Details
| Autor | Hettche, Thomas |
|---|---|
| Verlag | Kiepenheuer & Witsch |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 12.03.2026 |
| Format | 19.5 × 12.3 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Hardcover |
| Seiten/ Spieldauer | 176 Seiten |
| Gewicht | 250 |
| ISBN | 9783462002041 |
„Eigentliche Liebe findet nur unter Lebendigen statt, die an Macht sich gleich sind und also durchaus füreinander Lebendige, von keiner Seite gegeneinander Tote sind.“
Georg Wilhelm Hegel
Zu diesem Roman
Max stellt künstliche Augen her. Er ist Okularist. In seiner Praxis, über der Flamme des Bunsenbrenners, formt er feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Äderchen, Iris und Pupille. Max weiß von der stillen Sprache der Blicke. An den Blitzschlag der Liebe aber glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefühle in ungekannter Wucht überwältigen.
Anna geht es genauso, doch sie ist verheiratet, und so bleiben den beiden immer nur Tage, das zu leben, was nicht sein darf. Und immer sind da die Erinnerungen, die Träume, die Schatten. Das stürzt Max in Verzweiflung, denn er weiß, er hat seine große Liebe gefunden. Und er ahnt, dass sie ihn auf eine unheimliche Probe stellen wird.
Stimmen zu diesem Roman
»Dass dieser Titel noch frei war, ist im Grunde unvorstellbar. „Liebe“ nennt Thomas Hettche seinen Roman, ganz unverhohlen, dabei handelt es sich hier keineswegs nur um ein Wort, sondern um ein Sujet, das seit den Anfängen schriftlicher Aufzeichnungen herumgeistert und immer Fragen, aber bloß sehr begrenzte Antworten zeitigt. Dieser Autor traut sich etwas. Und nach 165 recht großzügig gesetzten Druckseiten ist zwar alles fast genauso offen wie am Anfang, aber man weiß trotzdem mehr.
Schon in der ersten Szene wird spürbar, dass etwas Ungewöhnliches stattfindet. Ein Sommerfest an der Ostsee, ein gepflasterter Hof mit weiß gedeckten Tischen, „Wickeltaschen, Hochsteckfrisuren, Sommerkleider“, Routine in der Mittelschicht. Max ist 63 und flieht, als der DJ die Musik hochdreht. Er geht auf den Steg zum Wasser. An dessen Ende stehen zwei Liegestühle, und als er sich einen zurechtrückt, sagt eine weibliche Stimme: „Guten Abend.“ Es ist dunkel, man sieht nichts, und das gehört bereits zu dem untergründigen Geflecht, das diesen Text ausmacht. (...)«
»Thomas Hettche ist ein sensibler Kartograf der Liebe. (...) Mit der Liebesgeschichte, die als On-Off-Beziehung beginnt, erzeugt der Autor eine flirrende Intensität.«
Franziska Wolffheim, im Der Tagesspiegel
»Ein Wunder von einem Roman.«
Denis Scheck, auf WDR 3 Mosaik
»›Liebe‹ wirkt kraftvoll angetrieben von einer emotionalen Dynamik, die sich auch auf den Leser überträgt.«
Richard Kämmerling, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung - FAZ
Der Autor
Thomas Hettche wurde in einem Dorf am Rande des Vogelsbergs geboren und lebt in Berlin. Seine Essays und Romane, darunter »Der Fall Arbogast« (2001), »Die Liebe der Väter« (2010), »Totenberg« (2012), »Pfaueninsel« (2014) und »Herzfaden« (2020), wurden in über ein Dutzend Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Premio Grinzane Cavour, dem Wilhelm Raabe-Preis, dem Solothurner Literaturpreis und dem Joseph-Breitbach-Preis. Zuletzt erschien »Sinkende Sterne« (2023).
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