Details
| Autor | Leikert, Sebastian |
|---|---|
| Verlag | Brandes u. Apsel |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 12.08.2026 |
| Format | 24 × 17 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 232 Seiten |
| ISBN | 9783955584344 |
Zu diesem Beitrag
In seinem vorliegenden Buch stellt der in Saarbrücken wirkende Psychoanalytiker /DGPT /IPV) Sebastian Leikert Überlegungen an zur Rolle der Traumabearbeitung im Therapieprozess und diskutiert zu diese vor dem Hintergrund möglicher Indikation für die somatische Narration.
Der Autor untersucht charakteristische Prozesse in Übertragung und Gegenübertragung und vermittelt Prinzipien der Handhabung der Gegenübertragung. Zudem wird der Zusammenhang von Traumgeschehen, Tiefenregression und physiologischen Prozessen beschrieben und mit aktuellen Autoren wie Mark Solms, aber auch mit Klassikern wie Donald Winnicott in Austausch gebracht.
Er erkundet den Aufbau der subsymbolischen Abwehrstruktur (Verkapselung, Wahrnehmungsabwehr) und die Dynamik des körperlichen Unbewussten. Anhand vieler Fallbeispiele werden typische Prozesse und Therapieentwicklungen beschrieben. Daneben wird die Wirkung einer Traumatisierung auf Ich- und Über-Ich-Strukturen beschrieben. Insbesondere das Über-Ich nimmt offenbar die Vernichtungserfahrung des Traumas auf und wird verfolgend. Freuds Beschreibung - »was nun im Über-Ich herrscht, ist wie eine Reinkultur des Todestriebes« (Freud 1923b, S. 283) - dürfte jetzt noch verständlich wirken.
Inhalt
Einleitung
- Die Baum-Mensch-Erfahrung (Hieronymus Bosch)
- Eine Theorie der Behandlungstechnik bei traumatischen Einschreibungen
- Der Dreischritt der Strukturbildung und ihr Zusammenbruch
- durch die Traumatisierung
- Die Fabrik der Emotionen - das körperliche Unbewusste und das verkapselte Körperengramm
- Die somatische Narration - Der Elefant im Raum wird sichtbar
Kapitel 1: Das Körperselbst: Verarbeitungskapazität und Körpergedächtnis
- Körperselbst und Verarbeitungskapazität – Von der Musik des Körper-zu-Körper-Dialogs
- Das Trauma beschädigt die zentrale Verarbeitungskapazität des Körperselbst
- Fallen, Kälte, Leblosigkeit – Das Körperselbst als Gedächtnissystem – klinisch relevant sind Traumaspuren
- Das Trauma als Zusammenbruch des Dialogischen und toxische Symbolisierung – Überlegungen zur Symbolisierungsstörung
- Toxische Symbolisierung als Zusammenbruch der dialektischen Natur der Sprache
Kapitel 2: Das Körperselbst und die Entwicklung des psychoanalytischen Traumabegriffs
- Die Entwicklung des Traumabegriffs bei Freud
- Ferenczi und das körperliche Erinnerungssymbol
- Wahres Selbst und Körperselbst bei Winnicott
- Das kumulative Trauma bei Mohammed Masud Khan und das Körperselbst
- Tustin und der innere Aufbau einer Traumaspur
- Gaddini und der Körper-Psyche-Körper-Kurzschluss
- Dejours: biologischer und erotischer Körper
- Lombardi und das Fokussieren der Körper-Psyche-Dissoziation
Kapitel 3: Trauma, Todestrieb und Schutzprinzip – Folgerungen aus Freuds Schrift Jenseits des Lustprinzips
- Jenseits des Lustprinzips
- Trauma, Schutzprinzip und die Orte seelischen Rückzugs
- »Was nun im Über-Ich herrscht, ist wie eine Reinkultur des Todestriebes« – Trauma und verfolgendes Über-Ich
- Die Ich-Struktur des Traumatisierten
- »Ich muss meinen Kopf gegen eine harte Tür schlagen, um mich wieder in meinen Körper zurückzuholen« – Symbolisierungsstörung und künstlerische Produktion
- Pessoas Überseekoffer – Seelischer Rückzug in der Literatur
- Somatische Narration als begleitete Begegnung mit dem Trauma (Fallbericht 1)
- Den Todestrieb besiegen
- Varianten des Schutzprinzips
- Lustprinzip/Realitätsprinzip versus Schutzprinzip und die Dynamik der Retraumatisierung
- Über-Ich-Pathologie und Behandlungstechnik
- Spaltungsprozesse in allen Instanzen – die dritte Topik
- Der Todestrieb, ein unsympathisches Konzept und euphemistischere Formulierungen
Kapitel 4: Verkapselte Körperengramme – Einschreibung und Abwehrstruktur
- Die Abwehrstruktur des körperlichen Unbewussten
