Details
| Autor | Wiesing, Lambert |
|---|---|
| Verlag | Suhrkamp |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 23.02.2025 |
| Format | 17.6 × 10.6 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 190 Seiten |
| Gewicht | 116 |
| Reihe | suhrkamp taschenbuch wissenschaft - stw, Band 2457 |
| ISBN | 9783518300572 |
Zu diesem Buch
Man sieht ein blaues Fahrrad und denkt an den letzten Sommerurlaub zurück: Assoziationserlebnisse wie dieses sind ein alltägliches Phänomen. Aber was sind ihre notwendigen Merkmale? In seiner der Tradition der Phänomenologie verpflichteten Abhandlung bestimmt Lambert Wiesing das Erfahren der eigenen Individualität als intrinsischen Bestandteil einer jeden Assoziation. Einzig durch ungefragt sich einstellende Assoziationen kommt es zu dem Erlebnis, ein spezifisches, einmaliges Individuum in der
Welt zu sein. Nicht die Individuen machen die Assoziation, sondern die Assoziationen machen die Individuen.
Aus der Einleitung des Autors
"Bis kurz vor der Fertigstellung trugen die vorläufigen Fassungen dieses Buches den Arbeitstitel Lambert für mich. Ich habe mich gegen ihn entschieden – und dennoch muss ich sagen: Er bringt das Anliegen dieses Buches auf den Punkt. Denn davon handelt dieses Buch: Wie erlebe ich mich als das Individuum, das ich bin? Es geht um Selbstbewusstsein, allerdings nicht – wie zumeist in der Philosophie – um das Selbstbewusstsein, dass ich für mich ein Subjekt bin. Das bin ich auch: Ich habe wie jedes Subjekt ein Bewusstsein von der Welt und Selbstbewusstsein von mir in der Welt; ich unterscheide mich dadurch von allem Seienden ohne Bewusstsein. Doch Subjekte sind anonym; nichts bekommt einen Namen, weil es ein Subjekt ist, sondern einzig, weil er oder sie ein Individuum ist. Das ist der Unterschied: Ein Individuum zu sein heißt, einerseits ein Subjekt zu sein, das erlebt, selbstbewusst in der Welt zu sein, aber andererseits auch, wie es ist, in der Welt ein spezifisches, konkretes, unersetzbares Subjekt zu sein - und von dieser Erfahrung, ein besonderes Subjekt und damit ein Individuum zu sein, handelt dieses Buch. Mich interessiert, wie, wann und warum mir bewusst wird, in dieser Welt das Individuum zu sein, das den Namen Lambert trägt.
Gegen den Arbeitstitel hat gesprochen, dass er fälschlich suggeriert, es ginge in diesem Buch nur um das eine Individuum, das ich bin. Doch das ist nicht der Fall; das wäre auch eher das Thema eines Romans. Dort mag ein Autor beschreiben, wie er sich persönlich erlebt. Die Absichten meiner Beschreibungen sind hingegen in einem traditionellen Sinne phänomenologisch: Mein eigenes Sein als Individuum ist für mich nur das exemplarische Sein eines Individuums, an dem ich sehen lassen möchte, wie es für jedes Individuum ist, für sich ein Individuum zu sein. Es ist nun einmal so: Ich erlebe nicht, Claus oder Claudia zu sein. Ich selbst erlebe einzig und allein, wie es ist, das eine individuelle Subjekt zu sein, das Lambert heißt. Dieses private Erlebnis muss herhalten, um an ihm auch für andere die Charakteristika sehen zu lassen, welche für dieses Erlebnis notwendig sind. (...)"
Inhalt
- Vorwort
- 1. John Locke und die Phänomenologie der Assoziation
- 2. Das Individuum der Assoziation
- Danksagung
- Namenregister
- Ausführliches Inhaltsverzeichnis
Der Autor
Lambert Wiesing ist Professor für Phänomenologie und Bildtheorie im Institut für Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Suhrkamp Verlag hat er zuletzt veröffentlicht: Luxus (2015), Das Mich der Wahrnehmung. Eine Autopsie (stw 2171) und Ich für mich. Phänomenologie des Selbstbewusstseins (stw 2314).
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