Details

Autor Feige, Daniel Martin
Verlag Meiner, F
Auflage/ Erscheinungsjahr 07.02.2025
Format 21 × 13 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 186 Seiten
Gewicht 245
ISBN 9783787347209

Eine Handvoll Tech-Milliardäre bestimmen in absolutistischer Anmutung die digitale Welt nach eigenen Regeln. Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Sundar Pichai und Elon Musk greifen auf die persönlichsten Daten von hunderten Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu, welche diese freigiebig und freiwillig kostenlos gegen vergleichsweise kleine Benefiz preisgeben. Darüber hinaus werden von den Tech-Größen seit langem alle erreichbaren Daten - Bücher, Dokumente, Baupläne, Firmenkonzepte, Bilder, Töne etc, etc gesammelt, denn diese ´Rohdaten` stellen die unabdingbare Grundlage für das Großprojekt der Künstlichen Intelligenz KI dar. Die neue US-Regierung plant den unregulierten Ausbau Künstlicher Intelligenz. 

In seinem Buch „Kritik der Digitalisierung“ analysiert der Stuttgarter Philosoph Daniel Martin Feige die Gefahren dieser Entwicklung. Wo nur noch instrumentell gedacht und berechnet wird, droht die Kultur der Vernunft auf der Strecke zu bleiben.

Zu dieser Untersuchung

›Digitalisierung‹ ist in aller Munde: Ihre mangelhafte Umsetzung wird ebenso angemahnt, wie vor ihren Folgen gewarnt wird. 

Der Autor Daniel Martin Feige, Professor für Philosophie und Ästhetik an Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, zeigt in seinem Beitrag, dass die mit der Digitalisierung verbundenen Technologien weder neutrale noch unschuldige Mittel zu beliebigen Zwecken sind und soziale Medien keine Orte des Diskurses. Es weist nach, dass wir kulturbezogene Begriffe wie Geist, Denken und Handeln KI-Systemen nicht sinnbewährt zugeschrieben werden können und entsprechende Diskurse, die eine solche Möglichkeit bejahen, einer plastischen Umbieging im Sinne eine Bagatellisierung eben dieser zentralen Begriffe zuarbeiten. - Der Autor entwickelt seine Kritik an der Datifizierung unseres gesellschaftlichen Lebens in drei Schritten: aus technikphilosophischer, anthropologischer und kunstphilosophischer Perspektive. Dabei macht er plausibel, dass Kunst unter den Bedingungen der Digitalisierung eine kritische Rolle erfüllen kann und dass wir auf umstrittene Begriffe wie Autonomie und auch den des ´Genies` nicht unbeschadet verzichten können.

Das Buch bietet zum ersten Mal den systematischen Entwurf einer kritischen Theorie der Digitalisierung. Dass sich vor dem Hintergrund seiner Diagnose sowohl Analysen, die die Digitalisierung bis in die Vor- und Frühgeschichte verlängern, als auch Diskurse, die der Künstlichen Intelligenz die Fähigkeit zu handeln und zu denken zusprechen, als höchst problematisch erweisen, möchte Feige in seinem differenziert argumentierenden Essay aufzeigen.

Inhalt

Einleitung Kritik der Digitalisierung als kritische Theorie der Digitalisierung
Kapitel 1 Technik und Gesellschaft

  • 1.1 Praxis und Wissen
  • 1.2 Instrumentelle Vernunft und Gesellschaft

Kapitel 2 Geist und Künstliche Intelligenz

  • 2.1 Denken und Vernunft
  • 2.2 Handeln und Leben

Kapitel 3 Kunst und Digitalisierung

  • 3.1 Autonomie und Heteronomie
  • 3.2 Genie und Künstliche Intelligenz

Schluss Kunst und Philosophie als Formen der Kritik
Anmerkungen / Literaturverzeichnis / Personenregister

Stimmen zum Buch

"(...) Warnungen gibt es, vor der Macht der Tech-Konzerne, vor dem Ausbau Künstlicher Intelligenz, vor Tech-Milliardären wie Elon Musk und ihrem Machbarkeitswahn. Doch was hier schiefläuft, kann man nur verstehen, wenn man ein Bild hat von der eigenen Vernunft. Davon, wie unser Denken funktioniert.
Warum digitale Systeme das Denken nur nachbauen können. Hier kann Philosophie Klarheit schaffen. Und das gelingt Daniel Martin Feige in seiner „Kritik der Digitalisierung“.

(Feiges) Buch zeigt sehr anschaulich, warum digitale Systeme nur etwas Nachgebautes sind. Warum sie das, was menschliche Vernunft leisten kann, eben nicht leisten, auch nicht die sogenannte Künstliche Intelligenz. Und dass es deshalb fatal ist, wenn wir uns der Logik des Digitalen unterwerfen. (...)

Der entscheidende Mangel: Digitale Systeme können nur instrumentell denken - sofern der Begriff Denken hier überhaupt angebracht ist. Das bedeutet, digitale Systeme können zwar darauf getrimmt werden, definierte Ziele zu erreichen. Doch auch eine anspruchsvolle KI kann nicht das leisten, was für uns ganz selbstverständlich ist: nämlich zu beurteilen, ob das, worauf die Systeme trainiert werden, akzeptabel ist, wünschenswert, gut. Die ganze Welt des vernünftigen Arguments bleibt der KI verschlossen. Das, was sich altmodisch als geistiges Leben bezeichnen ließe. Eine KI kann nicht reflektieren, ob das, was sie ausführt, einem öffentlichen Interesse dient. Ob es gefördert werden sollte - oder politisch reguliert - oder verboten. Sie kann Probleme nicht moralisch diskutieren, unter Verweis auf Geschichte, Religion, Ethik oder Philosophie."

Aus einer Besprechung auf SFB-Kultur vom 10.02.2025

Der Autor

Daniel M. Feige ist Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seine Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind die philosophische Ästhetik und die philosophische Anthropologie in ihrem Bezug zu klassischen Fragen der praktischen wie theoretischen Philosophie. Letzte Veröffentlichungen: Die Natur des Menschen. Eine dialektische Anthropologie (2022); Philosophie der Musik (2024); Kritik der Digitalisierung (2024).

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