Details

Herausgeber Harms, Andrea; Prior, Thomas (Hg.)
Verlag Brandes u. Apsel
Auflage/ Erscheinungsjahr 26.01.2026
Format 24 × 17 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 334 Seiten
ISBN 9783955584191

Zu diesem Band der Reihe

Die Beiträge dieses Bandes dess Jahrbuches der Selbstpsychologie gehen von der Grundannahme aus, dass menschliche Entwicklung auf intakte Resonanzräume angewiesen ist, also auf lebendige, emotionale Verbindungen zu anderen. Doch Kriege und Krisen, autoritäre Herrscher und (a)soziale Medien bedrohen diese Achsen der Mitmenschlichkeit und führen zu Rückzug, Einsamkeit, innerer Erstarrung.

Häufig – vielleicht sogar immer häufiger – haben wir es im psychoanalytischen Prozess mit einer eingeschränkten Resonanzfähigkeit zu tun, die sich etwa in gehemmter Vitalität oder verlorener Selbstwirksamkeit äußert.

Der Ansatz der Selbstpsychologie, weiterentwickelt durch intersubjektive und relationale Konzepte, eröffnet hier ein kontextorientiertes therapeutisches Verstehen und Arbeiten. Der Fokus liegt dabei sowohl auf »der inneren Erlebniswelt des Individuums als auch auf deren Eingebettetsein in andere derartige Welten und die kontinuierliche Beeinflussung, die zwischen ihnen besteht« (Stolorow & Atwood). Die Beiträge in diesem Buch beleuchten aus unterschiedlichen Blickwinkeln, was dies konkret für Theorie und Praxis bedeutet.

Die Beiträge

Andrea Harms / Thomas Prior - Vorwort

1. Teil: Neue Perspektiven

  • Chris Jaenicke: Neue Perspektiven zum Thema der Bedürfnisse der Psychotherapeut*innen 15
  • Margarethe Maria Lindner; Die Suche nach einer relationalen Heimat - Kommentar zum Vortrag von Chris Jaenicke
  • Michael Blattny: Zur Befreiung des Diktums von Abstinenz. - Kommentar zum Vortrag von Chris Jaenicke
  • Maxwell Sucharov: Sich auf die Komplexität einlassen - klinische und konzeptionelle Anmerkungen
  • Ebba Schmitz-Hübsch: Wenn die Resonanz zu singen beginnt - Verstehen und Wandel aus Betroffen-Sein
  • Gianni Nebbiosi: Kohuts Vermächtnis: »The Tragic Man«. Die Bedeutung des körperlichen Ausdrucks für das Verstehen des tragischen Menschen
  • Erwin Bartosch: »Alter Ego« im Selbstobjektkonzept
  • Klaus Seiler: Vitalität und therapeutischer Prozess in der Psychoanalyse

2. Teil: Zeitdiagnosen

  • Franz Resch: Betroffenheit – eine Zeitdiagnose? Versuch einer ökosozialen Perspektivierung
  • Optimierung des Selbst als individualisierte Abwehr gesellschaftlicher Krisendynamiken. Eine kritische Verortung mithilfe von Hartmut Rosas Resonanztheorie
  • Christa Paulinz / Martin Gossmann: Cyberspace und Körperlichkeit: Wie den Körper mitnehmen bei der Reise durch den Cyberspace? Über die Auswirkungen der schwerelosen Bewegung in der virtuellen Welt als Jugendlicher (anhand zweier Fallstudien)
  • Jacqueline Gotthold: Entwicklungspsychologische und klinische Überlegungen zur Erkundung des Cyberspace durch Kinder und Jugendliche
  • Penelope Starr-Karlin: Die Zeit, in der wir leben, unser Selbst und die Öko-Krise: Plädoyer für eine zukunftsorientierte Psychoanalyse
  • Susanna Federici: Umwelt ist Psyche. Anima Mundi

3. Teil: Identität

  • Marco Bernabei: Das Selbst eines musikalischen Jugendlichen und eine »tragische« Mutter: nach dem traumatischen Verlust des Vaters
  • Barbara Zach: Die cis Analytikerin als Resonanzkörper. Eine Analyse des Übertragungs-Gegenübertragungs-Geschehens in der Arbeit mit queeren und transbinären und nichtbinären Analysand*innen
  • Naomi Szava-Kovats: »Die Ähnlichkeit ist der Schlüssel zum Kontakt mit anderen«. Auf der Suche nach Twinship
  • Nikolaus Thienen.Adlerflycht: Wo spielen wir? Von Spielräumen und vom Spielen-Können
  • Thomas Prior: Jenseits des Wiederholungszwangs – oder: »Wenn ich groß bin, möchte ich leiden«
  • Wiederholungsphänomene aus dem Blickwinkel der Selbstpsychologie
  • und der Intersubjektivitätstheorie: Sind die »Angst vor der Wiederholung« (Ornstein) und die »Angst, nicht zu wiederholen« (Brandchaft) kompatibel?
  • Paulus Hochgatterer: »Pack die Koffer…« Über Identität
  • Andrea Harms: Zum Gedenken an Anna Ornstein

Die Autorinnen und Autoren // Rezension

Die HerausgeberInnen

Andrea Harms, Dr. phil, klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin in Wien, psychoanalytische Selbstpsychologin, seit Jahrzehnten ­aktiv durch die Gestaltung von inter­nationalen Tagungen, Super­visionen und Vernetzungen, durch nationale und internationale Fachpublikationen, durch Buchpublikationen und durch die Herausgeberschaft des Jahrbuch Selbstpsychologie.

Thomas Prior, Psychoanalytiker in freier Praxis, Mitglied im Wiener Kreis für Psychoanalyse und Selbstpsychologie (WKPS), Absolvent des Universitätslehrgangs »Individualpsychologie und Selbstpsychologie« an der Universität Wien (2023).

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