Details

Autor Zepf, Siegfried (1937-2021)
Verlag Psychosozial-Verlag
Auflage/ Erscheinungsjahr 2000
Format 22,5 × 15,2 cm
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten/ Spieldauer 790 Seiten, mit 2 Lesebändchen
Reihe Bibliothek der Psychoanalyse
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-011504_MA

Zu diesem Lehrbuch

Dieses Lehrbuch stellt wesentliche psychoanalytische Konzepte dar und zeigt das aufklärerische Potential der Psychoanalyse. Kritisch diskutiert werden verschiedene wissenschaftstheoretische Verortungsversuche der Psychoanalyse, ihre theoretischen Begriffe, ihre therapeutischen und behandlungstechnischen Konzepte sowie die Konzepte der psychoanalytischen Psychosomatik und der analytischen Sozialpsychologie. Siegfried Zepf im Psychosozial-Verlag: Gefühle, Sprache und Erleben. Psychologische Befunde - psychoanalytische Einsichten (1997). Wer sich nicht bewegt, spürt auch seine Fesseln nicht (1998).

Lehrbücher verfolgen gemeinhin das Ziel, den Leser über den "state of the art" des Gebietes zu informieren, von dem sie handeln. Vorgetragen wird der aktuelle Kenntnisstand, die herrschende Lehrmeinung, die scheinbar von der Mehrheit der auf diesem Gebiet Arbeitenden geteilt wird, wobei oft eine kritische Diskussion des wissenschaftlichen "common sense" fehlt. Dem gegenüber stellt das vorliegende Lehrbuch wesentliche psychoanalytische Konzepte kritisch dar und zeigt, welche emanzipatorischen Möglichkeiten der Psychoanalyse auch heute noch innewohnen, wenn man sie ihrer vielfältigen Ummäntelungen entkleidet. Als eine Anleitung zum Nachdenken über das Vorgedachte richtet es sich vor allem an diejenigen, die aus ihrer Beschäftigung mit der Psychoanalyse mit Fragen hervorgingen. Kritisch diskutiert werden:

  • verschiedene wissenschaftstheoretische Verortungsversuche der Psychoanalyse
  • ihre theoretischen Begriffe: Trieb, Libido, Ödipus-Komplex, Narzißmus, Bewußtsein, Vorbewußtes, Unbewußtes, Affekt, Abwehrmechanismen, Fixierung, Es, Ich, Über-Ich, Ich-Ideal, Primär- und Sekundärvorgang, Wiederholungszwang, Lust-Unlust-Prinzip
  • ihre therapeutischen Begriffe: Behandlungsbündnis, Übertragung, Gegenübertragung, Einfühlung, Agieren, Widerstand, Gegenübertragungswiderstand
  • ihre behandlungstechnischen Konzepte: Abstinenz, Neutralität, Klarifikation, Konfrontation, Durcharbeiten, Deutung
  • sowie ihre Konzepte der psychoanalytischen Psychosomatik und der analytischen Sozialpsychologie.

Inhalt

Aus Rezensionen zu diesem Lehrbuch

"In ihrem längst zum Standardwerk avancierten Lehrbuch der Psychoanalytischen Therapie plädieren Thomä und Kächele für eine Theorie der Psychoanalyse, die sich an Stelle »metapsychologischer Pseudoerklärungen« auf psychologische und tiefenpsychologische Hilfsvorstellungen stützt. Die Autoren stehen mit dieser Auffassung nicht alleine. Innerhalb der Zunft wird die Entsorgung der Freudschen »Hexe« heftig diskutiert, die Versuchung, die Psychoanalyse mit Hilfe vermeintlich objektiver Methoden empirisch zu fundieren und damit zu einer Wissenschaft vom Allgemeinen zu machen, ist allenthalben groß.

Als umfassende Replik auf diese Tendenz, die der Psychoanalyse ihren ureigenen wissenschaftstheoretischen Boden des Begreifens zwischen Forschen und Heilen unter den Füßen wegzieht, läßt sich das von Siegfried Zepf vorgelegte Lehrbuch lesen. Grundsätzlich macht er noch in der Einleitung klar, daß die metapsychologischen Begriffe der Psychoanalyse weder der Biologie entstammen noch Spekulationen oder Metaphern sind, sondern verständige Abstraktionen aus der individuellen psychischen Realität der Subjekte. Diese, die Zepf durchgängig als Repräsentanzwelt bezeichnet, ist der alleinige Gegenstand psychoanalytischer Theorie und Praxis, der mit den metapsychologischen Konzepten begriffen werden kann: »Sie ziehen in die Repräsentanzwelt Perspektiven ein, in denen sie zu untersuchen ist.« Diese Perspektiven nicht - wie es die Psychoanalyse selbst immer wieder in die Verzweiflung getrieben hat - unverbunden neben- und auseinanderlaufen zu lassen, sondern inhaltlich miteinander zu verschränken zu einer integrierten Theorie der Bildung, neurotischen Deformierung und psychotherapeutischen Behandlung des Subjekts - nicht weniger als diesem Anspruch stellt sich Zepf in seinem voluminösen Werk.

Am Beispiel vom Neuentwurf des Verhältnisses von Trieb und Narzißmus läßt sich die Intention und Methode Zepfs zeigen. Mit Alfred Lorenzer, dessen »Theorie der Interaktionsformen« er neben Freud als durchgängige Referenz verwendet und wesentlich weiterentwickelt, insistiert er auf einem Triebbegriff, der entgegen jeglichem Biologismus als psychischer »Niederschlag realerfahrener körperbestimmter Interaktion« ausgewiesen wird. So wie der warme Milchstrom in Freuds Verständnis eine psychische Spur hinterläßt, die als erste Vorstellung nach lustvoller Wiederholung drängt, so wird jedes Bedürfnis im Kontakt mit den Primärobjekten erst hergestellt. (...)"

Philipp Soldt and Frank Dirkopf, in der Ztschr. PSYCHE, Ausgabe 4 (2003).Psyche - Zeitschrift für Psychoanalyse, Seiten 378-380

Der Autor

Siegfried Zepf, Prof. em. Dr. med., Jahrgang 1937, war Lehranalytiker (DPG, DGPT) am Saarländischen Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie und ehemaliger Direktor des Instituts für Psychoanalyse, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin der Universitätskliniken des Saarlandes. 

Lieferbarkeit / Erhaltungszustand

Das Moderne Fachantiquariat verfügt von diesem beim Verlag in dieser und auch in der dreibändigen Version vergriffenen Lehrbuchausgabe ein (sehr) gut erhaltenes und ungelesenes Ausstellungsexemplar, welches wir zum Angebotspreis abgeben können. Innen entsprechend neuwertig; der Einband mit minimalen Lagerungsspuren - RAR!

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