Details
| Autor | Jerofejew, Viktor |
|---|---|
| Verlag | Matthes u. Seitz, Berlin |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 26.03.2026 |
| Format | 21.5 × 13.5 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Hardcover |
| Seiten/ Spieldauer | 448 Seiten |
| Gewicht | 617 |
| ISBN | 9783751804103 |
»Töte den Russen!« Das war die Parole meiner Moskauer
Nachkriegskindheit. Wir streckten denen die Zunge raus,
die die Deutschen spielten, brüllten »Hände hoch!« – und
verprügelten sie, bis Blut floss.
An die Stelle der ewigen Deutschen Schuld, die Deutschland
seit 1945 bis zum heutigen Tag spaltet, erneuert und quält,
könnte die Russische Schuld treten, aber wird sie das tun?
Sie ist unvorstellbar, doch mein Roman verleiht der
Russischen Schuld als Protagonistin eine eigene Gestalt
und Daseinsberechtigung
Zu diesem Roman
In Zeiten einer neuen Barbarei, da autoritative Staats- und Regierungschefs die Welt dreist aufzuteilen trachten wie Mafiosi, entwirft Viktor Jerofejew ein grell schillerndes Panorama menschlicher und politischer Abgründe, in dem Wahrheit zum Spiel und Moral zur Attitüde wird.
Während Putin als »Pontschik« erscheint - ein in Öl gebackener Krapfen mit Loch in der Mitte, Symbol einer aufgeblähten Leere -, geriert sich die Opposition in der Pose der Märtyrer. Im Zentrum steht die »Russische Schuld«, eine weibliche Allegorie des Landes und Objekt der Begierde des Protagonisten. Mit ihr macht sich Jerofejews Alter Ego auf ins »Himmlische Moskau«, eine surreale Landschaft zwischen Traum, Erinnerung und Farce, in der Geschichte und Gegenwart ineinanderstürzen. Dort begegnen sich Stalin und Rilke, Zwetajewa und Merkel, und selbst die großen russischen Klassiker – von Puschkin bis Tolstoi – treten als Zeugen einer endlosen Wiederkehr der Gewalt auf. In dieser alchemistischen Mischung aus Autobiografie, Essay und Allegorie entsteht das Bild eines Landes, das an seiner eigenen Mythenlust zerbricht – und zugleich den Leser in den Sog seiner Sprache reißt. Die neue Barbarei ist Jerofejews radikalstes Buch: Satire, Dichtung und tragikomische Liebeserklärung an ein Russland, das sich selbst verloren hat.
Pressestimmen
»Seine Poetik ermöglicht ein Tischgespräch zwischen Koryphäen der Wissenschaft und Suppeningredienzien, deren Sicht auf Schuld und Verantwortung unterschiedlicher nicht sein könnte.«
Kerstin Holm, Frankfurter Allgemeine, FAZ
»Klarsichtiger als er schreibt kein Schriftsteller über Russland.«
Joseph Wälzholz, in: Die Welt
»Ein Buch, in dem sich lyrische Sprache, Satire und tragikomische Perspektiven miteinander vermischen.«
Aus einer Rezension des NDR- Norddeuscher Rundfunk
»Das Buch quillt über von historischen Schlaglichtern, Anekdoten, persönlichen Reminiszenzen und Reflexionen, immer wieder zugespitzt durch satirische Obertöne, groteske Szenen, fulminante Anklagen.«
Eberhard Falcke, auf: SWR Kultur
»Klar und schonungslos analysierend sieht Jerofejew die Europäer im Spiel der Weltmächte.«
Thomas Schmitz-Albohn, im Gießener Anzeiger
Der Autor
Viktor Jerofejew, 1947 in Moskau geboren, wurde weltweit bekannt durch seinen 1989 erschienenen und in 27 Sprachen übersetzten Roman Die Moskauer Schönheit. 1979 wurde er wegen seiner Beteiligung an der Literaturanthologie Metropol mit von der Zensur verbotenen Texten verschiedener Autoren aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab er diesen von ihm als »Röntgenapparat, der die ganze Gesellschaft durchleuchtete« bezeichneten Almanach in einer Reihe neu heraus. Zudem ist er Herausgeber der ersten russischen Nabokov-Ausgabe. Er schreibt regelmäßig für die New York Times Book Review, DIE ZEIT, die FAZ und DIE WELT und gilt als kritischer Intellektueller wie auch als einer der bekanntesten russischen Gegenwartsautoren.
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