Details

Herausgeber Döll-Hentschker, Susanne; Hock, Udo; King, Vera; Storck, Timo; Blüml, Victor (Hg.)
Verlag Klett-Cotta
Auflage/ Erscheinungsjahr 01.09.2025
Format 23.3 × 15.2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 176 Seiten
Gewicht 334
ISBN 9783608976908

Zu diesem Themenband der PSYCHE

Gegenstand dieses Doppelhefts sind psychoanalytische Konzeptionen von Hoffnung und ihre Bedeutung für das Verständnis gesellschaftlicher und individueller Krisen sowie des analytischen Prozesses.

Der Begriff »Hoffnung« blieb in der psychoanalytischen Diskussion lange Zeit zu wenig systematisch beleuchtet, obwohl es sowohl klinisch als auch kulturanalytisch unabdingbar ist, präzise Unterscheidungen zu treffen. Dies betrifft etwa diejenigen zwischen Illusion, Allmachtsfiktion oder oberflächlichem Optimismus einerseits und tragfähiger Hoffnung, die Ungewissheit und Verzweiflung integrieren kann, andererseits.

Gerade für diese – auch philosophisch einschlägig diskutierten – Unterscheidungen sind psychoanalytische Differenzierungen besonders fruchtbar. Woran sind trügerische Hoffnungen erkennbar? Lassen sich psychodynamisch verschiedene Funktionen und Strukturniveaus von Hoffnung bestimmen? Wie können intersubjektive und intergenerationale Dimensionen von Hoffnung gefasst werden? Zugleich geht es um temporale Merkmale bis hin zu Veränderungen von Hoffnung über die Lebenszeit. Was heißt es, angesichts von Umweltzerstörung, Krieg und politischen Verwerfungen womöglich keine Hoffnung mehr schöpfen zu können – und welche Rolle spielt Hoffnung gerade in Zeiten der Krise für die Entstehung des Neuen?

Das Doppelheft wird eröffnet mit einem interdisziplinären Gespräch über zentrale Merkmale und unterschiedliche Konzeptionen von Hoffnung, aber auch über zeitgenössische Relevanz und Herausforderungen der Analyse.

Editorial: Hoffnung in der Krise? Vera King, Heinz Weiß

Debatte: Was heißt Hoffnung in Krisenzeiten?

  • Ein Gespräch zur Philosophie der Hoffnung aus psychoanalytisch-sozialpsychologischer Sicht.
    Vera King, Heinz Weiß, Gunzelin Schmid Noerr, Claudia Blöser, Darrel Moellendorf

Hauptbeiträge

  • Alessandra Lemma: Hoffen auf das »Unverhoffte«
  • Heinz Weiß: Zur Ambiguität der Hoffnung in Zeiten der Krise. Eine psychoanalytische Betrachtung
  • Vera King, Julia Schreiber: Metamorphosen der »guten Hoffnung«
    Zur Psychodynamik von Kinderwunsch und Elternwerden im Kontext der Reproduktionsmedizin
  • Joachim Küchenhoff: Hoffnung in der Zeit. Über das Unabgegoltene, das konstruktiv Dissonante und das Unerwartete
  • Christian Sell: Hoffnung muss Ohnmacht ertragen
    Mediopassive Fähigkeiten in der psychoanalytischen Praxis

Essay

  • Hanna Gekle: Zwischen kreativer Erkenntnis und gewaltsamer Erfüllung: Ernst Blochs »Prinzip Hoffnung« heute

Die Zeitschrift PSYCHE

  • Die PSYCHE bildet die zentralen Kontroversen in der Entwicklung psychoanalytischer Theorie und Praxis ab und prägt sie wesentlich mit. International ausgerichtet, repräsentiert und diskutiert sie Stand und Strömungen der Psychoanalyse, ihrer Forschung und Theoriebildung, Methodologie und Behandlungstechnik sowie ihrer Geschichte
  • Die PSYCHE durchdringt kritisch und unabhängig kulturelle und ästhetische, gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Zeitgemäß rücken Fragen der Klinik verstärkt in den Fokus

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