Details

Autor Bodenheimer, Aron R. (1923-2011)
Verlag Chronos
Auflage/ Erscheinungsjahr 1996
Format 20.5 × 12.5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 101 Seiten
ISBN 9783905311921

Zu diesem Essay

Und wenn dann einer kommt, der dem Frieden nicht traut, und er weiss sich berufen, den nächsten Genozid seines Stammes zu verhüten. Und er schiesst ...

Dieser Essay des jüdischen Psychiaters und Psychoanalytikers ist in den Tagen und Nächten verfasst worden, die 1995 Israel und die ganze Welt in Schock versetzt haben; damals, als die Nachricht vom Mord an Jizhak Rabin zu uns gekommen ist.

"(...) Als dann die Schwaden dieses Schocks sich zu heben begonnen haben, ist manches deutlicher geworden. Etwas von dem, was mir deutlich wurde, steht in diesen Blättern aufgeschrieben. (...)"

Ein für manche Leserin, manchen Leser womöglich schwer verdaulicher Text des psychoanalytisch bestens bewanderten Autors, der als Psychiater tiefste Kenntnis von den Wahnwelten seiner PatientInnen gewinnen konnte. Bodenheimer beschäftigt sich intensiv mit dem stenggläubigen Attentäter und versetzt sich in dessen (Wahn-)welten; er spricht mit dem jungen Mann und kommt in seinem Essay zu der Auffassung, daß die Mordtat einer subjektiv zwingendenm Logik entsprang: Nämlich daß das Konstukt eines laizistischen Staates dem jüdischen Gesetz, der Thora, Hohn spreche und seine ungläubigen Führer auszulöschen seien.

Stimmen zu diesem Buch

«Der Autor [A. Bodenheimer] will mit seinen Ausführungen über den Fundamentalismus gegen den allgemeinen Trend anschreiben, der den Fundamentalismus pauschal verurteilt. Wohin die Aufweichung führe, zeige das Christentum. (...)Für den Autor ist der Staat Israel ein Sündenfall an der Judenheit, eine „Sünde am Judentum“. Nicht die Fundis haben Israel gegründet, sondern „Ben Gurion mit seinen linken Genossinnen und Genossen“. Israel sei amerikanisiert und von Touristen überlaufen. „Diesem Westen ist Israel verfallen. Und hat daran seine Substanz verloren.“

Letztendlich bietet Bodenheimers Buch aber keine Erklärung für Rabins Tod. Es zeigt aber die Problematik auf, vor der das Judentum heute steht. Säkularisten und Fundamentalisten streiten um das gleiche Objekt: Israel. Wie es in Zukunft verfaßt sein soll, bleibt der Geschichte anheimgestellt. Kapeliuk und Bodenheimer haben auf sehr verschiedene Weise deutlich gemacht, daß auch die Religiösen sich auf eine göttliche Logik berufen können. Daß diese auch tödliche Folgen haben kann, haben Amir und Goldstein gezeigt. (...)»

Ludwig Watzal, am 13.5.1997 in: die tageszeitung TAZ

«(...) Perlen von Bodenheimers Büchlein sind zwei Fallstudien von Beinahe-Attentätern, einem Juden und einem Palästinenser, die durch eine psychotherapeutische Behandlung nicht von ihrem Fundamentalismus, wohl aber von Mordtaten abgebracht werden konnten. Auch an diesen Einzelfällen wird deutlich, dass Fundamentalismus kein Synonym für Mord, Terror und Krieg ist.»

Frankfurter Rundschau, FR

Der Autor

Aron Ronald Bodenheimer (15. August 1923 in Basel – 30. Januar 2011 in Zürich) war ein Schweizer Psychiater, Psychoanalytiker, Philosoph und Autor provokanter Essays und Bücher.

Aron Ronald Bodenheimer studierte Medizin und wurde 1949 zum Doktor der Medizin promoviert. Er war akademischer Lehrer in Haifa und Tel Aviv und lehrte als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten in Europa und den USA. - 1971 wurde Bodenheimer auf eine Professur für Psychiatrie und Psychotherapie nach Tel Aviv berufen. Ab 1978 lehrte er auch in Haifa. Von 1971 bis 1975 war er Chefarzt der Psychiatrie des Universitätshospitals Tel HaShomer («Sheba Medical Center») bei Tel Aviv. 1991 bekam Aron Ronald Bodenheimer die Ehrendoktorwürde der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg verliehen. Nach seiner Emeritierung lehrte er in Basel jüdische Studien. Aron Ronald Bodenheimer ist verwandt mit Max I. Bodenheimer und Alfred Bodenheimer. [Quelle: Wikipedia, gekürzt]

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