Details
| Autor | Knappe, Miriam |
|---|---|
| Verlag | Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 22.01.2026 |
| Format | 15.4 × 10.8 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Lehr- und Lernkarten |
| Seiten/ Spieldauer | 120 |
| Gewicht | 300 |
| SFB Artikelnummer (SFB_ID) | SFB-011691_DIAGNOSTK |
Zu diesem Kartenset zur Unterstützung bei der Diagnosestellung
Psychodynamische Diagnostik mit konkreten Fragen
Zentrale psychodynamische Themen systematisch erfassen
Die psychodynamische Diagnostik zielt über das reine Erfassen von Symptomen hinaus auf ein tiefgehendes Verständnis des inneren Erlebens. Im Rahmen dessen wird nach unbewussten Konflikten, subjektiven Bedeutungen, Beziehungsmustern und strukturellen Voraussetzungen gefragt. Ziel des Kartensets ist es, die therapeutische Beziehung zu stärken, die explorative Gesprächsführung zu optimieren und diagnostische Hinweise systematisch zu erfassen.
- 120 kindgerechte Fragen
- Orientiert an der OPD-2-KJ
- Erleichtert das Verständnis von Emotionen, Gedanken und Beziehungserfahrungen der jungen PatientInnen
- hilft beim Entdecken unbewusster Konflikte und prägender Beziehungsmuster
- erleichtert über einen niedrigschwelligen Gesprächseinstieg die Arbeit mit den PatientIinnen
Aus der Verlagsbeschreibung
Diagnostik in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Zu Beginn einer Psychotherapie stehen Kinder- und Jugendli-chenpsychotherapeut:innen vor der großen Herausforderung, sowohl eine fundierte Befunderhebung durchzu-führen als auch - zeitgleich - eine tragfähige therapeutische Beziehung aufzubauen.
Die Möglichkeiten der Befunderhebung sind zahlreich: Vom standardisierten bis zum mäßig strukturierten Interview, über die Verhaltens- und Interaktionsbeobachtung, das szenische Verstehen, dem Einsatz von Screening- oder störungsspezifischen Fragebögen bis hin zur Nutzung unterschiedlicher Spielmaterialien stehen grundsätzlich viele Optionen offen, sodass man je nach Entwicklungsniveau und Situation angemessene Zugänge wählen kann. Viele Therapeutinnen möchten im Rahmen der Diagnostik vor allem die (biografischen) Hintergründe und/oder Kontexte des symptomatischen Erlebens und Verhaltens genauer betrachten und diese in die spätere Therapieplanung und Indikationsstellung einbeziehen.
Psychodynamische Diagnostik
Grundsätzlich steht es jedem/jeder Therapeutin frei, mit welcher Methodik psychodynamisch einzuordnende Informationen eines diagnostischen Prozesses gewonnen werden. Möchte man gezielt bestimmte Informationen im Gespräch erheben, empfiehlt sich ein altersangepasstes, eher gering strukturiertes Vorgehen, sodass die Gestaltung der konkreten Interaktionen letztlich den Therapeutinnen überlassen bleibt. Hintergrund ist, dass es aus psychodynamischer Sicht um viel mehr als nur das gesprochene Wort geht (bspw. szenisches Verstehen, Beobachtung der Beziehungsdynamik und Interaktion etc.) und die Situationen immer individuell auf die Patientinnen, deren Entwicklungsniveau und Interaktionsverhalten abgestimmt werden sollten.
Viele psychodynamisch arbeitende Kinder- und Ju-gendlichenpsychotherapeutinnen greifen zur Prozessstrukturierung und/oder Einschätzung der psychodynamischen Bedeutung ihrer klinischen Beobachtungen gerne auf die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik des Kindes- und Jugendalters (OPD-KJ-2, Arbeitskreis OPD, 2020) zurück, da diese das derzeit bekannteste Instrument zur Formulierung einer umfangreichen strukturierten psychodynamischen Diagnostik ist und unabhängig der vielen psychodynamischen Schulen wesentliche Konstrukte systematisch und praxisnah in einem Rahmenmodell integriert.
