Details
| Autor | Siedler, Wolf Jobst; Niggemeyer, Elisabeth |
|---|---|
| Herausgeber | Angreß, Gina (Dokumentation) (Hg.) |
| Verlag | Herbig, Berlin |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 1964 + Erw. NA 1978 |
| Format | 28,0 × 21,0 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 192 Seiten |
| Abbildungen | Mit zahlr, Abb. u. Fotos im Text |
| SFB Artikelnummer (SFB_ID) | SFB-002386_AQ |
Zu diesem Beitrag
Vor gut sechzig Jahren erschien, hat das Buch von Wolf Jobst Siedler „Die gemordete Stadt“ als Standardwerk zu den städtebaulichen Sünden und Irrungen der Nachkriegszeit, die im Wesentlichen bis heute andauernn nichts von ihrer Aktualität verloren.
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"Das erste, 1964 erschienene Buch des Verlegers und Essayisten Wolf Jobst Siedler, Die gemordete Stadt. Abgesang auf Putte und Straße, Platz und Baum, machte gehörig Ärger, trat es doch mit Witz und Scharfsinn gegen die Errungenschaften des modernen Bauens an. - Im Vorwort erklärt Siedler, dass das zusammen mit Elisabeth Niggemeyer und Gina Angress verfasste Buch aus ironischer Zuneigung zum gestern entstanden sei. Auch sei sein Streiten gegen das Heute – gegen Zeilenbau und Wohnscheibe, Rasterfassade und Rauputz, Schnellstraße und Supermarkt – zwangsläufig in sich gebrochen. Nicht das Neue per se wird abgelehnt, sondern die Klage gilt dem „Verlöschen des eigentlich Städtischen, das von Babylon bis zum kaiserzeitlichen Berlin durchhielt und ein besonderes Wohngefühl, nämlich: das emotionale Stadterlebnis, möglich machte.“
Manfred Durniok, Kurzbeschreibung zu dessen Filmdokumentation gleichen Titels, BRD 1965, 40 min
"(...) In pointierten Texten feierte Siedler die Schönheit und Vitalität der gründerzeitlichen Quartiere und mokierte sich über die Banalität der leblosen Neubausiedlungen. Er beklagte "das Verlöschen des eigentlich Städtischen, das von Babylon bis zum kaiserzeitlichen Berlin durchhielt und ein besonderes Wohngefühl, nämlich: das emotionale Stadterlebnis, möglich machte". Wie er später erzählte, hatten ihm auch seine Besuche in anderen europäischen Metropolen die Augen geöffnet: "Ich sah damals, wie das Leben in Rom, Paris oder London funktionierte, wie voll dort die Straßen und Cafés waren. Dann ging ich durch die Neubaugebiete Berlins. Alles war leer." - Das Buch wurde ein Bestseller weit über Berlin hinaus – und die wohl einflussreichste Architekturpublikation der Nachkriegszeit in Deutschland. "Die gemordete Stadt" bereitete überall im Lande den Weg für die Wiederentdeckung großstädtischer Bautraditionen Ende der Siebzigerjahre. Und noch beim Wiederaufbau Berlins nach dem Fall der Mauer war ihr Geist zu spüren: Die Protagonisten der damaligen Baupolitik hatten alle "ihren" Siedler verinnerlicht. - Der Erfolg der "Gemordeten Stadt" beruhte nicht in erster Linie auf Siedlers geschliffenen Essays, die zuvor bereits im Feuilleton des Berliner "Tagesspiegels" erschienen waren, das Siedler damals leitete. Es waren auch nicht die kurzen Texte aus der Blütezeit städtischer Kultur oder die unfreiwillig komischen Zitate aus den Broschüren der Baubürokraten, die er neben Fotos besonders öder Neubauten platziert hatte. (...)"
Aus einer ausführlichen Besprechung von Rainer Haubrich, in; Die Welt vom 13. März. 2014
Erhaltungszustand
Gutes antiquarisches Exemplar mit geringen alterungs- und gebrauchsbedingten Spuren, die Cellophanierung minimal randgebräunt, Seiten altersüblich leicht gebräunt aber durchweg sauber, insgesamt sehr gut und sauber erhalten.
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