Details

Autor Noyon, Alexander; Heidenreich, Thomas
Verlag Hogrefe Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 26.01.2026
Format 29.2 × 16.5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 122 Seiten
Gewicht 264
Reihe Standards der Psychotherapie, Band 17
ISBN 9783801732042

Zu diesem Beitrag

Dieses Buch bietet einen kompakten Überblick zu wissenschaftlichen Konzepten und Ansätzen beim Thema ´Sinn- und Wertefragen`, welche immer häufiger zum zentralen Bestandteil von Psychotherapien,egal welcherr Therapieschule, zu werden scheinen; dies ganz unabhängig von den primären Konflikten, mit denen die PatientInnen in Therapie kommen.

Menschen, die ihr Leben nicht an den eigenen Werten orientieren, haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen und erleben häufig Gefühle der Sinnlosigkeit und Einsamkeit. Auf die Bedeutung einer werteorientierten Lebensführung für die psychische Gesundheit verweisen zahlreiche psychotherapeutische Ansätze, so z.B. die Logotherapie von Viktor Frankl oder die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Dieser Band liefert einen Überblick über wissenschaftlich fundierte Konzepte, die sich auf die Themen Werte, (Lebens-)Ziele und Sinn beziehen, und über bewährte Methoden für die Arbeit an der Ziel- und Werteklärung sowie Sinnorientierung.

Zunächst werden verschiedene Modelle und Erklärungsansätze zu den Themen Werte und Sinn vorgestellt und diagnostische Methoden zur Erfassung von Zielen und Werten beschrieben. Anschließend wird auf die Grundprinzipien einer wertezentrierten Gesprächsführung eingegangen und es werden verschiedene prospektive und retrospektive Interventionen erläutert, die die Arbeit mit Werten, Sinn und Lebenszielen unterstützen können. Hierzu werden u.a. die Exploration wichtiger Wertebereiche, imaginatives Arbeiten, der Umgang mit Ziel- und Wertekonflikten sowie der Einsatz von Metaphern und einer Lebenslinie in der therapeutischen Arbeit dargestellt. Zudem wird Bezug auf Ansätze zur Bilanzierung genommen, z.B. im Rahmen eines Lebensrückblicks, sowie auf den Umgang mit Reue über verpasste Lebenschancen eingegangen.

Inhalt

1 Einführung

2 Theoretische Modelle und Erklärungsansätze

  • 2.1 Was sind Werte?
    2.1.1 Das Wertemodell von Shalom H. Schwartz 
    2.1.2 Das Wertemodell von Viktor Frankl
    2.1.3 Werte im Verständnis der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) und der Behavioral Activation
  • 2.2 Ziele
  • 2.3 Werte und Ziele unter zeitlicher Perspektive
    2.3.1 Werte und Ziele im Lebensverlauf
    2.3.2 Perspektiven des Wertebezugs
  • 2.4 Werte und ihr Bezug zum Sinn
    2.4.1 Sinnobjektivismus in der Logotherapie
    2.4.2 Sinnkonstruktivismus in der Existenzphilosophie
    2.4.3 Sinnobjektivismus und Sinnkonstruktivismus im Vergleich
    2.4.4 Sinnobjektivismus und Sinnkonstruktivismus im therapeutischen Kontext

3 Diagnostik und Indikation

  • 3.1 Überlegungen für die Eingangsphase
  • 3.2 Mess- und Erfassungsinstrumente
    3.2.1 Der „Portrait Values Questionnaire“ von Schwartz (2003)
    3.2.2 Die Werteliste von Harris (2019)
    3.2.3 Klärung persönlicher Werte
    3.2.4 Die Lebenslinie
    3.2.5 Protokoll täglich gelebter Werte
    3.2.6 Die Zielerreichungsskala
  • 3.3 Indikationsstellung
    3.3.1 Indikation für wertebezogene Interventionen
    3.3.2 Störungsbilder
  • 3.4 Fortlaufende Evaluation der Ziel- und Werteperspektive