- Leibliche Desorganisation und drei Abwehrmechanismen
- Leibliche Abwehrmechanismen und Behandlungstechnik
- Toxische Fusion und primäre Separation
Kapitel 5: Somatische Narration, Prinzipen und Orientierungspunkte
- Der Einstieg in die somatische Narration
- Somatische Narration und Erklärung
- Grundregel und Primat der Traumabearbeitung
- Kontamination und Dekontamination
- Die Tiefenregression in der somatischen Narration
- »Als Therapeuten solcher Patienten müssen wir uns einen Tunnel durch den Schutt graben, um an sie heranzukommen« – Aktives Fokussieren und zurückhaltendes Begleiten der Wahrnehmung ersetzen die Deutung als Leittechnik
- Die Handhabung von Übertragung und Gegenübertragung in der somatischen Narration
- Einstiegsstellen für die Arbeit mit Körperempfindungen
- Das unwegsame Gelände der Traumaspuren – Spuren einer perinatalen Operation (Fallbericht 2)
- »Der Erdrutsch« (Fallbericht 3)
- Die Psycho-Physiologie der Atmung und Wirkmechanismen der somatischen Narration
- Angst, Atemschema und Traumaspuren
- Neuropsychoanalyse und Veränderungsprozess
- Zur Frage der Aktivität in der somatischen Narration
- Das Nicht-Containment containen
- »Durch die Couch fallen« (Fallbericht 4)
Kapitel 6: Traum und Trauma – The dark side of the dream
- Symbolisierungsstörung, Traum und primäre Separation (Fortsetzung Fallbericht 1)
- Träume als Wendepunkte im analytischen Prozess
- Somatische Narration und leibliches Durcharbeiten des Traums
- »Ein Embryo ohne Nabelschnur« (Fallbericht 5)
- Metapsychologische Ergänzung zur Arbeit am Traum
Kapitel 7: Prozessvorstellungen in der psychoanalytischen Traumabehandlung
- Der idealtypische Prozessverlauf
- Regression und Tiefenregression
- Prozessmodell der somatischen Narration und andere Prozessvorstellungen
- Traumaauflösung und Progression
- Der referentielle Prozess (Bucci)
- Das Prozessmodell einer Behandlungsstunde und Winnicotts Thesen zur Bearbeitung früher Selbststörungen
- Verschiedene Formen der Arbeit mit der somatischen Narration
- Affektdifferenzierung und Auflösen von Hemmungsmustern
Kapitel 8: Indikation und Kontexte der Arbeit mit der somatischen Narration
- Die Furcht vor der malignen Regression
- Komplexe Traumatisierungen in der ambulanten und stationären Psychotherapie
- Die Kontraindikation zur somatischen Narration und die implizite Arbeit mit Traumaspuren
- Krisenintervention und somatische Narration
- Psychose und somatische Narration – Schrebers »Nervensprache« und Merleau-Pontys »Zwischenleiblichkeit«
- Somatische Narration bei Schmerzpatienten
- Agenesie – Die Nicht-Entwicklung des erotischen Körpers
- Zugvögel – Das Selbst im Schwarm der Geschwister (Fallbericht 6)
- Behandlung einer Kriegstraumatisierung (Fallbericht 7)
- Narzissmus, Medienwelt und die Eskamotierung des Körperselbst
- Settingfragen und Medienwelt – Couch, Face-to-Face, Medienwelt
- Setting und Frequenz
- Somatische Narration und mediengestützte Zusammenarbeit
Abschließende Bemerkungen / Glossar / Literatur
Der Autor
Sebastian Leikert Sebastian Leikert , Dr. en Psychanalyse (Paris), Dipl.-Psych., Psychoanalytiker (DGPT), affiliiertes Mitglied der DPV/IPA. Niedergelassen in eigener Praxis in Saarbrücken. Lehranalytiker, Dozent und Supervisor am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Heidelberg (DGPT); Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse und Musik (DGPM). Mitglied im Editorial Board der Zeitschriften International Journal of Psychoanalysis und The Psychoanalytic Quaterly. Arbeiten zu ästhetischen und klinischen Fragestellungen. Letzte Veröffentlichungen: Das körperliche Unbewusste in der psychoanalytischen Behandlungstechnik (Hrsg.) (2022) bei Brandes & Apsel. Therapeutische Präsenz, Traumaspuren, verkapselte Körperengramme – Zur Arbeit mit der Somatischen Narration. Fachzeitschrift Psyche (2024). Voice, Body-Self and Trauma in the Analytic Space. International Journal of Psychoanalysis (2025).
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