Details

Autor Lewis, Sinclair (1885-1951)
Verlag Querido Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 1936, dt. EA
Format 21,5 × 13,5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung OLn. mit geprägtem Titel
Seiten/ Spieldauer 442 Seiten
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-011624_AC

Sinclair Lewis’ Roman aus dem Jahr 1935 führt seinen Lesern einen verkrachten, von Geltungssucht und Größenwahn durchtränkten und im Grunde bemitleidenswerten Antihelden vor, der sich zum Ziel gesetzt hat, Präsident der USA zu werden. Mit seinen großmäuligen Tiraden, Hetzreden, Schuldzuweisen und Versprechungen und von einflußreichen reaktionären Netzwerken gepampert, entfacht der Mann mit seinen schlichten Botschaften eine um sich greifende Begeisterungswelle bei Millionen unzufriedener Wähler. Seine Demagogie und eine Rhetorik des Populismus und der Ressentiments wird er tatsächlich zum Präsident der Vereinigten Staaten gewählt. - Dieser Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erdachte Plot klingt für heutige Zeitgenossen bitter vertraut ....?

Zu dieser extrem seltenen deutschsprachigen Erstausgabe aus dem Jahr 1936

Bei seinem erscheinen 1935 in den USA war dieser Roman des Literaturnobelpreisträgers Sinclair Lewis ein aufsehenerregender Bestseller und in aller Munde. Im niederländischen Exilverlag QUERIDO erschien im Folgejahr, 1936, die deutschsprachige Erstausgabe in einer kleinen und in Nazi-Deutschland natürlich verbotenen Edition.

Erst in 1984 brachte der Gustav-Kiepenheuer-Verlag, Leipzig, eine Neuauflage des Romans, die in der DDR große Verbreitung fand. In der BRD dauerte es bis zum Jahr 2017, bis sich ein Verlag - Die Büchergilde Gutenberg - fand, der den Roman in der Übersetzung des bekannten Exilautors und Kleist-Preis-Trägers Hans Meisel – und versehen mit einem Nachwort von Jan Brandt, in einer schönen Buchausgabe vorlegte.

Sinclair Lewis wusste durch seine Frau Dorothy Thompson, Auslandskorrespondentin in Berlin, über den Aufstieg der Nazis Bescheid. In den USA beobachtete er, wie die Populisten nach Wirtschaftskrise und Sozialreformen des New Deal immer weiter an Einfluss gewannen. Der radikale Senator Huey Long versuchte Präsident Roosevelt aus dem Amt zu drängen, bevor Long 1935 einem Attentat zum Opfer fiel. Lewis diente er als Vorbild für den fanatischen Verführer Buzz Windrip in seinem Roman.

Buzz Windrip, für seine Gegner ein „ungebildeter Lügner mit idiotischer Weltanschauung“ und ein gefährlicher Populist, will Präsidentschaftskandidat werden. Er gibt vor, sich für die kleinen Leute einzusetzen, und verspricht, „aus Amerika wieder ein stolzes Land zu machen“. Trotz völlig unglaubwürdiger Versprechen laufen ihm die Wähler zu, und er zieht ins Weiße Haus ein. Sogleich regiert er wie ein absolutistischer Herrscher, beschneidet die Freiheiten der Minderheiten, legt sich mit Mexiko an und lässt seine Kritiker rabiat verfolgen. Einer davon ist der liberale Zeitungsherausgeber Doremus Jessup, der sich nicht mundtot machen lassen will.

Stimmen zum Buch

„Eine unheimliche Vorwegnahme der aktuellen Ereignisse.“ - The Guardian

»(...) hier ist dem kleinen Meister Lewis ein großes visionäres Irrsinnsgemälde voller Wahrhaftigkeit gelungen « - In der: Süddeutsche Zeitung

„Ein Populist im Weißen Haus? Literaturnobelpreisträger Sinclair Lewis hat es vor 80 Jahren durchgespielt.“ - in: DIE ZEIT

„Sinclair Lewis ist wieder aktuell.“ - In: Der Freitag

„Ein Meister des absoluten Realismus." - Bob Dylan

Der Autor

Sinclair Lewis (1885–1951) reiste durch Europa, besuchte das Deutschland der erstarkenden Nazis, arbeitete als Journalist und Übersetzer in New York und als Privatsekretär von Jack London. Für seine scharfsichtigen sozialkritischen Romane erhielt er 1930 als erster Amerikaner den Nobelpreis für Literatur.

Die Übersetzer

Hans Meisel (1900–1991), Autor des Romans „Torstenson. Entstehung einer Diktatur“ (Kleist-Preis 1927), war im amerikanischen Exil Thomas Manns Sekretär, später Professor of Political Science an der University of Michigan.

Jan Brandt, geboren 1974 in Leer (Ostfriesland), studierte Geschichte und Literaturwissenschaft in Köln, London und Berlin. In München besuchte er die Deutsche Journalistenschule, heute schreibt er u. a. regelmäßig für Die Zeit. Sein Roman „Gegen die Welt“ stand 2011 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein Buch „Stadt ohne Engel. Wahre Geschichten aus Los Angeles“.

Erhaltungszustand

Das Fachantiquariat der SFB verfügt über wenige gut bis sehr gut erhaltene Exemplare dieses Titeles; alternativ gibt es diesen Roman inzwischen auch in einer inhaltsgleichen TB-Ausgabe, die ebenfalls bei der SFB erhältlich ist.

Kaufoption

365,00 €

mit Rabatt für Stammkunden