Details

Autor Olbrich, Dieter
Verlag Kovac, Dr. Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 05.2026
Format 21 × 14.8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 170 Seiten
Gewicht 230
Reihe Schriften zur medizinischen Psychologie, Band 43
ISBN 9783339149428

Zu diesem Beitrag

Jährlich werden in Deutschland ca. 180.000 psychosomatische Rehabilitationsbehandlungen durchgeführt. Kostenträger ist die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Die berufliche Orientierung und der Erhalt der Erwerbsfähigkeit stehen im Fokus. Im Anschluss an die Rehabilitation haben Patienten*innen die Möglichkeit der psychosomatische Reha-Nachsorge, um ihre guten Vorsätze aus der Zeit ihres Klinikaufenthaltes danach auch im Alltag zielstrebig umzusetzen.

Psychosomatische Reha-Nachsorge gibt es seit über 20 Jahren, und ihre Wirksamkeit ist gut belegt. Trotzdem wird sie leider zu wenig genutzt. Nachsorge findet überwiegend in Gruppen mit einem Kontingent von 25 Gruppensitzungen statt. Geleitet werden diese Gruppen von durch die DRV zugelassene Psychotherapeuten*innen. Allgemeine Ziele der Nachsorge beschreibt die DRV in ihrem Rahmenkonzept. Darauf abgestimmte Weiterbildungsangebote oder anschauliche Beispiele aus der Praxis von Nachsorge Gruppen gibt es bislang kaum.

Diese Lücke möchte dieses ganz an der Praxis orientierte Manual schließen helfen.

Das ressourcenorientierte Selbstmanagement mit dem ZRM® (Zürcher Ressourcenmodell) wird in diesem Zusammenhang als besonders geeignet für Reha-Nachsorgegruppen vorgestellt. Keine andere Nachsorgeform hat die Intensität und Dichte, wie die ressourcenorientierte Gruppentherapie. Die zahlreichen Geschichten von Patienten*innen im Verlauf der verschiedenen Phasen des Gruppenprozesses verdeutlichen das. Die lebendig erzählten Fallvignetten zeigen eindrucksvoll, welches Potential zur Veränderung und persönlichen Entwicklung ressourcenorientierte Reha – Nachsorgegruppen haben.

Da die Teilnahme an einer kontinuierlichen Gruppe nicht immer möglich ist, bietet das Praxisbuch auch ein mögliches „Sonst“ an: Die digitale psychosomatische Nachsorge mit der DE-RENA App. Ressourcenaktivierung ist auch hier möglich, aber: Gruppentherapie ist der Goldstandard der Reha-Nachsorge.

Das Buch wendet sich sowohl an Nachsorgetherapeut*innen als auch an Psychotherapeuten*innen mit Interesse an ressourcenorientiertem Arbeiten. Patienten*innen in der psychosomatischen Rehabilitation als auch Interessierte an Gruppentherapie werden dieses Praxisbuch ebenfalls mit Gewinn für sich nutzen können.

Rezensionen

"„Gruppe – was Sonst“ – PatientInnen würden ein Fragezeichen hinzufügen, denn – was geht schon über Einzeltherapie? Nur – das Leben findet in Gruppen statt und das – von Beginn an!

Mit einem Einblick in seine eigene persönliche Geschichte als Kind in einem mittelhessischen Dorf aufwachsend, später als Medizinstudent in Gießen und Heidelberg, beschreibt der Autor Erfahrungen, die ihn als tiefenpsychologischen Psychotherapeuten prägten – in all seinen beruflichen Stationen. Dem Autor gelingt eine so dichte, emotionale Atmosphäre und Ansprache des Lesers, dass der Leser mit Leichtigkeit in jedes weitere Kapitel mitgenommen wird, zumal er sich an der ein oder anderen Stelle, persönlich wiederfinden könnte.

