Details
| Autor | Ariès, Philippe |
|---|---|
| Herausgeber | Lepenies, Wolf (Hg.) |
| Verlag | dtv |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 01.10.1998 |
| Format | 19,1 × 12,4 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 588 Seiten |
| Gewicht | 490 |
| Reihe | dtv Sachbuch, Band 30138 |
| ISBN | 9783423301381 |
Zu dieser TB-Ausgabe
Die soziale, rechtliche und kulturelle Entwicklung der Familie und der Erziehung in Europa seit dem 15./16. Jahrhundert
Die Abgrenzung zwischen Kindern und Erwachsenen hat das Mittelalter nicht gekannt: Kinder lebten, sobald sie sich allein fortbewegen und verständlich machen konnten, mit den Erwachsenen, waren kleine Erwachsene. Was wir »Familie« nennen – die Gemeinschaft von Eltern und Kindern –, entwickelte sich in Europa erst im 15. und 16. Jahrhundert allmählich aus den größeren Sippen- und Stammesverbänden; sie wird dann zu einer moralischen Institution. Diese und andere grundlegende und oft überraschende Erkenntnisse gewinnt Ariès aus seinem Studium der sozialen, rechtlichen und kulturellen Entwicklung der Familie und der Erziehung. Er findet sein Material nicht in den Theorien und Programmschriften und den Äußerungen der Maßgebenden, sondern hauptsächlich in den vielfältigen, oft stillen Zeugnissen des Alltagslebens aller Volksschichten.
Inhalt
Vorwort zur deutschen Ausgabe
Einleitung
Erster Teil Die Einstellung zur Kindheit
- 1. Die Lebensalter
- 2. Die Entdeckung der Kindheit
- 3. Die Kleidung des Kindes
- 4. Kleiner Beitrag zur Geschichte der Spiele
- 5. Von der Schamlosigkeit zur Unschuld
- Schlußbemerkung - Die beiden Einstellungen zur Kindheit
Zweiter Teil Das Schulleben
- 1. Junge und alte Schüler im Mittelalter
- 2. Eine neue Institution: Das Kolleg
- 3. Die Anfänge der Schulklassen
- 4. Die Altersklassen
- 5. Die Fortschritte der Disziplin
- 6. Vom Externat zum Internat
- 7. Die >Petites tcoles<
- B. Die Härte des Schullebens
- Schlußbemerkung - Die Schule und die Dauer der Kindheit
Dritter Teil Die Familie
- 1. Familienbilder
- 2. Von der mittelalterlichen zur modernen Familie
- Schlußbemerkung - Familie und Sozialität
Schlußbetrachtung
Anmerkungen
Stimmen zum zum Buch
(...) »Das Großartige an Ariès' Buch ist die Fülle des historischen Materials und der häufig neuen Beobachtungen. Daß das Buch für jeden Interessierten spannend zu lesen ist und nicht in eine Aufzählung von Fakten zerfällt, liegt daran, daß Ariès weder eine Ideen- noch eine Institutionen- oder Sittengeschichte schreibt, sondern eine Geschichte der Bedeutungen, Gefühle, Einstellungen, die sich in bildlichen Darstellungen und Texten und in den Einzelheiten des Lebens von Kindern und Erwachsenen bekunden.« (...) (Frankfurter Rundschau)
Der Autor
Philippe Ariès (1914-1984) war ein französischer Mediävist und Historiker. Seine frühen Werke sind von der historischen Demografie geprägt, später verfolgte er einen mentalitätsgeschichtlichen Ansatz. Seine Bücher über die Geschichte der Kindheit und die Geschichte des Todes waren international erfolgreich. Ariès war ein persönlicher Freund Michel Foucaults.
Der Herausgeber
Wolf Lepenies, geboren 1941, seit 1986 Rektor des Wissenschaftskollegs und Professor für Soziologie an der FU Berlin. Träger des Karl-Vossler-Preises und des Alexander-von-Humboldt-Preises. 1991/92 Inhaber der Chaire Européenne am Collège de France, Ehrendoktor der Sorbonne, Offizier der französischen Ehrenlegion und Preisträger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2006.
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