Details

Autor Hegener, Wolfgang
Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 02.2017
Format 21 × 14.8 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 251 Seiten
Gewicht 376
ISBN 9783837926538

Zu diesem Buch

Ausgehend von Freuds ´Traumdeutung` und dessen Anmerkung, er behandle den Traum »wie einen heiligen Text«, skizziert Wolfgang Hegener in der vorliegenden Studie systematisch den Einfluss der Kultur und Tradition des rabbinisch-talmudischen Judentums auf Freuds Werk. Hegener stellt damit insbesondere heraus, welche grundlegende Bedeutung diesem vergessenen Erbe für die Methode des psychoanalytischen Verstehens zukommt.

Damit liefert Hegener eine neue Interpretation des Verhältnisses von Judentum und Psychoanalyse und grenzt sich von Positionen ab, die Freud in der Tradition des aufgeklärten und des Reformjudentums sehen. Die Zugangsweise des Autors eröffnet dabei ganz neue Einsichten in Freuds Verständnis von Religion und Religionsgeschichte, etwa im Hinblick auf die eminente Bedeutung der Schuld, die dieser für das »wichtigste Problem der Kulturentwicklung« hielt.

Inhalt

Einleitung

  • Die jüdische Text- und Schrifttradition oder der Imperativ der Interpretation
  • Vorbemerkung
  • Midrasch - Exkurs: Christliche und jüdische Auslegungstraditionen –
  • Allegorie, Typologie, vierfacher Schriftsinn, PaRDeS
  • Mischna - Der Talmud: Zum Verhältnis von mündlicher und schriftlicher Tora

»... das haben wir behandelt wie einen heiligen Text« (Freud) - Die Traumdeutung als Form jüdischer Hermeneutik

  • Einleitung: Zur Logik der Entstellung
  • »... an welche Tradition in der Auffassung der Träume ich anknüpfen möchte« – Zur Frage der Herkunft der Freud’schen Methode
  • Das Lesen der Bibel und das Lesen Freuds
  • Exkurs: Die Philippson-Bibel im Spannungsfeld zwischen jüdischer Tradition und protestantischer Bibelkritik
  • »Es gibt keinen Traum ohne seine Deutung« – Zur konstitutiven Bedeutung der Beziehung für die Traumdeutung
  • »... die ältesten Kindererlebnisse nicht mehr als solche zu haben sind« – Traum und Übertragung
  • Das Judentum als kulturelle Matrix der Psychoanalyse oder zur Hermeneutik des Exils
  • Traum und Talmud als Formen a-topischer Schrift.

Freud, ein hellenischer Heide und atheistischer Aufklärer? - Oder: Wie jüdisch ist die Psychoanalyse?

  • Einleitung - Freud und die Antike
  • Freud und die (jüdische) Aufklärung
  • Erneut: Freud und das talmudische Judentum

Schuld – Elemente einer Urgeschichte der Subjektivität

  • »... die etwa der Endgestaltung in unserer heutigen weißen, christlichen Kultur entspricht« – Freuds Religionskritik als Kritik des Christentums
  • »... das wichtigste Problem der Kulturentwicklung« – Paranoid- schizoide oder depressive Verarbeitung des Schuldgefühls
  • Zur Konstitution des Subjekts durch die Schuld – Figuren jüdischen und psychoanalytischen Denkens »... und wir haben ihn umgebracht« (Nietzsche) – Der Tod Gottes als Konsequenz der Schuldabwehr
  • Kurzer Epilog: Szenisch-performative Didaktik oder was das Lehren der Psychoanalyse und das talmudische Lernen gemeinsam haben

Literatur

Der Autor

Wolfgang Hegener, Dr. phil., Dipl.-Psychologe, geboren 1964, arbeitet als psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis in Berlin und ist Psychoanalytiker in Ausbildung. Arbeitsschwerpunkte: Zum Verhältnis von Philosophie und Psychoanalyse, Theorie und Geschichte der Geschlechterverhältnisse. Zahlreiche Veröffentlichungen.

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