Details
| Autor | Foucault, Michel (1926 - 1984) |
|---|---|
| Herausgeber | Doron, Claude-Olivier; Ewald, François (Hg.) |
| Verlag | Verlag Turia + Kant |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 15.12.2025 |
| Format | 24 × 16 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 400 Seiten |
| Gewicht | 751 |
| ISBN | 9783985141241 |
»Im Vergleich zum sexuellen Glück eines Farns sind wir ziemlich armselig, ja völlig inexistent.«
Zu dieser Vorlesungsreihe
In den 1960er Jahren, lange vor seinen berühmten vier Bänden über die Geschichte der Sexualität, von denen der erste 1976 erschien, hielt Michel Foucault in Clermont-Ferrand und Vincennes zwei umfangreiche Vorlesungen über den Diskurs der Sexualität. In ihnen begegnen wir einem weitgehend unbekannten Foucault: Im Gespräch mit den großen Fragen seiner Zeit führt Foucault die Entdeckungen der Biologie gegen die Restriktionen der zeitgenössischen Sexualmoral ins Feld und analysiert das Sexualverhalten im Licht der Kybernetik. Auf dem Höhepunkt der Studierendenbewegung problematisiert er aber auch Herbert Marcuses Utopie einer freien Liebe. Denn für Foucault streicht sie gerade das aus, worin er – anders als in seiner späteren Geschichte der Sexualität – den wesentlichen Zug der Sexualität erkennt: ein transgressives, tragisches Begehren.
Das Manuskript enthält keine ausgearbeiteten Vorlesungstexte, sondern geordnete Notizen, die von den Herausgebern François Ewald und Claude-Olivier Doron umfangreich kommentiert werden.
Aus dem Vorwort und den Anmerkungen der HerausgeberInnen
"(....) Von 1952 bis 1969, dem Jahr seiner Berufung an den Lehrstuhl für die Geschichte der Denksysteme am Collège de France, hat Michel Foucault an verschiedenen Universitäten und Institutionen gelehrt: Psychologie an der École normale supérieure (seit 1951), in Lille (1952–1955) und Clermont-Ferrand (1960–1966), sodann Philosophie in Tunis (1966–1968) und Vincennes (1968–1969). Im Oktober 1965 gab er zudem an der Universität von São Paulo eine Vorlesung über das, was 1966 zu ´Die Ordnung der Dinge` werden sollte.
Michel Foucault selbst hat nur wenige Manuskripte aus dieser Zeit aufbewahrt. Sie sind in den Foucault-Beständen der Bibliothèque nationale de France hinterlegt (NAF 28730). In den Kästen, in denen diese Vorlesungen verwahrt werden, befinden sich auch einige, teils sehr weit ausgearbeitete Texte, die aus derselben Zeit stammen. Es schien uns von Interesse, sie in die Bände der Reihe »Vorlesungen und Arbeiten« mitaufzunehmen, die aus der Zeit vor Michel Foucaults Berufung an das Collège de France stammen. (...)"
Inhalt
Vorbemerkung / Regeln der Rexteblierung
Sexualität - Vorlesung an der Universität Clermont-Ferrand (1964)
- Vorlesung 1: Einführung
- Vorlesung 2: Die wissenschaftliche Kenntnis von der Sexualität
- Vorlesung 3: Das Sexualverhalten
- Vorlesung 4: Die Perversionen
- Vorlesung 5: Die infantile Sexualität
Der Diskurs der Sexualität - Vorlesung an der Universität Vincennes (1969)
- Vorlesung 1: Der Diskurs der Sexualität
- Vorlesung 2: Die Umbrüche des 18. Jahrhunderts
- Vorlesung 3: Der Diskurs der Sexualität
- Vorlesung 4: Die rechtlichen Formen der Ehe bis zum Code civil
- Vorlesung 5: Epistemologisierung der Sexualität
- Vorlesung 6: Die Biologie der Sexualität
- Vorlesung 7: Die sexuelle Utopie
Anhang: Auszug aus dem Cahier vert Nr. 8 (September 1969)
Sachregister / Namensregister
Stimmen zu diesem Beitrag
»Foucaults frühe Vorlesungen liefern uns eine Archäologie jener Sprechweisen, in denen die heutigen Queer- und Transdiskurse ihre Kritik formulieren. Eine notwendige, kontroverse und faszinierende Lektüre, die den Einsatz von Foucaults kritischem Projekt verdeutlicht und zugleich nachvollziehbar macht, warum bestimmte Diskurse über Begehren, Lust und Sexualität uns bis heute prägen.«
Paul B. Preciado
Der Autor
Michael Foucault (1926–1984) war ein französischer Philosoph, Historiker und Gesellschaftstheoretiker. Ab 1970 bis zu seinem Tod war er Inhaber des Lehrstuhls für »Geschichte der Denksysteme« am Collège de France in Paris.
Die ÜbersetzerInnen
- Florentine Emmelot ist Literaturwissenschaftlerin und promoviert am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin.
- Johannes Kleinbeck ist wissenschaftlicher Assistent am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin.
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