Kritik
- Bedeutung für aktuelle soziologische Felder
- Aktualität und gesellschaftliche Relevanz
- Bildung und Sozialisation
- Verwaltung und Polizei
- Öffentlichkeit und digitale Medien
- Soziale Integration und Zusammenhalt
- Fazit
- Literatur und weiterführende Informationen
Einordnungen dieses Ansatzes
"Jürgen Habermas steht in der Tradition der Frankfurter Schule, insbesondere ihrer Kritischen Theorie, wie sie von Horkheimer und Adorno entwickelt wurde. Während diese die Aufklärung als gescheitert betrachteten und Kulturindustrie, Rationalisierung und Herrschaft kritisch analysierten, setzt Habermas auf eine rekonstruktive Wendung des Projekts.
Er reformuliert die Kritische Theorie, indem er den Begriff der kommunikativen Vernunft ins Zentrum rückt. Nicht alle Formen von Rationalität führen zu Entfremdung – vielmehr gibt es eine emanzipatorische Kraft von Kommunikation, wenn sie frei von Zwang und Macht erfolgt.
So schlägt Habermas eine normative Fundierung kritischer Gesellschaftstheorie vor, die nicht im Totalitarismus der Vernunft endet, sondern Demokratie, Deliberation und Verständigung als zentrale Prinzipien modernen Zusammenlebens in den Blick nimmt. - Was bedeutet Deliberation?: Deliberation bezeichnet die öffentliche, argumentativ geführte Beratung zwischen gleichberechtigten Bürger:innen mit dem Ziel, gemeinsame Entscheidungen auf der Basis rationaler Verständigung zu treffen. Im Zentrum stehen Zuhören, Argumentieren, Perspektivwechsel – nicht Macht oder Mehrheiten."
Der Autor
Jürgen Habermas wurde am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geboren. Von 1949 bis 1954 studierte er in Göttingen, Zürich und Bonn die Fächer Philosophie, Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur und Ökonomie. Er lehrte unter anderem an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt am Main sowie der University of California in Berkeley und war Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Jürgen Habermas erhielt zahlreiche Ehrendoktorwürden und Preise, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2001) und den Kyoto-Preis (2004). Habermas verstarb am 14. März 2026 in Starnberg.
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