Details

Autor Jerofejew, Viktor
Auflage/ Erscheinungsjahr 12.10.2023
Format 22 × 14.5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Hardcover
Seiten/ Spieldauer 624 Seiten
Gewicht 825
ISBN 9783751809351

Zu diesem Roman

Kann es denn wahr sein, dass ein Halbstarker, ein Rowdy, ein Vorstadtproll aus dem Plattenbau nicht nur bis in die höchste Machtzentrale aufsteigt, dort in die ´Pole-Position` vordringt und mit strategischem Raffinement sich an die Schalthebel der Mcht bringt - und sich dort dank eisernem Regiments unangefochten hält?

Oder hat sich diesen Plot doch nur jemand ausgedacht? Aber, wnn ja, wer? Jemand, der von seiner ihn liebenden Mutter dennoch für einen hoffnungslosen Fall gehalten wird und dessen Vater wegen der Veröffentlichung eines kritischen Texts seinen Posten verliert. - Ein Autor und Vater, der niemals so radikal wie seine Schwester sein wird, die dem postsowjetischen Russland mithilfe der Pornografie den Spiegel vorhält, und der trotzdem mehr als einmal aus dem Schriftstellerverband fliegt und heute im Exil in Deutschland lebt.

Jemand, dem es freisteht, sich durch Zeit und Raum zu bewegen, Figuren auf- und abtreten zu lassen, Dinge dazuzuerfinden und Erlebtes, Gehörtes und Gesehenes als Schwindel zu entlarven. Jemand wie Viktor Jerofejew, der mit diesem Roman nicht weniger als eine rasante, ironische, zuweilen auch zynische literarische Erklärung der russischen Gegenwart wagt, in der sich Stalin, Putin und die Eltern des Schriftstellers, dessen Kollegen und Frauen wie zum Abendessen an einem Tisch wiederfinden, um die eine unlösbare Frage zu stellen: Wie konnte es mit diesem riesigen Reich, welches sich an seinen westlichen Grenzen als leidendes ´Volk ohne Raum` geriert, nur so weit kommen?

Der Autor

Viktor Jerofejew, 1947 in Moskau geboren, wurde weltweit bekannt durch seinen 1989 erschienenen und in 27 Sprachen übersetzten Roman Die Moskauer Schönheit. 1979 wurde er wegen seiner Beteiligung an der Literaturanthologie Metropol mit von der Zensur verbotenen Texten verschiedener Autoren aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab er diesen von ihm als »Röntgenapparat, der die ganze Gesellschaft durchleuchtete« bezeichneten Almanach in einer Reihe neu heraus. Zudem ist er Herausgeber der ersten russischen Nabokov-Ausgabe. Er schreibt regelmäßig für die New York Times Book Review, DIE ZEIT, die FAZ und DIE WELT und gilt als kritischer Intellektueller wie auch als einer der bekanntesten russischen Gegenwartsautoren.

Die Übersetzerin

Beate Rausch, 1955 geboren, studierte Slawistik und Germanistik in West-Berlin und Leningrad, arbeitete viele Jahre an Universitäten in Moskau und St. Petersburg. Heute lebt sie in Ulm, St. Petersburg und Triest. Sie übersetzt russische Literatur ins Deutsche, u.a. Viktor Jerofejew, Anton Tschechow, Daniil Charms.

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