Details

Autor Krasznahorkai, László
Verlag Ammann Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 1991, dt EA
Format 21,5 × 14,0 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten/ Spieldauer 416 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-011551_AQ

›Die Hoffnung ist ein Fehler‹

Zu diesem Roman

Eine kleine Stadt in Südostungarn wird durch die Ankunft eines ominösen Zirkus aus seiner Lethargie gerissen. Hauptattraktion ist ein Herzog mit drei Augen und kaum zehn Kilogramm schwer. Er ist gekommen, um alle zu richten. Die Bewohner der Stadt sind in Aufruhr und versuchen sich vergeblich der Bedrohung zu wiedersetzen. László Krasznahorkai, der Meister der Apokalypse, hat eine schwarze Parabel auf Osteuropa geschrieben.

Stimmen zu diesem Roman

"(...) Vor allem, weil das Buch ein komplexes Nachdenken über Macht und Übermacht ist: Zwangsläufig fühlt man sich an die politische Lage im heutigen Ungarn erinnert, wo die Regierung unter Premierminister Viktor Orban Medien und Kulturinstitutionen mehr und mehr kontrolliert und die Verfassung nach Belieben ändert.

Bei Krasznahorkai ist die Macht der Mächtigen noch brutaler, noch überspitzter - und dennoch ähneln sich die Mechanismen. Im Zentrum der Geschichte steht der arglose Valuska, ein nie erwachsen gewordenes, altes Kind, das sich Abend für Abend in der Kneipe zum Gespött der Trinker macht. Valuska erklärt den Säufern das Universum, und draußen in der Welt schaut er nie zu Boden, sondern immer in die Sterne. Er ist es schließlich auch, der als einziger Bewohner der kleinen Stadt alles sieht und alles versteht, der die Brutalität der Mächtigen und die Aussichtslosigkeit des Widerstands erkennt – und daran zugrunde geht. Es ist kein leichtes Buch, inhaltlich, aber auch stilistisch: Manche Sätze ziehen sich über mehr als eine Seite hin, man braucht eine Weile, bis man sich in die „Melancholie des Widerstands“ eingelesen hat. Aber dann ist man drin. Und dann ist das Buch ein einziger Genuss: weil Krasznahorkai ein literarisches Schlitzohr ist, weil er mit hauchfeiner Ironie und Humor erzählt, weil er menschliches Leben und Leiden so unerbittlich beschreibt, wie man es selten gelesen hat.

Immer wieder fühlt man sich an J.M. Coetzees Jahrhundertbuch „Warten auf die Barbaren“ erinnert, auch eine zeitlose Parabel über menschliche Macht und Paranoia. „Melancholie des Widerstands“ ist einerseits ein Roman alter Schule, andererseits moderner als die modernste Gegenwartsliteratur. Aktuell ist diese rabenschwarze Parabel allemal: Viele sehen Ungarn gerade auf dem Weg in eine Diktatur. Und so schaudert man um so mehr angesichts von Krasznahorkais literarischer Vision, die in seinem Heimatland mehr und mehr zur alltäglichen Wirklichkeit wird."

Besprochen von Martin Becker, auf Deutschlandfunk Kultur, 16.11.2011

Der Autor

László Krasznahorkai, geboren am 5. Januar 1954 in Gyula, ist ein ungarischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Bekanntheit erlangte er durch seinen 1985 erschienenen Debütroman Satanstango, der ebenso wie weitere seiner späteren Romane und Drehbücher durch Béla Tarr verfilmt wurde. Krasznahorkais Werke behandeln oft existenzielle und teils apokalyptische Situationen. 2015 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Im Jahr 2025 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Lieferbarkeit / Erhaltungszustand

Das Archiv der SFB verfügt über ein außergewöhnlich gut erhaltenes antiquarisches Exemplar dieses beeindruckenden Romans, dessen Autor zu recht in 2025 den Literatur-Nobelpreis verliehen bekam. Die Seiten innen ganz frisch und ohne Einträge, anmerkungen etc. Der schutzumschlag gleichfalls sehr gut (s. Fotos) - In dieser Ausgasbenvariante rar und gesucht! 

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