Details

Autor Schmidt, Arno
Herausgeber Rauschenbach, Bernd (Hg.)
Verlag Suhrkamp
Auflage/ Erscheinungsjahr 21.06.2023
Format 21 × 13.5 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 160 Seiten
Gewicht 190
ISBN 9783518473344

Auch Helios ist allein, oben im Seidenblau.
Wie wird er lachend am gebogenen Bugschnabel
seines Nachens stehen, übermütig ; und selig
langsam dahingewiegt. Und hinter ihm, auf den
ebenen Goldplanken, werden auch Schriftrollen
liegen, denn es gibt keine Seligkeit ohne Bücher!

Enthymesis oder W. I. E. H.)

»Erste Lektüre: schlimmer als die erste Liebe!«

Zu diesem Buch

Ein Leben ohne Bücher? Für Arno Schmidt unvorstellbar! Sein Vater, ein unpoetischer Wachtmeister, hatte dem Dreijährigen immerhin Karl May und Jules Vernes vorgelesen. Rasch lernte er selbst lesen und konnte sich frei im Fantasiereich der Literatur bewegen. Als junger Mann begann Arno Schmidt in Antiquariaten nach raren Büchern zu stöbern, und seine ersten literarischen Versuche schrieb er in buchähnliche Kladden. Dieser Band versammelt Texte Arno Schmidts zum Thema »der Schriftsteller und das Buch«; er führt die Leser in das »Gewölk von Braun und Gold« alter Bibliotheken, die Schmidt so liebte.

Inhalt

  • Lesen ist schrecklich!
  • Flucht vor dem Werk
  • Ich bin erst Sechzig
  • Nebenberuf: Dichter?
  • Die Brotarbeit
  • Schulausflug
  • Dichtung und Dialekt
  • ›Urkundlich belegt‹
  • Literatur: Tradition oder Experiment?
  • Hegemeister des Geistes
  • Ach, wie gut, daß Niemand weiß . . . !
  • Muß das künstlerische Material kalt gehalten werden?
  • Unsterblichkeit für Amateure
  • Hände weg vom Lexikon!
  • Armes Deutschland!
  • Julianische Tage
  • Und es blitzten die Sterne . . .
  • ›Sind wir noch ein Volk der Dichter & Denker?‹
  • »›Wahrheit‹ – ?«, seggt Pilatus, un griff lacht . . . . .
  • Eines Hähers » : Tué !« und 1014 fallend
  • ›Meine Bibliothek‹
  • Der Platz, an dem ich schreibe

Aus den Vorbemerkungen des Herausgebers

"Es gibt Autoren und Autorinnen, die lesen wenig. Arno Schmidt gehörte zu denen, die viel lesen. Zu seinem Leben gehörten Bücher von Kindesbeinen an (er gab an, sehr früh lesen gelernt zu haben). Als er zur Wehrmacht einberufen wurde, nahm er wenigstens ein Buch mit, Christoph Martin Wielands »Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva« (und vermerkte dies in diesem Buch). Wer Arno Schmidts Arbeitszimmer in seinem Haus in Bargfeld, Kreis Celle, betritt, betritt eine Bibliothek, die einen Schreibtisch rahmt. In einem frühen (erst postum veröffentlichten) Werk nennt sich Schmidt noch nicht einen Schriftsteller oder Poeten, er betritt dort das »Elysium«, das Jenseits der von ihm verehrten Dichter, als »guter Leser« – solche leisten dort den Dichtern Hilfs- und Handlangerdienste. Die Beschäftigung mit den Büchern anderer durchzieht Arno Schmidts literarisches Werk, man liest daraus
vor, spricht über sie, erörtert Fragen der Dichtung (...)"

Der Autor

Arno Schmidt wurde am 18. Januar 1914 in Hamburg geboren. Nachdem er kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, arbeitete er zunächst als Dolmetscher, von 1947 an als freier Schriftsteller. Nach Stationen in Cordingen, Kastel an der Saar und Darmstadt zog er 1958 mit seiner Frau Alice nach Bargfeld (Kreis Celle), wo er bis zu seinem Tod zurückgezogen lebte. Von 1949 an, als seine Erzählung Leviathan in Buchform erschien, entstanden Romane, Dialoge zur Literatur für den Rundfunk, Essays und biographische Arbeiten, darunter sein Hauptwerk Zettel‘s Traum, 1334 DIN-A3-Seiten stark und über zehn Kilo schwer. Aufgrund des komplexen Layouts konnte es 1970 nur als Faksimile des Typoskripts erscheinen; erst seit 2010 liegt es in gesetzter Form vor. Arno Schmidt starb am 3. Juni 1979 in Celle. Zwei Jahre nach seinem Tod gründeten seine Frau Alice und Jan Philipp Reemtsma die Arno Schmidt Stiftung.

Der Herausgeber

Bernd Rauschenbach, geboren 1952 in Berlin, ist Germanist und Literaturwissenschaftler. Bis 2018 war er als geschäftsführender Vorstand für die Arno Schmidt Stiftung tätig. Mit Susanne Fischer ist er Herausgeber u. a. der Bargfelder Ausgabe der Werke Arno Schmidts.

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