Details

Autor Parnass, Peggy (1927-2025)
Herausgeber Do Régo Silva, Tia (Hg.)
Verlag Schwarze Kunst
Auflage/ Erscheinungsjahr 2012
Format 24 × 32,5 cm (4°)
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Leinwand mit Titelprägung
Seiten/ Spieldauer 100 Bl. (unpaginiert)
Abbildungen Durchgehend farbig illustriert
Reihe Die Holzschnittbücher, Band 9
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-004206_VZ

Ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst 2013 als eines der schönsten Bücher. - Hier ein exklusives Exemplar, welches auf dem Vorsatz von Peggy Parnass und Tia do Régo Silva signiert wurde. - Zudem liegt unserer Ausgabe eine von der Künstlerin signierte farbenprächtige Originalgrafik bei.

Zu dieser Künstlerausgabe

In diesem besonderen Buch für Jugendliche und Erwachsene erzählt Peggy, (Jg. 1934), die bewegende Geschichte ihrer Kindheit im Dritten Reich: 1939 wurde sie mit ihrem vierjährigen Bruder mit einem Kindertransport nach Stockholm geschickt. Ihr Vater war Pole, die Mutter Hertha, Halbportugiesin; beide sah sie nie wieder: die Eltern wurden in Treblinka von den Nazis ermordet.

Die leuchtenden Farbholzschnitte der brasilianischen Künstlerin Tita do Rêgo Silva stehen im Kontrast zum Inhalt und verleihen ihm damit eine noch größere Intensität.

Dieses Künstlerbuch erschien 2013 als eine limitierten Vorzugsausgabe in der Hamburger Handpresse ´Schwarze Kunst` und wurde von der Stiftung Buchkunst als eines der 'schönsten Bücher' 2013 ausgezeichnet. - Später publizierte der S. Fischer Verlag eine im Format stark verkleinerte und preisgünstige Taschenbuch-Ausgabe, die ebenfalls längst vergriffen ist.

Peggy Parnass arbeitete als Sprachlehrerin, Filmkritikerin, Kolumnistin und Dolmetscherin für die Kriminalpolizei, spielte in Film und Fernsehen. Siebzehn Jahre lang schrieb sie Gerichtsreportagen für die linke Zeitschrift »Konkret«.

Die Illustrationen der Künstlerin sind eine Reminiszenz an ihre brasilianische Heimat, wo religiöse Mythen und Bräuche nicht nur allgegenwärtig sind, sondern von den Menschen auch als Realität wahrgenommen werden. Kongenial ergänzen die beiden Statements - Wort und Bild - einander in diesem wirklich exquisiten, großformatigen Handpressendruck, der beim Verlag längst vergriffen ist.

Die Holzschnitte zu diesem Band wurden von den Holzstöcken gedruckt im Museum der Arbeit, Hamburg.

Stimmen zu dieser Ausgabe

"(...) „Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete“ nimmt seine Leser ernst. Peggy Parnass versammelt junge Menschen um dieses Buch und erzählt ihre eigene Geschichte. Sie spricht dabei Menschen jeden Alters an, da es ihr sprachlich gelingt an die alte Tradition der mündlichen Überlieferung anzuknüpfen. Man hat nicht das Gefühl, ein Buch zu lesen, wenn man ihren Worten folgt. Man sieht sich ihr gegenüber sitzen und fühlt, wie intensiv die Reise in die Vergangenheit für sie sein muss. (...)"

Aus `dem Internet-Blog ´AstroLibrium - Die kleine literarische Sternwarte

"(...) „Kindheit“ wird das Buch heißen. Nur: Kindheit - Eine solche Auflage zu drucken, das verlangt eine ordentliche Druckmaschine. Und so geht es den Sommer über immer wieder ins Museum der Arbeit nach Barmbek, wo die entsprechende Druckwerkstatt zur Verfügung steht und wo Klaus Raasch schon so manches Werk gedruckt hat. Etwas abseits sitzt Tita an einem Tisch, schneidet an der nächsten Druckvorlage. Hin und wieder knetet sie sich einzelne Finger. „Das Schneiden geht ganz schön auf die Hände“, erzählt sie. „Ich beeile mich schon“, sagt sie, als Klaus kurz vorbeiguckt. „Komm, lass dir Zeit“, sagt der, schlendert wieder von dannen, während im Hintergrund die Druckmaschine rattert.