4 Grundprinzipien der Gesprächsführung und konkrete Interventionsansätze

  • 4.1 Zur therapeutischen Haltung
  • 4.2 Interventionen zur prospektiven Arbeit mit Werten
    4.2.1 Imaginatives Arbeiten
    4.2.2 Vier-Felder-Schema
    4.2.3 Exploration wichtiger Wertebereiche
    4.2.4 Um die Ecke fragen
    4.2.5 Verhaltensaktivierung: Werte ins Leben holen
    4.2.6 Metaphern in der Arbeit mit Werten
    4.2.7 Medien zur Anregung der Auseinandersetzung mit Werten
    4.2.8 Einsatz der Lebenslinie
    4.2.9 Erstellen einer „Löffelliste“
  • 4.3 Retrospektive Arbeit
    4.3.1 Lebensrückblick nach Butler (Bilanzierung)
    4.3.2 Dignity Therapy nach Chochinov
  • 4.4 Kombination mit anderen therapeutischen Ansätzen und Einbettung in die Gesamtbehandlung
    4.4.1 Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen
    4.4.2 Aufbau von Änderungsmotivation und vorläufige Auswahl von Änderungsbereichen
    4.4.3 Verhaltensanalyse und funktionales Bedingungsmodell
    4.4.4 Vereinbaren therapeutischer Ziele
    4.4.5 Planung, Auswahl und Durchführung spezieller Methoden
    4.4.6 Evaluation therapeutischer Fortschritte
    4.4.7 Endphase: Erfolgsoptimierung und Abschluss
  • 4.5 Probleme bei der Durchführung
    4.5.1 Sozial (un-)erwünschte Werte
    4.5.2 Verantwortungsverlagerung auf Therapierende
    4.5.3 Therapieaufgaben werden nicht gemacht
    4.5.4 Werte- und Zielkonflikte in der therapeutischen Beziehung
    4.5.5 Mangelnde Ressourcen zur Verwirklichung von Werten und Zielen
    4.5.6 Einschränkungen, Krankheit und Behinderung erschweren Leben von Werten

5 Empirische Evidenzen, Effektivität und Prognose

  • 5.1 Ergebnisse zu existenziellen Ansätzen mit Sinn-und Wertebezug
  • 5.2 Ergebnisse zu ACT und Behavioral Activation
    5.2.1 Ergebnisse zur Akzeptanz- und Commitment-Therapie
    5.2.2 Effektivität von Behavioral Activation
  • 5.3 Effektivität werteorientierter Komponenten: Dismantling
  • 5.4 Werte- und Sinnbezug als Mediatoren der Symptomreduktion
  • 5.5 Langzeiteffekte und Rückfallquoten
  • 5.6 Prognose und Misserfolgsraten

6 Fallbeispiele

7 Weiterführende Literatur

8 Literatur

9 Kompetenzziele und Lernkontrollfragen

10 Anhang

  •  Arbeitsblatt: Klärung persönlicher Werte
  • Werteliste
  • Protokoll täglich gelebter Werte

Die Autoren

Prof. Dr. Alexander Noyon, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, abgeschlossene Ausbildungen in Verhaltenstherapie und Logotherapie/Existenzanalyse, Dozent und Supervisor in verschiedenen Ausbildungsinstituten, stellvertretender Vorsitzender und Prüfer im Rahmen der mündlichen Approbationsprüfung zur/zum “Psychologische/n Psychotherapeut/in/en” im Auftrag des “Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen” (Quelle: https://alexandernoyon.de/)

Prof. Dr. phil. Thomas Heidenreich, 1988 bis 1994 Studium der Psychologie in Konstanz. 1994 bis 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Universität Frankfurt. 1997-2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Assistent in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Frankfurt. 2004 bis März 2006 Leiter der Verhaltenstherapie-Ambulanz und Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Psychologie der Universität Frankfurt Dipl.-Psych. (1994), Dr. phil. (2000), Habilitation (2007) Venia Legendi für "Psychologie" Ausbildung in kognitiver Verhaltenstherapie (1998) Psychologischer Psychotherapeut (1999), Supervisor (2002) (Quelle: https://www.hs-esslingen.de/personen/thomas-heidenreich)

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