Das Buch beginnt mit einer Reise in die Geschichte der Entwicklung psychotherapeutischer Behandlungs- und Interventionsverfahren in der psychosomatischen Rehabilitation, in der auch deren Wegbereiter (teils Wegbegleiter des Autors) mit ihren Beiträgen gewürdigt werden. Es erläutert sodann sehr eindrücklich den Bruch, den die ab Mitte der neunziger Jahre schwieriger werdenden, teils widersinnigen politischen Rahmenbedingungen für die psychosomatische Rehabilitation bedeutet haben, und der notwendigen Suche nach neuen Konzepten, Behandlungs- und Interventionsansätzen, die Rehabilitation in den Alltag zu bringen. Das mündete schließlich in die Entwicklung der „ressourcenorientierten psychosomatischen Nachsorge.“

Was der Autor als Leiter eines Rehazentrums zunächst für sich selbst entdeckte (Kapitel 3.1 „Der erschöpfte Ärztliche Direktor braucht ein Mottoziel“), namentlich das „Zürcher Ressourcenmodell“ (ZRM®), wurde sodann zur Grundlage seiner Reha-Nachsorge Gruppen. Der Autor, der eben auch Facharzt für Neurologie ist, bietet mit dem ZRM® ein neurobiologisch fundiertes, wissenschaftlich aufbereitetes Verfahren in seinen Reha - Nachsorgegruppen an und erklärt es nahezu laienverständlich in seinen Abläufen und seiner Anwendung. Die vielen prägnanten Fallvignetten lassen das Theoretische lebendig werden. Auch, wenn sich das Buch vorrangig an Fachpersonen wendet, sind die Erläuterungen sowohl für Patient*innen wie für Behandler*innen gleichermaßen interessant und wecken Vertrauen in die Wirksamkeit der Methode.Ebenso gleichsam an Patienten und Therapeuten adressiert finden sich "Ermutigungen" zum „Erwartungsmanagement“ der Patienten an Therapie und Nachsorge als auch der Therapeuten an die Patienten und an die Gruppe. Besteht ein zwar verbal bekundeter Veränderungsauftrag des Patienten oder ist es doch ein eigentlich formaler Versorgungsauftrag, und: ist die Nachsorgegruppe dann nur die „Durchgangsstation“ in einer länger dauernden sozialmedizinischen Geschichte? Wie bei einer solchen Konstellation bestehender Therapieambivalenz eine Klärung mit entwaffnenden, gleichzeitig respekt- und humorvollen Interventionen herbeigeführt werden kann, zeigen erneut einige anschauliche Fallgeschichten. Psychotherapeutische Interventionen können dabei so verblüffend sein, dass nach dem ersten Überraschungsmoment aus Ambivalenz „Auftrag“ wird (Fallbeispiel „Petra“) oder eben doch „Rückzug“ (Fallbeispiel „Klaus“). (...)

Es ist ein praxisnaher, erfahrungsfundierter, leicht und mit Spaß lesbarer Leitfaden für alle, die sich in der psychosomatischen Reha-Nachsorge engagieren oder engagieren wollen. Dieser „Begleiter“ motiviert und mobilisiert den Leser, sich auch immer wieder mit den eigenen „Ressourcen“ zu beschäftigen. Insofern ist das Praxisbuch auch bestens geeignet für Patient*innen in der psychosomatischen Rehabilitation, in der Psychotherapie – oder auch einfach für an Ressourcenorientierung interessierte
Leser*innen.

Prof. Claudia Böwering- Möllenkamp, Honorarprofessorin der Universität Duisburg-Essen und Lehrbeauftragte am Institut für Sozialpolitik und Soziale Arbeit – Fach Sozialmedizin, 1.Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Neurowissenschaftliche Begutachtung (DGNB) - Düsseldorf, Juni 2026

Der Autor

Dieter Olbrich, Dr. med., war nach seiner Facharztausbildungen in Psychotherapie, Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatischer Medizin viele Jahre in der Rehabilitation und zuletzt als Klinikleiter engagiert. Sein besonderer Schwerpunkt war die Analyse beruflicher Problemlagen und deren Berücksichtigung in Therapie und beruflicher Reintegration. Hierzu sind neben der Diagnostik körperlicher und seelischer Beeinträchtigungen von Menschen auch das Erfassen von psychosozialen Belastungen und der Umgang mit Anforderungen in Arbeit und Beruf gleichermaßen bedeutsam. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wurden so eine „Herzensangelegenheit“ und die Begleitung von Menschen in ihrem beruflichen Umfeld der Arbeitsschwerpunkt von Dr. Olbrich. Nach der Begegnung mit Maja Storch und dem ressourcenorientierten Selbstmanagementtraining mit dem ZRM® im Jahr 2007, begann er ab 2008 damit das ZRM®-Training in die medizinische Rehabilitation und Prävention einzuführen.

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