Details

Autor Freud, W. Ernest (1914-2008)
Herausgeber Lüpke, Hans von (Hg.)
Verlag Edition Déjà-vu in der Sigmund-Freud-Buchhandlung
Auflage/ Erscheinungsjahr 1. Aufl. 08.2003
Format 22,4 × 14,6 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 419 Seiten
Abbildungen zahlr. Abb., Fotos und Faks.
Gewicht 642 g
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-001754_AV

Lektorat: Heidemarie Fehlhaber; Buchgestaltung: Christian Kellner (reform-design, Stuttgart)

Zu diesem Beitrag

Die hier vorliegende Werkausgabe bietet erstmals eine umfassende Zusammenstellung der autobiographischen, wissenschaftlichen und klinischen Arbeiten des Psychoanalytikers und Säuglingsforschers W. Ernest Freud, eines Enkels von Sigmund Freud.

Im Spannungsbogen der frühen Kindheit in Hamburg – wo der Großvater das berühmt gewordene »Fort-Da« des Garnrollenspiels bei der Beobachtung des kleinen Ernest entdeckte – über Erinnerungen an familiäre Verluste und die Kindheit in Wien bis zur erzwungenen Emigration und Rückkehr nach Deutschland bilden die Lebensstationen eine enge Einheit mit der späteren Arbeit als Analytiker. Ausgebildet bei Anna Freud und früh mit Fragen der Säuglings- und Interaktionsbeobachtung beschäftigt, spezialisierte er sich auf die Arbeit mit Risikokindern, insbesondere Frühgeborenen.

Das Buch bietet – zum großen Teil als erstmalige Übersetzung von bislang nur in englischer Sprache vorliegenden Arbeiten – die wissenschaftlichen und klinischen Texte zur psa. Säuglings- und Bindungsforschung und den Konsequenzen zu Störungsprophylaxe und psa. Ausbildung. Darüber hinaus bietet der Band mit zahlreichen bislang unveröffentlichten Privatphotos und Dokumenten wichtige differenzierte Informationen über die Freud-Familie.

Inhalt

  • Vorwort des Herausgebers
  • Vorwort des Autors

1. Biographisches

  • W. Salber: Laudatio auf W. Ernest Freud
  • Wie ich psychoanalytischer Frühchen-Forscher wurde
  • Daniel Benveniste: Fort-Da, die Garnrollenmutter und romantische Begierde
  • Jay Martin: Ein Gespräch
  • Die Freuds und die Burlinghams in der Berggasse: Persönliche Erinnerungen
  • Persönliche Erinnerungen an den Anschluß 1938
  • Grabrede für Anna Freud
  • Geburtstagsbrief an einen guten Freund
  • Bildteil

2. Beiträge zur Erweiterung der psychoanalytischen Diagnostik, Therapie und Ausbildung

  • Allgemeine Überlegungen zum Metapsychologischen Profil
  • Metapsychologische Beurteilung der erwachsenen Persönlichkeit: Das Erwachsenen-Profil
  • Beurteilung der frühen Kindheit - Probleme und Überlegungen. „Baby-Profil" I
  • „Baby-Profil" II
  • Die Beobachtung der frühkindlichen Entwicklung im Rahmen der psychoanalytischen Ausbildung
  • Die Well-Baby-Klinik (Well-Baby Clinic)
  • Verkürzende und intensivierende Faktoren in der Analyse aus klinischer und psychoanalytischer Sicht

3. Konsequenzen: Von der Therapie zur Prophylaxe

  • Auf der Suche nach einem besseren Verständnis von vorzeitigen Wehenbestrebungen I
  • Gisela Lange: Auf der Suche nach einem besseren Verständnis von vorzeitigen Wehenbestrebungen II
  • Gedanken zur Prophylaxe der Frühgeburtlichkeit

4. Weitere Konsequenzen: Veränderung der Klinik - der Gesellschaft

  • Pränatale Bindung, das perinatale Kontinuum und die psychologische Seite der Neugeborenen-Intensivpflege
  • Anmerkungen zu einigen psychologischen Aspekten der Neugeborenen-Intensivbehandlung
  • In Fühlung sein (To be in touch)
  • Das "Whose Baby?-Syndrom". Ein Beitrag zum psychodynamischen Verständnis der Perinatologie.
  • Frühgeborene Väter: Einsame Wölfe ?
  • Versuche des Verständnisses des vielversprechenden Paradigmas frühgeburtlicher Intensivpflege: Einige grundlegende, jedoch weniger konkrete Aspekte des Marcovich-Modells
  • Literatur I
  • Literatur II
  • Sachregister
  • Personenverzeichnis

Der Autor

"W. Ernest Freud (ursprünglich Ernst Wolfgang Halberstadt, * 11. März 1914 in Altona/Elbe; † 30. September 2008 in Heidelberg) war ein deutscher Psychoanalytiker und Säuglingsforscher.

