Details
| Autor | Althoff, Marie-Luise |
|---|---|
| Herausgeber | Burchartz, Arne; Hopf, Hans; Lutz, Christiane (Hg.) |
| Verlag | Kohlhammer |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 3. Aufl. 20.08.2025 |
| Format | 20,3 × 14 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 206 Seiten |
| Abbildungen | Mit 3 Abb., 3 Tab. |
| Gewicht | 282 |
| Reihe | Psychodynamische Psychotherapie mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen |
| ISBN | 9783170450165 |
Zu diesem Buch
Die begleitende Psychotherapie der Bezugspersonen ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Kinder- und oft auch Jugendlichenpsychotherapien, ohne die ein nachhaltiger therapeutischer Erfolg nicht möglich ist. Dieser Bereich der psychotherapeutischen Arbeit ist behandlungstechnisch betrachtet hoch anspruchsvoll. Dennoch gibt es bisher nur wenig Literatur und Anleitung zum Thema. Insofern schließt das Werk auch eine Lücke. In diesem Buch werden die Bausteine, die für ein Gelingen der Arbeit mit den Bezugspersonen bzw. mit Bezugssystemen unabdingbar sind, erörtert und konzipiert.
Aus dem Vorwort der Autorin zur Neuausgabe
"(...) Auf die Mitarbeit der Bezugspersonen kann in der Kinder- und oft auch in der Jugendlichenpsychotherapie nicht verzichtet werden (Ahlheim, 2007, Chethik, 2000, Novick & Novick, 2009, Althoff, 2007, Windaus, 1999). Auch in den Psychotherapie-Richtlinien ist die begleitende Psychotherapie der Bezugspersonen vorgesehen und zwar mit einem Regelverhältnis von 1 Sitzung der Bezugspersonen zu 4 Sitzungen des Kindes (Rüger, et al., 2015). In begründeten Fällen kann von diesem Verhältnis abgewichen werden (c Kap. 6). Die Bedeutung der Mitarbeit der Bezugspersonen ergibt sich im Wesentlichen aus zwei Gründen:
1. Sie müssen die Therapievereinbarung – manchmal sogar gegen den erklärten Wunsch des Kindes – schließen und halten.
Sie sind für die Aufrechterhaltung des Rahmens in organisatorischer Hinsicht zuständig. Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut muss also ein Arbeitsbündnis mit den Bezugspersonen herstellen und aufrechterhalten.
2. Der fortschreitende Prozess einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie verlangt darüber hinaus auch von den Bezugspersonen Reflexion und eigene Entwicklung, denn der von ihnen formulierte Behandlungsauftrag stimmt oft mit dem – ggf. implizit ausgedrückten - Behandlungsauftrag des Kindes nicht überein. Der Auftrag der Bezugspersonen ist vielleicht zunächst eher auf die Symptomreduktion und das individuelle Glück des Kindes gerichtet, während das Kind (unbewusst) auch die Dynamik in der Familie und die Konflikte seiner Eltern als Quelle des Leidens zum Ausdruck bringt und als Behandlungsauftrag die Veränderung und Harmonisierung der Beziehungen in der Familie im Sinn hat.
Um die Aufgaben, die sich in der begleitenden Psychotherapie der Bezugspersonen ergeben, bewältigen zu können, wird sich die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut an bestimmten Konzepten und Methoden, aber auch eigenen Motivationen und Wertvorstellungen orientieren und die klinische Vorgehensweise dementsprechend strukturieren. In diesem Buch sollen die Bausteine, die für ein Gelingen der Arbeit mit den Bezugspersonen bzw. mit Bezugssystemen unabdingbar sind, dargestellt werden. Die allgemeine Zielvorstellung der Elternarbeit hat sich m.E. seit den Anfängen ihrer nstitutionalisierung in Deutschland bis heute nicht geändert. Nicht die Belehrung oder Beratung, sondern die »Umstimmung der Gefühlslage« (Dührssen, 1980, S. 181) der Eltern bzw. Bezugspersonen sollte angestrebt werden. Damit wird klargestellt, dass Bezugspersonenarbeit nicht beratende, sondern therapeutische Tätigkeit ist. Auch Bezugspersonen tragen die Erwartung einer hilfreichen Beziehung an den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten heran. (...)"
U. a. wird diskutiert,
- wie intensiv die Bezugspersonenarbeit sein sollte,
- welche Ziele verfolgt werden,
- welche Behandlungskonzepte und deren abgeleitete Techniken zur Anwendung kommen können,
- wie die Arbeit in den verschiedenen Therapiephasen konkret zu organisieren und zu strukturieren ist
- und welche Möglichkeiten im Rahmen der Richtlinienpsychotherapie bestehen.
