Details

Autor Hesse-Marx, Carola
Auflage/ Erscheinungsjahr 31.12.2025
Format 24 × 17 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 458 Seiten
ISBN 9783955584009

Zu diesem Beitrag

Wenn man in die Menschheitsgeschichte zurückblickt, finden sich immer wieder imposante, großartige Zeugnisse menschlicher Kreativität und kultureller Entwicklungen, die nicht zuletzt angetrieben wurden in dem Bestreben, dem in den überall lauernden Todesgefahren - Kriege, Seuchen, Naturgewalten - ganz entschieden das Leben in seinen vielen lebensbejahenden Formen entgegenzusetzen: In den Künsten, in der Architektur, in der permanenten Verfeinerung der zu Gebote stehenden Überlebensmittel; nicht zuletzt in tragfähigen Gemeinschaften.

Das habe sich inzwischen radikal geändert, konstatiert die in München wirkende Psychoanalytikerin Carola Hesse-Marx in ihrem Buch: Mittlerweile setze der postmoderne Mensch dem Leben den Tod entgegen. Dass der Mensch nicht länger nur stolz auf die immer ausgetüftelteren Werkzeuge und Handhaben sei, sondern sich vielmehr mit eben diesen Werkzeugen identifizier, habe es niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte gegeben.

Es ist das Unheimlichste, das dem Menschen auf seiner langen evolutiven Suche nach sich selbst bisher eingefallen ist. Warum konstruieren Menschen Maschinen, die wie Menschen aussehen, technisierte Puppen, sogenannte »Humanoide Roboter« und sogenannte »Androide«, und technisierte Bilder, sogenannte »Avatare«, und behaupten, diese seien in nächster Zukunft der bessere Mensch? Warum löscht der postmoderne Mensch seine Natur, die das Leben ist, aus und ersetzt Leben durch – biologisch, psychisch und geistig – Totes?

Die Psychoanalytikerin Carola Hesse-Marx geht der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass sich Menschen anstatt mit dem Leben, mit lebloser Materie identifizieren. Und sie geht der Frage nach, warum das technisch konstruierte Wahngebilde destruktiver Narzissten gesellschaftlich als Fortschritt anerkannt wird.

Inhalt

1. Vorwort
2. Der Grund

TEIL A - GEGENWART: Beschreibung unserer psychischen Wirklichkeit: Der tödliche Hass gegen die Natur, die das Leben ist

I. Künstliche »Intelligenz« und Klimakatastrophe, die beiden Seiten eines und desselben Phänomens: des vollständigen Verlustes des Empfindens von Ehrfurcht vor dem Leben

  • Kapitel 1 Fragmentierung und Vermassung
  • Kapitel 2 Die Entzauberung des psychotisch magischen Fetischs »Künstliche Intelligenz«
  • Kapitel 3 Unsere Gegenwart wurzelt in unserer Vergangenheit, unsere kleine Geschichte in der großen Geschichte. Es gibt keine »Stunde Null«
  • Kapitel 4 Die Folgen der destruktiven Virilität des einseitigen Patriarchats, mit dem sich ebenso viele Frauen identifizieren, wie Männer sich davor fürchten
  • Kapitel 5 Der Prozess der Individuierung: Die psychische und geistige Entwicklung einer eigenen inneren Stimme und der empathisch selbst erkennende Blick
  • Kapitel 6 Die psychische Identität des Menschen: Homo sapiens bedeutet Homo Creator. Was weiß der Mensch eigentlich im Gegensatz zum Tier?
  • Kapitel 7 Logos bedeutet Sinn
  • Kapitel 8 Emanzipation und Selbstverwirklichung
  • Kapitel 9 Störfaktor Kind
  • Kapitel 10 Die technisch betriebene Verschmelzung vonm Phantasie, Traum und Wirklichkeit
  • Kapitel 11 Vom Wunschtraum zum Albtraum
  • Kapitel 12 Der grundlegend verfehlte Bildungsauftrag des deutschen Bildungssystems: Wissen ist Macht und Zeit ist Geld. Das unmenschliche Ideal: problemloses Funktionieren
  • Kapitel 13 In einer kranken Psyche fehlentwickelt sich ein kranker Geist. Ideal der Leblosigkeit
  • Kapitel 14 Ist der Mensch von Grund auf böse?

TEIL B - DIE IDENTITÄT DES MENSCHEN

I. DIE MENSCHLICHE PSYCHE

  • Kapitel 1 Homo Creator – Die Schöpferischkeit des Menschen
  • Kapitel 2 Wenn die Seele krank ist

TEIL C - VERGANGENHEIT: EINBLICK IN UNSERE GRAUE VORZEIT

I. UNSERE GESCHICHTE VOR UNSERER GESCHICHTE

  • Kapitel 1 Das aus dem Naturgesetz herausgefallene Menschentier ist sowohl Natur als auch Nicht-Natur, nämlich Psyche
  • Kapitel 2 Das Wunder des Lebens: Das psychische Empfinden von Ehrfurcht vor dem Leben

II. DER WEITE BLICK ZURÜCK INS PALÄOLITHIKUM – MENSCHWERDUNG: DIE CONDITIO HUMANA

  • Kapitel 1 Die Geburt der menschlichen Psyche – Die Symbolisation der Welt
  • Kapitel 2 Die Höhle von Cro-Magnon – Die frühesten Kunstwerke der Menschheit
  • Kapitel 3 Die Steinzeitgöttin – die Herrin über Pflanzen, Tier und Mensch
  • Kapitel 4 Das Ur-Matriarchat – Der Blick in eine uns vollkommen fremde Welt, in der das männliche Prinzip nicht existierte
  • Kapitel 5 Symbiose und Separation. Die dialektische Gegensatzspannung des Lebensprinzips des Bewahrens und Veränderns. Die psychische Geburt des Männlichen aus dem zweigeschlechtlichen weiblichen Ur-Rund

III. DER BLICK ZURÜCK IN DIE ÄGYPTISCHE UND GRIECHISCHE ARCHAISCHE ANTIKE WELT

  • Kapitel 1 Die archaischen Urgründe des abendländischen Denkens: Die Entwicklung einer eigenen inneren Stimme
  • Kapitel 2 Mythologien – Mythos: Das Wort, Logos: der Sinn, Mythologie: der Wortsinn
  • Kapitel 3 Schriftsprache und Klangsprache
  • Kapitel 4 Die Emanzipation der Geschlechter

Dank // Literatur

Die Autorin

Carola Hesse-Marx, Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und Gruppenanalytikerin, niedergelassen in eigener Praxis, Lehrtätigkeit in verschiedenen Münchener Ausbildungsinstituten, Spezialisierung als psychoanaly­tische Psychosentherapeutin auf dem Gebiet der psychogenen schizophrenen Erkrankungen bei Prof. Gaetano Benedetti, Basel; zuvor fünfjährige psychotherapeutische Tätigkeit im Sozialpsychiatrischen Dienst, Weiterbildung in Ego-State-Therapie. Verschiedene Artikel in Fachzeitschriften.

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