Details

Autor Landauer, Karl
Herausgeber Rothe, Hans J. (Hg.)
Verlag S. FISCHER
Auflage/ Erscheinungsjahr 1987
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 318 Seiten
Gewicht 282
Reihe Geist und Psyche, Band 42325
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-000655_AC

Zu diesem Buch

Zum erstenmal erscheinen Schriften dieses von den Nationalsozialisten verfolgten Psychoanalytikers in gesammelter Form. Es handelt sich um Aufsätze aus den Jahren 1914 bis 1939, die klinisch-therapeutische, entwicklungs- und sozialpsychologische Aspekte der Psychoanalyse vereinen. Das von Freud entwickelte Strukturmodell, welches das Ich und die Abwehrmechanismen in den Mittelpunkt stellt, wird mit dessen früher Affekttheorie verbunden. Neben der neurotischen Einschränkung des Gefühlslebens wird die erworbene Denkhemmung in ihrer Psychodynamik beschrieben, wobei Landauers Einfluss auf die Theoriebildung der frühen Frankfurter Schule sichtbar wird.

Karl Landauer verbindet in seinen Arbeiten das Strukturmodell Sigmund Freuds mit dessen früherer Affekttheorie. Der Einfluß der frühen Frankfurter Schule auf Landauers Denken ist unverkennbar.

Aus dem Inhalt

  • Landauers Stellung in der psychoanalytischen Bewegung
  • Die Aufsätze
  • Lebensgeschichte

Affekte und Intelligenz

  1. Die Gemütsbewegungen oder Affekte
  2. Die Affekte und ihre Entwicklung
  3. Äquivalente der Trauer
  4. Zur psychosexuellen Genese der Dummheit
  5. Intelligenz und Dummheit

Psychoanalytische Klinik und Behandlungstechnik, speziell der narzisstischen Störungen

  1. Spontanheilung einer Katatonie
  2. »Passive« Technik
  3. Gedanken bei Analyse einer »Folie du doute«
  4. Automatismen, Zwangsneurose und Paranoia
  5. Unentstellte Träume
  6. Chi mal ti vuol, mal ti sogna
  7. Eine »Dirne«
  8. Die Gemeinschaft mit sich selber

Das Ich und die psychosexuelle Entwicklung

  1. Die Zurückweisung der Aufklärung durch das Kind
  2. Analyse der Phobie eines achtjährigen Mädchens
  3. Das Menstruationserlebnis des Knaben
  4. Die Ich-Organisation in der Pubertät
  5. Gutachten aus den Erhebungen über Sexualmoral
  6. Bemerkungen zur anal-erotischen Charakterbildung

Der Autor

Karl Landauer, geb. 1887 in München, aus einer jüdischen Bankiersfamilie stammend, machte vor dem Ersten Weltkrieg seine psychoanalytische Ausbildung bei Freud und ließ sich als erster Psychoanalytiker in Frankfurt am Main nieder. Hier initiierte er die Gründung des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts (1929-1933), das Gastinstitut im Institut für Sozialforschung war. Nach der erzwungenen Emigration war Landauer in Holland maßgeblich an der Vermittlung der modernen Psychoanalyse beteiligt. Dort wurde er 1943 von den Nationalsozialisten verhaftet. Er starb im Januar 1945 im KZ Bergen-Belsen den Hungertod, zweieinhalb Monate vor Befreiung des Lagers.

Lieferbarkeitshinweis

Bei der SFB ein ungelesenes Archivexemplar mit minimalen Lagerungsspuren; beim Verlag vergriffen.

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