Details

Autor Kreuzer, Tillman F.
Verlag Brandes u. Apsel
Auflage/ Erscheinungsjahr 08.04.2026
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Paperback
Seiten/ Spieldauer 160 Seiten
ISBN 9783955583965

Zu diesem Beitrag

Die Zahl der Einzelkinder bleibt seit Jahrzehnten stabil bei rund 20 bis 25 Prozent, im Umkehrschluss bedeutet dies, dass mindestens 75 bis 80 Prozent der Kinder unter 18 Jahren mit Geschwistern aufwachsen. Sie sind oft diejenigen, die uns ein Leben lang begleiten, meist als verlässliches Gegenüber – liebevoll, offen und manchmal schonungslos. Dieses Buch zeigt, warum genau darin ein einzigartiger Entwicklungsmotor steckt: Im Miteinander der Kinder werden Interessen erprobt, Grenzen verhandelt, Solidarität gelernt und aus Alltagskonflikten entstehen Chancen für Reifung und Resilienz.

Programmatisch denkt Kreuzer Familie als Weg »von der Dyade über die Triade zur Polyade«. Er begleitet den Übergang vom Einzelkind zur Geschwisterfamilie, fragt nach Vorbereitung, nach Schutz und weist auf Überforderung hin und versteht die frühen Reaktionen des »Noch-Einzelkindes« auf die Ankunft des jüngeren Geschwisters, ohne dies zu pathologisieren. Klassische psychosexuelle Entwicklungsphasen werden nicht schematisch abgehandelt, sondern mit dem realen Familienalltag verschränkt – inklusive der Frage, wie sich Mentalisierungsfähigkeit entwickelt.

Inhalt

Einführung
Geschwisterlichkeit

Vom Einzelkind zum Geschwisterkind – von der Dyade zur Triade zur Polyade

  • Überlegungen zur werdenden Familie
  • Transition von Partnerschaft zu Elternschaft
  • Das Einzelkind
  • Beispiel: Fabrizio
  • Das Einzelkind bei Walter Toman
  • Das männliche Einzelkind – Jungen
  • Das weibliche Einzelkind – Mädchen
  • Das Einzelkind in der Zeit nach Walter Toman
  • Vorbereitung des Einzelkindes/älteren Kindes auf die Geburt eines jüngeren Geschwisters

Geschwister in ihren psychosexuellen Entwicklungsphasen

  • Die psychosexuellen Entwicklungsphasen
  • Die orale Phase
  • Die anale Phase
  • Die infantil-genitale Phase
  • Die Latenz
  • Entwicklungsschritte der Mentalisierungsfähigkeit in der Latenz

Theoretische Grundlagen nach Walter Toman sowie aktuelle Entwicklungen

  • Geschwisterkonstellationen nach Walter Toman
  • Allgemeines zu Geschlecht, Altersabstand, Konstellation und Position
  • Das Geschlecht der Geschwister
  • Alter und Altersabstand
  • Geschwisterposition
  • Älteste Geschwister
  • Ältester Bruder von Brüdern
  • Beispiel: Peet und Mats – ein Brüderpaar
  • Der älteste Bruder von Schwestern
  • Beispiel: Martin
  • Die älteste Schwester von Schwestern
  • Beispiel: Charlie
  • Die älteste Schwester von Brüdern
  • Beispiel: Margot
  • Ältester Bruder und älteste Schwester von Geschwistern
  • Die nachgeborenen/nächstgeborenen Geschwister
  • Jüngste Geschwister
  • Der jüngste Bruder von Brüdern
  • Der jüngste Bruder von Schwestern
  • Beispiel: Konstantin
  • Die jüngste Schwester von Schwestern
  • Beispiel: Christine
  • Die jüngste Schwester von Brüdern
  • Beispiel: Agnes
  • Der jüngste Bruder und die jüngste Schwester von Geschwistern
  • Mittlere Geschwisterpositionen
  • Mittlerer Bruder von Brüdern und mittlere Schwester von Schwestern
  • Der mittlere Bruder von Schwestern und die mittlere Schwester von Brüdern
  • Beispiel: Jasper
  • Der mittlere Bruder und die mittlere Schwester von älteren Brüdern und Schwestern sowie von jüngeren Brüdern und Schwestern
  • Beispiel: Feli

Zur Forschungslage
Nischenmodell

  • Eltern
  • Erziehungsstile und -prozesse
  • Die Qualität der Geschwisterbeziehung beruht auf der Qualität der Elternbeziehung und der Eltern-Kind-Beziehung
  • Beispiel: Moritz
  • Beispiel: Balthazar
  • Sich mentalisierender Erziehung bewusst sein oder werden
  • Epistemisches Vertrauen als Grundlage für soziales Lernen
  • Soziale Kompetenzen durch epistemisches Vertrauen erlernen
  • Geschlechtsspezifische Erziehung von Geschwistern
  • Beispiel: Julius
  • Genetische Veranlagung sowie umweltbedingende Momente
  • Soziokulturelles und sozioökonomisches Umfeld
  • Die rote Jacke
  • Dyadisches Geschehen zwischen Müttern und Töchtern, Vätern und Söhnen wie unter den Geschwistern
  • Bildung/Lernen
  • Potenzielle Bildungsressource und Auswirkungen auf die Bildungsaspiration der Eltern
  • Pandemie

Vom Einzelkind zum Geschwisterpaar, zur Geschwisterreihe?

  • Identifikations- und De-Identifikationsprozesse
  • Funktionen der Geschwisterbeziehung
  • Bindestrich-Geschwister
  • Halbgeschwister
  • Beispiel: Mira, Alfred, Astrid und der scheinbare Verlust der geschlechtlichen Einzigartigkeit
  • Stiefgeschwister
  • Beispiel: Paula Kussmaul und die Stieffamilie Hühnchen
  • Beispiel: Anna, Linnea, Magnus und Friedrich, der Scheißkerl
  • Adoptivgeschwister
  • Beispiel: Laura und Boris

Chronische Erkrankungen und Behinderung

  • Definition
  • Studien zum Aufwachsen von Kindern mit Behinderung
  • Auswirkungen auf die Geschwisterbeziehung
  • Gefühle
  • Versorgung und Verantwortung
  • Beispiel: Drachenflügel
  • Geschwister und psychische Erkrankungen
  • Beispiel: Anne
  • Beispiel: Jesper – Ausbruch einer schizophrenen Erkrankung
  • Einschränkungen und Potenziale
  • Resilienz
  • Modelle von Resilienz
  • Beispiel: Ivana und ihr Bruder Georg – emotional-soziale Entwicklungsstörungen
  • Risikofaktoren für die Entwicklung der Geschwister
  • Positive Effekte
  • Unterstützung und Förderung von Geschwistern als Betroffene:r

Literatur

Der Autor

Tillmann F. Kreuzer, Dr., seit 2025 als Senior­ Lecturer an der Interkantonalen Hochschule für Heil­pädagogik Zürich (Schweiz) tätig sowie analytischer und tiefenpsychologisch fundierter Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut in freier Praxis. Mitherausgeber der Zeitschrift Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie. Wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift Kinderanalyse. Gutachtertätigkeit für verschiedene Zeitschriften. Mitglied in mehreren internationalen drittmittelgeförderten Projekten zum Themenfeld Mentalisieren.

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