Details

Autor Beland, Hermann (1933-2025)
Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 11.2020
Format 21 × 14,8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 400 Seiten
ISBN 9783837929676

Zu diesem Beitrag des Autors

Hermann Beland plädiert in diesen thematischen Beiträgen dafür, die leidvollsten Gefühle der PatientInnen vollständig zu akzeptieren und die individuellen und kollektiven Irrtümer, die diese verursachten, im therapeutischen (Erkenntnis-)Prozess gemeinsam zu betrachten und zu verändern. Er sieht hier die praktizierenden PsychoanalytikerInnen in der Verantwortung und fordert, die Erkenntnisse aus der Therapieforschung zu nutzen, um destruktive Tendenzen in der Gesellschaft zu verstehen, individuell zu verändern und so gesellschaftliches Leiden zu reduzieren. Denn zwischen individuellen seelischen Erkrankungen und gesellschaftlicher Destruktivität besteht ein problematischer, wechselseitiger Zusammenhang.

Beeinflusst von Wilfred Bions Vertiefung der therapeutischen Arbeit, der Theoriedynamik und der Gruppendynamik widmet sich Beland folgenden Fragen: Wie führen organisierte individuelle psychotische Vorurteile zu kollektiven Denkstörungen in der Gesellschaft? Werden Feindseligkeit und Vorurteile zwischen den Völkern durch erfolgreiche individuelle Therapien verringert? Könnte Social Dreaming politisch hilfreich für eine gute Regierungsführung (Governance) sein?

Die im Band versammelten Beiträge und Aufsätze

Vorwort

I Zur Theorieentwicklung

  • Jedes Gefühl die Folge einer Noesis. Das Affektgesetz im Funktionskreis der angeborenen Antizipationen
  • Traumfunktion als Selbstheilung und die Heilung der gestörten Traumfunktion
  • Transformation in O. Das beste Ziel für die Psychoanalyse?
  • Das schöpferische Symbol für die Gesellschaft. Hanna Segals Traum, Phantasie und Kunst
  • Das permanente unbewusste Traumdenken. Donald Meltzers Traumleben

II Zur Klinik

  • Acedia und das moderne Burn-out. Von Melancholie als Verdammung zur Depression nach Ideologieverlust
  • Der Mut des Analytikers und Freuds moralischer Mut
  • Leidenschaftliches Zuhören gegen unbewusste Gewalt. Die Erfolge der Psychoanalyse
  • Die Beendigung von acht Lehranalysen. Bericht und Kritik der realen Ergebnisse
  • Hinterm Berg, hinterm Berg brennt es in der Mühle. Mörikes Feuerreiter im Furor sanandi
  • Mein Onkel Toby, der gute Mensch von Shandy Hall. Psychoanalyse des Charakters unendlicher Güte
  • Das Wiedergewinnen der Alphafunktion als Therapieziel. Eric Brenmans Vom Wiederfinden des verlorenen guten Objekts
  • »Du verstehst, das Harte unterliegt« (Brecht) Katamnesestudien für das öffentliche Bewusstsein

III Zur Gesellschaft

  • Freud und die Deutschen
  • Friedensbedingungen in Nahost. Zwei Ergebnisse der 6. Nazarethkonferenz auf Zypern 2008
  • Soziale Organisation durch kollektive Vorurteile. Goethes Wahlverwandtschaften als Gesellschaftsmodell der Moderne
  • Lehranalyse und Institution. Ist die Progression des Verstehens im Rahmen des organisierten Vertrauens möglich?
  • Aufarbeitung – Die Besetzung Norwegens im Zweiten Weltkrieg. Kollektives Trauma durch SS-Terror
  • Eine berufliche Biografie In zwei Teilen
  • Aufarbeitung – Fünf subjektive Erfahrungen als Paradigmen einer Potenzialität der Gruppe. Die DPV seit 1984
  • Das Buch der Zukunft. Wilfred Bions Erfahrungen in Gruppen und andere Schriften.

Stimmen zu den Theoretischen Beiträgen Belands

»Belands Hauptinteresse gilt den unbewussten Überzeugungen, die die Psychen und ihre sozialen Gruppen beherrschen und die zu verstehen ihm vor allem mithilfe der Theorien Wilfred Bions gelingt. So ist es wohl kein Zufall, dass Bions Begriff der ›namenlosen Angst‹ hier auch im Titel erscheint. Psychoanalyse als Beruf ist für Beland die Ausübung der ›Alpha-Funktion‹. Das von der Alpha-Funktion geprägte Zuhören muss leidenschaftlich, nämlich intuitiv, warm und intensiv sein, um es mit der ›nameless dread‹ aufnehmen zu können (...)«

Annegret Wittenberger, in der PSYCHE, Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und ihre Anwendungen, 77. Jahrgang, Ausgabe 3, März 2023

Der Autor

Hermann Beland (1933-2025) war Psychoanalytiker und in eigener Praxis in Berlin tätig sowie Supervisor und Lehranalytiker am Berliner Psychoanalytischen Institut – Karl-Abraham-Institut. Darüber hinaus bekleidete er leitende Positionen in der Deutschen und Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung. Er veröffentlichte unter anderem zur Theorie der Psychoanalyse, besonders zur Persönlichkeitsstruktur, zum Traum und zur Psychosomatik und war Mitorganisator von internationalen Gruppenkonferenzen für nationale und internationale Gruppen im Konflikt.

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