Details
| Autor | Yalom, Irvin D.; Yalom, Benjamin |
|---|---|
| Verlag | Piatkus |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 12.11.2025 |
| Format | 22.1 × 14.7 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Hardcover |
| Seiten/ Spieldauer | 352 Seiten |
| Gewicht | 505 |
| ISBN | 9783442762835 |
Zu diesem Beitrag
Vermag eine einzige Stunde Therapie eine entscheidende Wende für das künftige (Er-)Leben von PatientInnen auszulösen und einzueiten? - Das Urgestein der psychoanalytisch orientierten Psychotherapie in den USA, Irvin D. Yalom, erzählt in seinem Buch von solchen geglückten Wendepunkten, die er als erfahrener, weise gewordener Psychotherapeut immer wieder in seiner psychotherapeutischen Praxis hat erleben dürfen.
Das Leben ist kostbar, die den Menschen gegebene Zeit kurz; kaum zu Verstand gekommen, geht es viel schneller als gedacht, auch schon wieder zur Neige. Darüber werden sich viele nie wirklich, manche auch nie, bewußt.
Irving. Yalom war dreiundneunzig, als er sich nach dem Verlust seiner geliebten Ehefrau Marilyn Yalom, mitten in der Pandemie, mit einem zunehmenden Gedächtnisverlust konfrontiert sah. Die inneren wie äußeren Beschränkungen zwangen ihn dazu, die Form seiner Sitzungen mit seinen Patienten grundlegend zu überdenken und einen ganz neuen Ansatz zu wählen: Würden sich mit nur sehr wenigen Behandlungsstunden, gar mit einer einmaligen Sitzung, dennoch erkennbar-positive Veränderungen bei den PatientInnen anschieben und eine ähnlich tragfähige Arzt-Patienten-Beziehung aufbauen lassen, wie dies in Langzeittherapien üblicherweise der Fall ist?
In »Die Stunde des Herzens« erzählt Yalom von einigen dieser intensiven, lebensverändernden Sitzungen, das in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Benjamin Yalom geschriebene Buch ist ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit und Verletzlichkeit in der Begegnung mit anderen, ein Lobgesang auf die therapeutische Kraft des »Hier und Jetzt«. Dabei geht er immer wieder an die Grenzen der Selbstoffenbarung als therapeutisches Mittel und verschweigt im Dialog mit seinen Klienten auch nicht seine eigenen Dämonen, darunter seine traumatische Kindheit in Washington, DC, die Entwicklung seines Denkens über Philosophie und Psychotherapie und den kürzlichen Tod seiner Frau. Diese eine Stunde der Verbundenheit, die in einer Zeit der Isolation und des Leids für viele Menschen stattfand, bestärkte so nicht nur den Patienten, sondern auch Yaloms Vision von dem, was Psychotherapie leisten kann, und sei sie noch so kurz.
Aus der Einleitung des Autors
"Einst hatte ich die kühne Idee, meine wichtigsten Erkennt nisse zur praktischen Anwendung der Psychotherapie zusammenzutragen, und daraus entstand das nützliche Buch Der Panama-Hut oder Was einen guten Therapeuten ausmacht. Im hohen Alter von damals siebzig Jahren schrieb ich in der Einleitung, dass mich zwei Dinge motivierten: Erstens, meine Patienten hatten angefangen, sich Sorgen zu machen, wie lange ich noch für sie da sein könnte. Würde ich in Urlaub fahren und nie mehr zurückkommen? Würden sie demnächst mein Grab besuchen? Zweitens, angesichts meines scheinbar unmittelbar bevorstehenden Ablebens wollte ich unbedingt weitergeben, was ich in damals vier Jahrzehnten als Psychotherapeut gelernt hatte, und zwar so schnell wie möglich. Doch die Befürchtungen haben sich als ein ganz klein wenig verfrüht erwiesen, denn mehr als zwanzig Jahre später überlege ich immer noch, wie ich Patienten und Therapeuten gleichermaßen am besten helfen kann. Da ich mich altersmäßig mittlerweile an die Dreiundneunzig eranschleiche, ist es wohl tatsächlich dringend geworden, Überlegungen zu meinem Tod und dem Verlangen nach Weitergabe hart erarbeiteter Lektionen anzustellen. Sicher bin ich mir da aber nicht (....)"
Inhalt
- Kapitel 1 - Ein ganz normaler Tag im Leben eines sehr alten Therapeuten
- Kapitel 2 - Wenn ich doch nur aus dieser Bruchbude raus könnte
- Kapitel 3 - Keine zweiten Dates
- Kapitel 4 - Kolonisierung und Angeberei
- Kapitel 5 - Wie ein Komet, der seine Umlaufbahn vollendet
- Kapitel 6 - Gedächtnis, ach, das Gedächtnis
- Kapitel 7 - Der Kampf mit der Gelassenheit
- Kapitel 8 - Invasione und Aggressione
- Kapitel 9 - Die Fenster des Warum, das Flüstern des Wann
- Kapitel 10 - Allein, allein, allein
- Kapitel 11 - Tauschgeschäft
- Kapitel 12 - Alberts Angst
- kapitel 13 - Der Kampf mit der Gelassenheit, das Duell mit dem Trauma
- Kapitel 14 - Tough Love
- Kapitel 15 - Einfach mal die Rollen tauschen
- Kapitel 16 - Mein schlimmster Albtraum
- Kapitel 17 - Gedächtnis, Gedächtnis, verweile doch, du bist so schön
- Kapitel 18 - Judy Steinbergs Geburtstag
- Kapitel 19 - Ödnis in London
- Kapitel 20 - Ein schrecklicher Start
- Kapitel 21 - Ein wundervoller Start
- Kapitel 22 - Demenz, ach, die Demenz
- Nachwort / Danksagungen
Stimmen zu diesem Buch
"Heraus kommen literarisch-philosophische Miniaturen, die dem Leser eine Metaebene zu bieten haben, auf der er über sein eigenes Leben nachdenken kann. (...) Mit Sicherheit eines der besten (Bücher) in einem großen Lebenswerk."
in: BÜCHER Magazin Ausgabe 2/2026
Der Autor
Irvin D. Yalom wurde 1931 als Sohn russischer Einwanderer in Washington, D.C. geboren. Er gilt als einer der einflussreichsten Psychoanalytiker in den USA und ist vielfach ausgezeichnet. Seine Fachbücher gelten als Klassiker. Seine Romane wurden international zu Bestsellern und zeigen, dass die Psychoanalyse Stoff für die schönsten und aufregendsten Geschichten bietet, wenn man sie nur zu erzählen weiß.
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