Inhalt
1. Therapeutische Arbeit mit Bezugspersonen — Einführung und historischer Überblick
1.1 Die Bedeutung der Arbeit mit Bezugspersonen in den Anfängen der Kinderanalyse
- Einbeziehung der Eltern als Co-Therapeuten
- Werbung um Geduld, Duldsamkeit und Informationen
- Vorbeugung, Aufklärung, Beeinflussung und Simultananalyse
- Werben für Zurückhaltung
- Anleitung, Einbeziehung und Wertschätzung der Eltern
1.2 Die Bedeutung der Arbeit mit den Eltern in aktuellen Konzepten der Kindertherapie
- Ich-psychologisch orientierte Arbeit an der Elternpathologie
- Wiedergewinnung oder Stärkung der Elternfunktion
- Schaffung eines günstigen therapeutischen Klimas
- Angebot einer hilfreichen Beziehung und der Arbeit an unbewussten pathogenen Überzeugungen
- Beachtung der Übertragungsangebote der Eltern
- Verstehen typischer Muster durch szenisches Verstehen
- Berücksichtigung der Typenlehre nach CG. Jung
- Hilfe zur Entwicklung von triadischer Kompetenz
- Gewinnung der Eltern als Bündnispartner mit dem Ziel von Weiterentwicklung derselben
- Förderung der Mentalisierungskompetenz der Eltern
2 Die Motivation des Therapeuten für die therapeutische Arbeit mit Bezugspersonen
2.1 Widerstände gegen die Arbeit mit Bezugspersonen
- Sozial-historische Ursachen
- Theoretische Ursachen
- Berufspolitische Ursachen
- Psychodynamische Ursachen
- Wie kann sich angesichts dieser Widerstände, Gegenübertragungen und Übertragungen die Motivation für eine tiefgehende und intensive Elternarbeit zu einer entsprechenden Praxis entwickeln?
2.2 Von der Motivation zur Intention für Elternarbeit
- Psychodynamische Voraussetzungen
- Entwicklung der eigenen triadischen Kompetenz
- Entwicklung der eigenen Mentalisierungsfähigkeit
- Was versteht man unter Mentalisierungsfähigkeit?
- Wie entwickelt sich die Fähigkeit zu Mentalisieren?
- Frühe Affektspiegelung (bis ca. 9.Lebensmonat)
- Entwicklungsschritte der weiteren Mentalisierungsfähigkeit
- Entwicklung bis zur Adoleszenz
- Erweiterung des Ausbildungscurriculums
3 Die Bedeutung des Kindes für die Bezugspersonen
- Unbewusste Wünsche
- Unbewusste Ängste
- Unvorhersehbare Risiken
- Traumatisierungen durch Elternschaft
- Warum kommen Eltern so spät in die Sprechstunde des Kinder- und Jugendlichen-Therapeuten?
- Warum kommen die Eltern mit dem Kind, warum gehen sie nicht selbst in 'Therapie?
- Chancen für Kind und Eltern
4 Konzeptionelle Grundlagen der begleitenden Psychotherapie
4.1 Grundlagen des therapeutischen Selbst Verständnisses
- Elternschaft als normale Entwicklungsphase
- Die Bedeutung der Eltern-Kind- Interaktion
- Das therapeutische Bündnis mit den Eltern
- Behandlungsphasen
- Die Aufgaben des Bündnisses
- Die Zielsetzung
- Die Interventionen
4.2 Spezielle Grundlagen der therapeutischen Interventionstechnik
- Die Förderung von Mentalisierung
- Die Arbeit an der unbewussten pathogenen Überzeugung
- Die Kontextanalyse
5 Die Erkundungsphase
- Erste Kontaktaufnahme
- Erstes Gespräch mit den Eltern (ggf. im Beisein des Kindes oder der Kinder)
- Zweites und weitere Erkundungsgespräche
- Entwicklungs- und Umstellungsbereitschaft sowie Bündnisaufgabe
- Behandlungsempfehlung
6 Die Phase der Vereinbarung des Rahmens
- Widerstände, Ängste und daraus resultierende
- Bündnisaufgaben
- Die Vereinbarung von Rahmen und Setting
- Die Nutzung der Macht der Umstände in der Elternarbeit
7 Die Anfangsphase der Psychotherapie
- Zentrale Bündnisaufgabe
- Therapeutische Interventionen
- Besonderheiten der Jugendlichen-Psychotherapie bei Beginn der Therapie
8 Die mittlere Therapiephase
8.1Bündnisaufgaben und Ängste
- Die unbewusste pathogene Überzeugung
- Die Ängste
- Destruktive Machtkämpfe in Familien
8.2 Arbeitsaufgaben des Therapeuten
9 Die Vorbereitung der Beendigung Bündnisaufgabe
- Kontextanalytisches Beispiel
10 Die Beendigungsphase und Vorbereitung des »Danach«
- Bündnisaufgabe
- Vorbereitung des »Danach«
11 Perspektive und Ausblick
Literatur
Stichwortverzeichnis
Personen Verzeichnis
Die Autorin
Dr. Marie-Luise Althoff ist Psychotherapeutin in eigener Praxis, Dozentin, Supervisorin und Lehranalytikerin an verschiedenen Instituten, Leiterin der Abteilung analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie des Lehrinstituts Bad Salzuflen.
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Vorwort (pdf, 0.03 Mb)Kaufoption
38,00 €
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