So verging der Sommer. Mit diversen Druckgängen und Milchkaffeepausen. Nun aber soll das Buch erscheinen, passend zum Herbst. Klaus stürmt durch die Tür, leicht verspätet, hält dafür ein Paket in der Hand. Nicht das ganze Buch hat er mitgebracht, aber schon mal den Umschlag! In einem warmen, weichen Gelb gehalten. Tita fährt mit dem Zeigefinger sachte über das Leinen. Der Titel müsse noch eingeprägt werden. „Kindheit“ wird das Buch heißen. Nur: Kindheit. Klaus überschlägt die kommenden Tage: Gleich Anfang der Woche kann er das Buch vom Buchbinder holen; dann kann es hinaus in die Welt. Und Peggy? Peggy sieht Tita an und sagt: „Ach Tita, du bist eine wunderbare Künstlerin.“

Aus einer umfassenden Buchvorstellung von Frank Keil, veröffentlicht in Hins&Kunz - Das Hamburger Strassenmagazin, 6.10.2022

Die Autorin

Ruth Peggy Sophie Parnass (geboren am 11. Oktober 1927 in Hamburg; gestorben am 12. März 2025 ebenda) war eine deutsch-schwedische Schauspielerin, Kolumnistin, Gerichtsreporterin und Autorin.

Leben und Wirken: Ihr Vater Simon Parnass (geboren 1879) und ihre Mutter Hertha Parnass, geb. Emanuel (geboren 1906), wurden aufgrund ihrer jüdischen Herkunft 1942 im Vernichtungslager Treblinka von den Nationalsozialisten ermordet. Nach ihnen wurde im September 2023 der Parnass-Platz im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel benannt. 1939 wurde Parnass als Kind mit ihrem vierjährigen Bruder Gady mit einem Kindertransport nach Stockholm gebracht. In den folgenden sechs Jahren lebte sie in zwölf verschiedenen Pflegefamilien. Kurz vor Ende des Krieges kamen die Kinder zu einem Onkel nach London, der als Einziger aus der Familie durch Flucht überlebt hatte. Dort lebte sie drei Jahre zusammen mit ihrem Bruder, der später Engländer wurde, während Peggy zurück nach Schweden ging und die schwedische Staatsbürgerschaft annahm. Dort gebar sie 1951 auch ihren Sohn Kim, der in jungen Jahren als Schauspieler tätig war.

Parnass studierte in Stockholm, London, Hamburg und Paris. Seit ihrem 14. Lebensjahr erarbeitete sie sich ihren Lebensunterhalt durch ihre Sprachkenntnisse als Sprachlehrerin, Filmkritikerin, Kolumnistin und Dolmetscherin für die Kriminalpolizei. Sie arbeitete als Schauspielerin in Film und Fernsehen und übersetzte Märchen. Sie schrieb 17 Jahre lang Gerichtsreportagen für die Monatszeitschrift konkret. Sie hielt Lesungen auch aus ihren Büchern, sang an Theatern in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg, arbeitete für Rundfunk und Fernsehen (SFB-Porträt, Interviews, Diskussionen). - Ihre Wohnung in Hamburg-St. Georg, in der sie seit den frühen 1970er Jahren lebte, prägten zahlreiche Fotografien von prominenten Persönlichkeiten wie Udo Lindenberg, den Beatles und dem Dichter Peter Rühmkorf.[2] Udo Lindenberg verdankte sie den Spitznamen „Peggy Panther“. Seit einem Sturz im Jahr 2019 lebte sie in einem Hamburger Seniorenstift.

Peggy Parnass war eine engagierte Antifaschistin, die sich stets kompromisslos für die Schwachen und gegen jede Form von Ungerechtigkeit einsetzte. Aufgrund ihrer klaren Haltung gegen § 175 des Strafgesetzbuchs wurde sie früh zur wichtigen Stimme des Homosexuellenmilieus Hamburgs, insbesondere im Stadtteil St. Georg. Peggy Parnass gilt als Ikone der Schwulenbewegung. Sie war Mitglied der Gewerkschaft ver.di. Parnass wurde am 18. März 2025 auf dem Jüdischen Friedhof Ohlsdorf beigesetzt. (Quelle: gekürzt aus Wikipedia)

Lieferbarkeitshinweis / Erhaltungszustand

Die SFB-Kunstabteilung verfügt über ein sehr gut erhaltenes Exemplar dieser beeindruckenden bibliophilen Ausgabe, welche von der Autorin und der Künstlerin auf dem Vorsatz signiert wurde (s. Fotos). - Unserem Exemplar liegt eine prachtvolle Originalgrafik im doppelseitigen Blattformat bei, die ebenfalls signiert ist. - Sehr schön und selten!

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