Details
| Autor | Weizenbaum, Joseph (1923-2008) |
|---|---|
| Herausgeber | Sander, Klaus (Regie, Aufnahmetechnik) (Hg.) |
| Verlag | supposé |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 10.2003 |
| Format | 12.5 × 14 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | 2 Audio-CDs |
| Seiten/ Spieldauer | 116 Minuten |
| Gewicht | 120 |
| ISBN | 9783932513404 |
Aufnahme und Schnitt: Anja Theismann, Mastering: Andi Thoma, St. Martin Tonstudio Düsseldorf, Produktion: supposé 2003
Zu diesem Tondokument
Joseph Weizenbaum, geboren 1923 in Berlin und 1936 in die USA emigriert, studierte Mathematik und lehrte seit 1963 als Professor für Computerwissenschaften am MIT in Cambridge, Massachusetts. Durch sein berühmt gewordenes Sprachanalyseprogramm "Eliza" selbst zu einem Pionier der Computergeschichte avanciert, ist Weizenbaum immer auch die warnende, prophetische Stimme eines Prozesses, der den Menschen in die Programmatik seiner Apparate, unter die Übermacht der Maschinen zwingt. Er zeigt in seiner ingeniösen, packenden Art, wie das Werkzeug sich gegen den Schöpfer kehrt und das Menschliche in der Technokratie abdanken muß. Der Glaube, dass Gehirn und Computer sich schlichtweg ineinander übersetzen lassen, führt zur Selbstaufgabe des Menschen, in eine neue Unmündigkeit und letztlich aus der Verantwortung. Ohne Verantwortung aber wird der Mensch nicht überleben.
Stimmen zu dieser Audio-CD
"Weizenbaum ist ein begnadeter Geschichtenerzähler: Fast spielerisch verdichtet sich erlebtes Leben zu wissenschaftsethischen Grundfragen unserer Zeit. Seine Erzählweise ist schlicht atemberaubend. Eine ebenso spannende wie unterhaltsame Doppel-CD, ein hinreißendes Erkenntnis stiftendes Hörerlebnis!"
börsenblatt
"Auf der Doppel-CD Krieg ist der Feind. Die Verantwortung des Wissenschaftlers erzählt Joseph Weizenbaum, einer der berühmtesten Computerwissenschaftler und zugleich auch die kritischste warnende Stimme vor aller Technikgläubigkeit, von seinem Leben als Forscher, das eng verknüpft ist mit der Geschichte des Computers. Er entlarvt die Falschheit der Argumente des Nichtwissens. Weizenbaum weiß wovon er spricht. Er ist Vater von vier Kindern, reich an Lebenserfahrung und an Wissen. Man hört ihm gerne zu, wenn er erzählt (....)"
Dorothea Breit, WDR 3 Mosaik
"Welche persönliche Verantwortung trägt der einzelne Forscher für sein Handeln, welche für die Verwertung seiner Erkenntnisse? Das hat den Mathematiker Joseph Weizenbaum, der als jüdischer Emigrant am MIT in Cambridge zum Pionier des Computerzeitalters wurde, ein Leben lang beschäftigt. In einem kürzlich erschienenen Hörbuch des supposé Verlages schildert Weizenbaum, mit welchen Fragen er sich konfrontiert sah, als er die Arbeit am MIT aufnahm, einem Institut, das einerseits für seinen freien Geist berühmt ist, andererseits aber auch auf Forschungsgelder des Militärs angewiesen ist. Als er erkannte, dass mit der Entwicklung bestimmter Formen künstlicher Intelligenz das Menschliche in der Technokratie abzudanken droht, entwickelte sich der Mathematiker zunehmend zum Mahner. Eine Entsscheidung die ihm zeitweise die Exkommunikation aus der Priestergilde der Forschungselite eintrug. Dass Weizenbaum neben vielem anderen auch ein grosser Geschichtenerzähler ist, stellt er in diesem Hörbuch grandios unter Beweis."
Thomas Nachtigall, WDR 3 Gutenbergs Welt
Der Autor
Joseph Weizenbaum (* 8. Januar 1923 in Berlin; † 5. März 2008 ebenda) war ein deutsch-US-amerikanischer Informatiker sowie Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker. Von 1963 bis zur Emeritierung lehrte er als Professor am Massachusetts Institute of Technology. Weizenbaum bezeichnete sich selbst als Dissidenten und Ketzer der Informatik. -Die jüdische Familie emigrierte 1936 von Bremen aus in die USA. Dort studierte Weizenbaum ab 1941 zunächst Mathematik an der Wayne State University in Detroit, Michigan. Das Studium unterbrach er 1942 aufgrund seines Dienstes in der meteorologischen Abteilung der United States Army Air Forces im Zweiten Weltkrieg.
1946 nahm er sein Studium wieder auf und schloss es 1950 mit dem Master ab. Danach wurde er an der Fakultät für Mathematik wissenschaftlicher Assistent beim Entwurf, Bau und Betrieb eines Großrechners. Von 1952 bis 1963 arbeitete Weizenbaum als Systemingenieur im Computer Development Laboratory der General Electric Corporation und war dort an der Konzeption des ersten Computer-Banksystems beteiligt. 1963 begann er seine Tätigkeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT), zunächst als Associate Professor und ab 1970 als Professor für Computer Science. Er arbeitete in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre am Aufbau des Arpanet, einem Vorläufer des Internets.[
1966 veröffentlichte Weizenbaum das Computerprogramm ELIZA, mit dem er die Verarbeitung natürlicher Sprache durch einen Computer demonstrieren wollte. Eliza wurde als Meilenstein der „künstlichen Intelligenz“ gefeiert, seine Variante Doctor simulierte das Gespräch mit einem Psychologen. Es schien den Turing-Test zu bestehen, da viele Benutzer nicht merkten, dass sie mit einer Maschine kommunizierten. Weizenbaum war entsetzt, wie ernst viele Menschen dieses relativ einfache Programm nahmen, indem sie im Dialog intimste Details von sich preisgaben. Dabei war das Programm nie darauf hin konzipiert, einen menschlichen Therapeuten zu ersetzen. Durch dieses Schlüsselerlebnis wurde Weizenbaum zum Kritiker der gedankenlosen Computergläubigkeit. Heute gilt Eliza als Prototyp für moderne Chatbots.
Seit dieser Zeit mahnte Weizenbaum den kritischen Umgang mit Computern und die Verantwortung des Wissenschaftlers für sein Tun an. Besonders betonte er, die eigentliche Entscheidungsgewalt müsse immer in menschlicher Hand bleiben, auch wenn künstliche intelligente Systeme als Hilfsmittel zur Informationsbeschaffung herangezogen werden. Weizenbaums 1972 formulierte Fragen bezüglich des gesellschaftlichen Nutzens von Anwendungen künstlicher Intelligenz werden als Weizenbaum-Test bezeichnet. - Ab 1996 lebte Weizenbaum wieder in Berlin-Mitte, in der Nähe einer seiner Töchter, unweit der ehemaligen elterlichen Wohnung. (Quelle: Gekürzt aus Wikipedia)
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