Details
| Autor | Tiedemann, Jens L. |
|---|---|
| Verlag | Psychosozial-Verlag |
| Auflage/ Erscheinungsjahr | 09.2025 |
| Format | 20.5 × 12.5 cm |
| Einbandart/ Medium/ Ausstattung | Paperback |
| Seiten/ Spieldauer | 140 Seiten |
| Reihe | Analyse der Psyche und Psychotherapie, Band 30 |
| ISBN | 9783837934564 |
Zu diesem Band der Reihe
Enactment beschreibt das erneute In-Szene-Setzen früher emotionaler Modellszenen und Beziehungsmuster, die auf paradoxe Weise eine biografische Bedeutung für Patient*in und Therapeut*in haben. Letztere werden in einer Weise involviert, die sie nicht beabsichtigt hatten. Trotz bester Absichten verfangen sie sich in eben jenem relationalen Netz, das sie zu erforschen anregen möchten.
Das Konzept Enactment taucht in nahezu allen zeitgenössischen psychodynamischen Schulen auf, aber speziell in der relationalen Psychoanalyse steht es im Zentrum des theoretischen und klinischen Interesses. Die subtile Interdependenz von Übertragung und Gegenübertragung wird in dieser ko-konstruierten Beziehung neu gedacht. Jens Tiedemann betrachtet das Enactment aus der Perspektive der zeitgenössischen Psychoanalyse und veranschaulicht anhand verschiedener Fallbeispiele seine klinisch-praktische Relevanz.
Inhalt
Einführung
Vorläufer des Konzepts
- Dreieck von Wiederholung, Widerstand und Übertragung
- Die »Redekur« und das Problem der Handlung
- Sándor Ferenczis »Dialog der Unbewussten«
- Hans Loewalds »inszenierte Dimension der Übertragung«
- Rollenspiel-Bereitschaft, szenisches Verstehen und Handlungsdialog
Vom Agieren zum Enactment
- Die Einführung des Konzepts
- Das Gegenübertragungs-Enactment
- Definitionsversuche bei den interpersonalen Freudianern
Enactment in der interpersonal-relationalen Psychoanalyse
- Harry Stack Sullivans »teilnehmender Beobachter«
- Edgar Levensons »Isomorphismus« von Wort und Handlung
- Therapeutisches Diktum: »Was geht hier vor sich?«
- Enactments bei den Relationalen: Stephen A. Mitchell
- Alte versus neue Objekte
- »Wessen schlechte Objekte sind wir eigentlich?«
- Übertragungs- und Gegenübertragungspositionen bei traumatisch bedingten Enactments
- Enactment als relationale Version des Wiederholungszwangs
- Enactments als »intersubjektive Unausweichlichkeiten«
- Das Enactment-Dissoziations-Modell: Philip Bromberg
- Dissoziation versus Verdrängung
- Multiplizität von Selbstzuständen
- Enactment als »gemeinsamer dissoziativer Kokon«
- Relationales Unbewusstes, Enactment und mutuelle projektive Identifizierung
- Kollision zwischen dem Beruflichen und dem Persönlichen
- Enactments und Hier-und-Jetzt-Scham
- Enactment als unformulierte, dissoziierte Erfahrung: Donnel B. Stern
- Inszenierte Erfahrung ist unformulierte Erfahrung
- Dissoziierte, inszenierte Erfahrung des »Nicht-Ichs«
- Enactment als Interpersonalisierung der Dissoziation
- Enactment als Abwesenheit der inneren Konfliktfähigkeit
- Enactments und wechselseitige Anerkennung
- Generative Enactments
Affektregulierung und Enactment
- Affektregulationstherapie
- Drei Paradigmenwechsel
- Linke und rechte Gehirnhälfte
- Explizites und implizites Gedächtnis
- Enactments als dialogische Interaktion von relationalen Unbewussten
- Affekttoleranzfenster und Enactments – Neuropsychoanalyse
- Relationale Traumata, Dissoziation und Selbstzustände
- Dissoziation im ko-konstruierten Enactment
- Nonverbale Kommunikation und Enactments
- Das relationale Unbewusste als »Zwei-Personen-Unbewusstes«
- Projektive Identifizierung als nonverbales Kommunikationssystem von Enactments
- Mutuelle Enactments
Die Kunst und Praxis der psychodynamischen Psychotherapie
- Psychodynamische Arbeit mit Selbst-Zustandswechseln
- Intrinsische Selbstverborgenheit von Enactments
- Psychodynamische Arbeit an den Rändern der Affektregulierung
- Enactments durcharbeiten und affektive Resilienz aufbauen
- Enactments, Mentalisierungsdefizite und Rupturen
- Psychodynamische Arbeit mit nicht mentalisierten Enactments
- Das »Zurückspulen« und die Erforschung des Enactments
- Kann der Therapeut immer (ausreichend gut) mentalisieren?
- Rupturen, Reparaturen und Metakommunikation anregen
- Therapeutische Wirkung durch Aufarbeiten von Enactments
- Vereinheitlichte Definition des Enactment
- Diskrete Ereignisse versus kontinuierlicher unbewusster Prozess
- Ein Enactment-basiertes Modell der therapeutischen Wirkung
- Enactments als präskriptiver oder deskriptiver Aspekt?
- Wodurch enden Enactments?
- »Auf die intersubjektive, nonverbale Dimension hören«
- »Mit den Augen hören«
- »Drei Türen zum Unbewussten«
- »Hören auf die dissoziativen Brüche und Zustandswechsel«
Die Subjektivität des Therapeuten – Schlussbetrachtung
- Narzisstische Vulnerabilität
- Vom unilateralen Agieren zum mutuellen Enactment
Literatur
Der Autor
Jens L. Tiedemann ist psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Körperpsychotherapeut, Supervisor, Lehranalytiker und Dozent (DGPT) an mehreren psychoanalytischen/psychotherapeutischen Ausbildungsinstituten.
Studium der Psychologie an der FU Berlin, Promotion in klinischer Psychologie. Mehrere Jahre in Suchtkliniken gearbeitet. Unterschiedliche körperpsychotherapeutische Ausbildungen; Ausbildung in Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, Approbation, zweite Fachkunde in analytischer Psychotherapie. Niedergelassen seit über zwanzig Jahren in Berlin-Kreuzberg. - Seit zwei Jahrzehnten besteht sein Forschungsinteresse vornehmlich an Themen der zeitgenössischen Psychoanalyse: Scham, Affektregulierung, Trauma und Dissoziation, die Rolle des Körpers in der Psychoanalyse, relationale und psychoanalytische Feldtheorien. Hierzu hat er national und international etliche Vorträge, Seminare und Workshops gegeben. (Quelle: Verlag)
Kaufoption
19,90 €
Kommentare
Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Neuer Kommentar
Bitte beachten Sie vor Nutzung unserer Kommentarfunktion auch die Datenschutzerklärung.