Details
| Autor | Brecht, Bertolt |
|---|---|
| Verlag | Suhrkamp |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | Nachdruck d. Ausg. 05.01.1966 |
| Format | 17.7 × 10.8 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 144 Seiten |
| Gewicht | 92 |
| Reihe | edition suhrkam - SV |
| ISBN | 9783518101445 |
Zu diesem Theaterstück
Brechts Theaterstück ´Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui` ist eine Parabel, die in ihrer Verfremdung gleichwohl nichts anderes beschreibt, als den scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg Hitlers an die Schalthebel der Macht.
Die NS-Großfunktionäre Goebbels, Göring, Röhm, van der Lubbe und seine Steigbügelhalter in Deutschland (Hindenburg, von Papen) und in Österreich (Dollfuß) treten in Brechts Stück als Chicagoer Gangster auf, und sie reden in den glatten Jamben des deutschen klassischen Dramas. Durch die doppelte Verfremdung werden die Ereignisse jener Jahre erkennbar nicht als schicksalhaftes Verhängnis, sondern als die Konsequenz der herrschenden Verhältnisse gekennzeichnt. Indem er dabei Hitler und seine Kumpane der Lächerlichkeit preisgibt, nimmt Brecht ihnen jenen Zug des - leider nicht verhinderbar gewesenen - Dämonischen, den sie für viele auch heute noch zu besitzen scheinen.
Den lesern mag aufscheinen und klar werden, daß der Faschismus kein historischer Einzelfall war: Faschismus ist die noch immer mögliche Fortsetzung der Geschäfte der ganz großen Strippenzieher weltweit mit anderen Mitteln.
Entstehungsgeschichte
"(...) Walter Benjamin notierte unter der Jahreszahl 1934 ein Gespräch mit Brecht, aus dem ersichtlich wird, dass dieser sich mit dem Ui-Stoff beschäftigte. Brecht schrieb das Stück dann im März 1941 im finnischen Exil in nur drei Wochen nieder, grundlegende Änderungen hat er danach nicht mehr vorgenommen, abgesehen von dem Schluss. Auf der letzten Seite des Manuskripts hat Brecht das Datum der Fertigstellung und den Namen der Mitarbeiterin notiert: 29.4.41 und M. Steffin. Das Stück schrieb Brecht mit der Intention, dass es in den USA aufgeführt werden sollte, wo Brecht im Juli 1941 eintraf. Obwohl er im September mit Erwin Piscator und Berthold Viertel Kontakt aufnahm, gelangte es nicht zur Aufführung.[3] Piscator hatte eigens eine Übersetzung anfertigen lassen und bei deren Probelesungen am Dramatic Workshop in New York eine ernüchternde Resonanz verzeichnet:
„[Hoffman Reynolds Hays] hat eine heroische Tat unternommen und in 8 Tagen eine Übersetzung vom ‚Ui‘ gemacht. Ich habe die Übersetzung hier vorlesen lassen und leider wenig Erfolg [da]mit geerntet. Siehe beiliegende Abschrift von Louis Schaffer’s Brief, dem Direktor der Laborstage.“- Brief Erwin Piscators an Bertolt Brecht, Oktober 1941.
In der beigefügten Kopie des Schreibens eines Broadway-Produzenten an Piscator klingt deutliche Enttäuschung über das neue Werk an. Erst nach Brechts Tod wurde Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui am 10. November 1958 in Stuttgart in der Inszenierung von Peter Palitzsch uraufgeführt, mit Wolfgang Kieling in der Titelrolle. Ekkehard Schall spielte seit 1959 den Ui über 500 Mal in der ersten DDR-Inszenierung beim Berliner Ensemble, die 1974 aufgezeichnet wurde.(...)" (Quelle: Wikipedia, gekürzt)
Der Autor
Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und starb am 14. August 1956 in Berlin. Von 1917 bis 1918 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Sein Studium musste er allerdings bereits im Jahr 1918 unterbrechen, da er in einem Augsburger Lazarett als Sanitätssoldat eingesetzt wurde. Bereits während seines Studiums begann Brecht Theaterstücke zu schreiben. Ab 1922 arbeitete er als Dramaturg an den Münchener Kammerspielen. Von 1924 bis 1926 war er Regisseur an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. 1933 verließ Brecht mit seiner Familie und Freunden Berlin und flüchtete über Prag, Wien und Zürich nach Dänemark, später nach Schweden, Finnland und in die USA. Neben Dramen schrieb Brecht auch Beiträge für mehrere Emigrantenzeitschriften in Prag, Paris und Amsterdam. 1948 kehrte er aus dem Exil nach Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod als Autor und Regisseur tätig war.
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