Besonderheiten diagnostischer Prozesse mit Kindern und Jugendlichen
So schön es ist, Patientinnen direkt nach ihrem Erleben und Verhalten fragen zu können, gibt es gerade zum Beginn des Kennenlernens (insbesondere mit Kindern und Jugendlichen) einige Hürden, die es zu beachten und bestenfalls zu vermeiden gilt. So können Patientinnen zunächst schüchtern sein, sich eventuell gut darstellen wollen (soziale Erwünschtheit) oder schlichtweg keine Lust auf eine Befragung haben. Ist die Erzählfreudigkeit jedoch hoch, etwa weil ein gewisses Maß an Vertrauen vorhanden ist; Patient:innen das Gefühl haben, mitbestimmen zu können, oder die Interaktionen einfach Spaß machen, erhält man schnell viele Informationen und baut zugleich eine gute Beziehung auf. Genau hier möchte das Kartenset ansetzen: Es schafft eine spielerische Möglichkeit, psychodynamisch relevante Informationen zu erhalten und parallel den Beziehungsaufbau zu fördern.
Anwendungsmöglichkeiten
Das Kartenset wurde für einen vielseitigen Einsatz konzipiert und ist auch außerhalb psychotherapeutischer Praxen einsetzbar (s.u.). Ein Einsatz erscheint insbesondere in der ersten Phase des Kennenlernens sinnvoll, um wichtige Informationen direkt zu erheben, ist jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich.
Die Karten können prinzipiell von allen Kolleginnen, unabhängig vom eigenen Vertiefungsgebiet, eingesetzt werden, da der Nutzen auf einer breiten, flexiblen, spielerischen Informationserhebung nebst dem Beziehungsaufbau liegt.
Die erhaltenen Informationen können später von fachkundigen Kolleginnen vor dem Hintergrund ihres eigenen Wissens und Vertiefungsgebietes interpretiert werden. Möchte man anhand der klinischen Beobachtungen psychodynamische Konstrukte einschätzen, sei an dieser Stelle auf die relevante Fachliteratur, insbesondere auf die OPD-KJ-2, verwiesen. Zur Interpretation der Antworten im psychodynamischen Sinne wird ein grundlegendes Verständnis der Konstrukte vorausgesetzt, da dieses Kartenset weder den gesamten theoretischen Hintergrund darstellen noch eine einzelne Zuordnung der Fragen zu psychodynamischen Konstrukten vornehmen kann.
Anwendungsbereiche
Die Fragekarten können in verschiedenen Kontexten gewinnbringend eingesetzt werden (neben Psychotherapie auch in der Beratung, im Coaching oder in pädagogischen Settings). Die 120 offenen Fragen ermöglichen insgesamt ein großes Maß an Flexibilität, da sie gänzlich unabhängig voneinander verwendet werden können. Möchte man den Fokus auf ein bestimmtes Modul legen (bspw. Behandlungsvoraussetzungen) oder nur bestimmte Fragen stellen, können die Karten ganz nach eigenem Belieben vorab sortiert werden.
Insbesondere in der Probatorik bzw. ersten Kontaktaufnahme sind die Karten von großem Nutzen. Zu späteren Zeitpunkten können zudem zu bisher wenig explorierten Bereichen Informationen erhoben werden.
Die Autorin
Miriam Knappe ist Psychologin (M.Sc.) und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (Tiefenpsychologie). Sie arbeitet sowohl in eigener Praxis in Gütersloh als auch in Anstellung beim Soulbuddies e.V. mit den Schwerpunkten fachliche Beratung, Organisation und Koordination sowie als Ansprechpartnerin für den Kinderschutz. Sie verfügt über viele Fortbildungen in der Traumabehandlung, u.a. der EMDR-Fachkunde und ist Autorin von Materialien für Beratung und Therapie.
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