W. Ernest Freud war der Sohn des Porträtfotografen Max Halberstadt und von Sophie Freud, der zweiten Tochter Sigmund Freuds, mithin der älteste Enkel Freuds. Als er fünf Jahre alt war, starb seine Mutter an der spanischen Grippe und mit ihr das ungeborene Kind. Er blieb beim Vater, während sein jüngerer Bruder Heinz, genannt Heinerle, zu seiner Tante Mathilde nach Wien kam, dort starb er drei Jahre später an Tuberkulose. 1921 wurde Ernst der erste Patient seiner Tante Anna Freud, die ihn fortan stark förderte. Sein Vater heiratete erneut, Ernst litt unter dem Regime seiner Stiefmutter. 1928 bis 1931 lebte er in Wien bei Eva Rosenfeld. Anschließend besuchte er das reformpädagogische Jungeninternat Schulfarm Insel Scharfenberg in Berlin bis Frühjahr 1933, auf die er nach den in Wien verbrachten Osterferien 1933 nicht zurückkehrte. Im Jahr 1935 schloss er die Schule in Wien ab

1938 erfolgte die Emigration nach Großbritannien: Er gelangte über Paris nach London, wo er 1940 als Feindlicher Ausländer auf der Isle of Man interniert wurde.[2] Nach dem Tod des Vaters nahm er 1951 den Nachnamen der Mutter an.[3] 1945 heiratete er Irene Chambers, mit der er einen gemeinsamen Sohn, Colin Peter Freud (1956–1987) hatte und von der er 1983 geschieden wurde.

Nach dem Krieg studierte er bis 1949 Psychologie und absolvierte eine psychoanalytische Ausbildung für Erwachsene und anschließend für Kinder. Er wurde von Anna Freud, Melanie Klein, Donald Winnicott und Wilhelm Hoffer geprägt. Er war der einzige Enkel Freuds, der sich der Psychoanalyse zuwandte. Freud spezialisierte sich auf die Kinderanalyse und forschte vor allem über Säuglinge. Er arbeitete wie seine Tante Anna Freud an der Hampstaed-Clinic. Hier entwickelte er das „Baby Profile“, ein Beobachtungskonzept für Säuglinge, das als Grundlage für detaillierte Mutter-Kind-Beobachtungen in der „Well-Baby-Clinic“, einer Vorsorgeeinrichtung innerhalb der Hampstaed-Clinic, diente. Sein Schwerpunkt lag dabei auf der Eltern-Kind-Beziehung in den frühesten Entwicklungsabschnitten bis in die vorgeburtliche Phase. Nach einer Gastprofessur in den USA im Jahre 1977 begann W. Ernest Freud sich mit psychologischen Aspekten bei Kindern in Neugeborenen-Intensiv-Stationen zu beschäftigen. Er forderte im Zuge seiner Erfahrungen den direkten Hautkontakt zwischen Mutter und Kind, besonders für frühgeborene Kinder. Auch beschrieb er das sog. „Whose Baby Syndrom“ (WBS), in dessen Rahmen die Interaktionen zwischen einem Klinikteam und den Eltern Früh- und Risikogeborener auf der Neugeborenenstation kritisch diskutiert werden. W. Ernest Freud galt als einer der führenden Psychoanalytiker auf dem Gebiet der Pränatalpsychologie.

Anfang bis Mitte der Achtzigerjahre entwickelte er mit Wilhelm Salber und anderen Psychologen der Universität zu Köln die „analytische Intensivbehandlung“.[8][9] Nachdem sein Sohn tödlich verunglückt war, kehrte Ernest Freud 1987 nach Deutschland zurück und praktizierte als Psychoanalytiker in Bergisch Gladbach.[2] Auf Initiative von Wilhelm Salber verlieh ihm die Universität zu Köln 1992 die Ehrendoktorwürde.[10] Er starb 2008 im Alter von 94 Jahren in Heidelberg." (Quelle: gekürzt aus WIKIPEDIA)

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