Details
| Herausgeber | Nissen, Bernd; Zeitzschel, Uta; Hegener, Wolfgang; Karacaoglan, Uta (Hg.) |
|---|---|
| Verlag | Psychosozial-Verlag |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 08.2026 |
| Format | 14,8 cm × 21,0 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 272 Seiten |
| Reihe | Jahrbuch der Psychoanalyse, Band 93 |
| SFB Artikelnummer (SFB_ID) | 0075-2363_JB-93 |
Zu diesem Themenband der Reihe
Im Unbewussten herrscht der Primärprozess. Dann kann es im Unbewussten, da z. B. keine Kausalität ordnet, keine chronologische Zeitlichkeit geben. Dann kann es auch, da z. B. Menge und Teilmenge nicht logisch geschieden sind, keine klassische euklidische Räumlichkeit geben. Sind also Zeitlichkeit und Räumlichkeit mit Sekundärprozess und Realitätsprüfung verbunden, damit im Bewussten und Vorbewussten angesiedelt? Wie kommen sie dahin? Entstehen sie dort oder gibt es eine Interdependenz zwischen den Funktionsweisen des Vorbewussten und Bewussten und Zeit- und Raumvorstellung? Welche Rolle spielen das Objekt und interpsychische Dynamiken? Solche Fragen werden theoretisch und klinisch untersucht.
Zugleich wird eine Annäherung an diese Fragen ausgehend von klinischen Beobachtungen versucht. Korrelieren spezifische psychische Störungen mit solchen des Zeit- und Raumerlebens? Vielleicht sollten wir Verunsicherungen im zeitlichen und räumlichen Erleben stärker beachten, da sie auf verborgene Konflikte und Traumata verweisen können. Primärprozesshafte Inhalte im analytischen Material lassen sich häufig über verzerrte Zeit- und Raumvorstellungen aufspüren.
Zwei weitere Hauptbeiträge kreisen nicht um Zeit und Raum, sondern setzen sich mit den Arbeiten Judith Le Soldats auseinander. Der »ödipale Raubmord« führt für Dominic Suter und Elisabeth Geiger nach der Wiederholung der Tat beim Analysanden zu mächtiger Rächerangst in der Übertragung und entsprechenden Gegenübertragungsreaktionen. Monika Gsell und Ralf Binswanger setzen sich mit der Frage auseinander, wie mit Judith Le Soldats Theorie behandlungstechnisch gearbeitet werden kann, und grenzen ihre technischen Überlegungen kritisch ab. In der Rubrik »Was fällt denn Ihnen ein – zu Sigmund Freud« zeigen wir eine Zeichnung von Daniel Richter.
Aus dem Editorial der HerausgeberInnen
Die Beiträge des Bandes
- Bernd Nissen, Uta Zeitzschel, Wolfgang Hegener, Uta Karacaoğlan
Die Beiträge
- Maria Rhode: »Als ich tot war« - Aspekte der Zeit- und Raumerfahrung bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen
- Joshua Durban: Im sinnlichen Moment schwebend, in die Leere versunken. Zeit und Raum bei Autismus in drei klinischen Untergruppen
- Tomas Plänkers: Psychischer und psychoanalytischer Raum. Eine epistemologische und praktische Kritik des Online-Settings
- Uta Zeitzschel: Intrauterines Leben und extrem kleine Frühgeborene auf der Neo-Intensivstation. Rhythmen als Vorformen des Zeiterlebens?
- Bernd Nissen: Zeit, Raum, Raumzeit
- Heribert Blass: Seelische Raumzeit in psychoanalytischen Zeiträumen
- Stephan Hau: Zeit: linear, zirkulär, statisch oder fragmentiert? - Überlegungen zu psychoanalytischen Konzepten des Zeiterlebens
- Thomas H. Ogden: Die Konzepte des Unbewussten und der analytischen Zeit neu durchdenken
- Dominic Suter, Elisabeth Geiger: Die Meuterei. Ein Beispiel für den Abschluss einer Analyse basierend auf der Theorie von Judith Le Soldat
- Monika Gsell, Ralf Binswanger: Primat der Metapsychologie oder der Technik? Zur klinischen Arbeit mit Judith Le Soldats Ödipus-Theorie
Forum
- Daniel Richter: Was fällt denn Ihnen ein – zu Sigmund Freud Zeichnung
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