Details
| Autor | Novat, Lucile |
|---|---|
| Verlag | Edition Nautilus |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 01.09.2026 |
| Format | 20.8 × 12.5 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 136 Seiten |
| Reihe | Nautilus Flugschrift |
| ISBN | 9783960545088 |
Zu diesem Beitrag
Aus dem Märchen vom Rotkäppchen haben wir vor allem die Warnung vor dem bösen Wolf, dem unbekannten Fremden bereitwillig übernommen und die Vorstellung verinnerlicht, dass die Gefahr immer draußen lauere. Dabei haben sich Charles Perrault in Frankreich und die Brüder Grimm in Deutschland doch einige Mühe gegeben, im Text Hinweise wie wegweisende Kieselsteine zu verstreuen, um uns vom ersten Anschein der braven Botschaft der Geschichte auf den Pfad einer tieferen Bedeutungsebene zu führen. Doch etwas in uns Menschen wehrte sich, hinter das Oberflächliche zu blicken und es scheint, daß hier Mechanismen einer kollektiven Verleugnung im Spiel sind. - Und so blieb und bleibt es bei der aufgehübschten Interpretation, die dazu führt(e), die Türen unserer Häuser verschlossen zu halten und das Gefährlich-Böse outdoors zu verorten.
Spulen wir also zurück: Warum ist diese Großmutter so »verrückt« nach ihrer Enkelin? Warum verrät das Kind dem Wolf so bereitwillig deren Adresse? Was könnte der Grund dafür sein, auf dem Weg herumzutrödeln und die Ankunft bei der Großmutter hinauszuzögern? Ist wirklich der Wald gefährlich und das Haus sicher? Und vor allem: Wer versteckt sich unter der Decke? Ein als Oma verkleideter Wolf – echt jetzt?!
Durch ein Netzwerk von Geschichten, in denen auf verschlungenen Waldwegen Sigmund Freud, Virginia Woolf, Neige Sinno und David Lynch ebenso wie unausgesprochene Wahrheiten ihrer eigenen Familiengeschichte auftauchen, seziert Lucile Novat das Märchen und zeigt: Die größte Gefahr für Kinder lauert im Haus, in der Familie. - Im Anhang des Buches können sich die Leser*innen selbst durch einen Märchenplot spielen und erleben, wie es ist, nicht mehr aus dem Wald zu finden.
Inhalt
- Amnesie – 7
- Richtigstellung – 9
- Metaphern – 11
- Freud – 13
- Aus dem Haus – 19
- Wilder Wald – 22
- Weiße Lieferwagen – 25
- Anomalien – 28
- Warnung – 31
- Amour fou – 35
- Red Flag – 40
- Der Riegel – 45
- Vorhänge – 51
- Träumerei – 54
- Gender Trouble – 60
- Orale Triebe (und Traditionen) – 67
- Mythologien – 71
- Nutten – 78
- Meine Tochter, mein Kind – 83
- Happy End – 85
- Alle auf die Kinder – 88
- Gewissensbisse – 92
- Quellen – 97
Die Ghettobraut und das Biest, Dein persönliches Märchen à la Perrault & Co. – 103
Die Autorin
Lucile Novat lebt in Paris und unterrichtet Literatur an einer Mittelschule in Seine-Saint-Denis. »Dass ich dich besser fressen kann« ist ihr erstes Buch. In Frankreich verkaufte es sich über 10.000 Mal und stand wochenlang in den Top Ten der meistverkauften Essays. Im März 2026 erschien in Frankreich ihr erster Roman, »Voir venir«, der für den Prix Goncourt du Premier roman nominiert wurde.
Nadine Püschel: Biografische Angabe
Die Übersetzerin
Nadine Püschel, geboren in Starnberg, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und lebt als Übersetzerin für englische und französischsprachige Literatur und audiovisuelle Medien in Berlin. Sie übersetzte u.a. Jean Malaquais’ Roman »Planet ohne Visum« (Edition Nautilus 2022). Für die Übersetzung von »Dass ich dich besser fressen kann« erhielt sie ein Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds.
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