Details

Autor Sperber, Manès (1905-1984)
Verlag Molden Vlg.
Auflage/ Erscheinungsjahr 1970, EA
Format
Einbandart/ Medium/ Ausstattung Olwd. mit Schutzumschlag
Seiten/ Spieldauer 301 Seiten, 1 Bl.
Abbildungen Mit 16 S. Abbildungen im Text
Reihe Glanz und Elend der Meister
SFB Artikelnummer (SFB_ID) SFB-008256_AQ

Erste Ausgabe; hier ein vom Kulturwissenschaftler, Sozialpsychologen und Schriftstellert Manès Sperber signiertes Widmungsexemplar, der in jungen Jahren selbst Schüler bei Alfred Adler gewesen ist.

Dieses 1971 erschienene Sachbuch Manès Sperber, der in jungen Jahren selbst ein enger Schüler Alfred Adlers war, setzt sich darin kritisch, aber mit großem Respekt mit dem Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler und der Psychologie als Wissenschaft auseinander.

Obwohl Sperber sich 1932 von Adler distanzierte, blieb er von dessen Persönlichkeit und Werk fasziniert. Das Buch ist geprägt von dem Versuch, zwischen der Lehre und dem Menschen zu unterscheiden und zu vermitteln. Das "Elend" der Psychologie: Der Titel reflektiert Sperbers Kritik daran, wie Psychologie oft betrieben wird. Sperber hinterfragt die Grenzen eindimensionaler psychologischer Theorien, insbesondere die Gefahr der Vereinfachung menschlicher Komplexität und den meist verbundenen Anspruch, komplexe gesellschaftliche und individuelle Probleme allein durch psychologische Deutungen lösen zu wollen. Gleichzeitig verteidigt Sperber Adler gegen den Vorwurf, mit seinem Werk eine seichte "Lebenshilfe" zu betreiben und hebt Adlers positive Menschenbilder hervor: den Versuch, das Individuum ganzheitlich zu verstehen, und das Konzept, dass der Mensch durch Kompensation seine Minderwertigkeitsgefühle überwinden könne.

Manes Sperber schildert in seinem lesenswerten Buch Leben und Werk Alfred Adlers. Im Mittelpunkt steht dabei das Verhältnis von Psychoanalyse und Individualpsychologie. Beide psychologischen Richtungen haben sich wechselseitig beeinflußt und mit dieser Auseinandersetzung entscheidend zur Entwicklung der modernen Tiefenpsychologie beigeiragen. Darüber hinaus untersucht Manes Sperber, inwieweit das psychologische Denken bisher individuelle und gesellschaftliche Veränderungen bewirkt hat, bzw. überhaupt bewirken kann.

Der Autor

Manès Sperber, geb. 1905 in Sabolotiw (Ukraine), verstorben 1985 in Paris, war als skeptischer Humanist und unerbittlicher Kritiker totalitärer Systeme bekannt. Er lehrte an verschiedenen Hochschulen in Berlin. Als Jude und überzeugter Kommunist ist seine Biografie ab dem Jahr 1933 geprägt von Fluchterfahrungen – über Jugoslawien und die Schweiz gelangte er nach Paris. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den Georg-Büchner-Preis im Jahr 1975, den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur im Jahr 1977, den Prix européen de l’essai im Jahr 1979 und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels im Jahr 1983.

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Dieses 1971 erschienenenes Sachbuch Manès Sperber, der in jungen Jahren ein enger Schüler Alfred Adlers war, setzt sich darin kritisch, aber mit großem Respekti mit dem Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler und der Psychologie als Wissenschaft auseinander.

Obwohl Sperber sich 1932 von Adler distanzierte, blieb er von dessen Persönlichkeit und Werk fasziniert. Das Buch ist geprägt von dem Versuch, zwischen der Lehre und dem Menschen zu unterscheiden und zu vermitteln. Das "Elend" der Psychologie: Der Titel reflektiert Sperbers Kritik daran, wie Psychologie oft betrieben wird. Sperber hinterfragt die Grenzen eindimensionaler psychologischer Theorien, insbesondere die Gefahr der Vereinfachung menschlicher Komplexität und den meist verbundenen Anspruch, komplexe gesellschaftliche und individuelle Probleme allein durch psychologische Deutungen lösen zu wollen. Gleichzeitig verteidigt Sperber Adler gegen den Vorwurf, mit seinem Werk eine seichte "Lebenshilfe" zu betreiben und hebt Adlers positive Menschenbilder hervor: den Versuch, das Individuum ganzheitlich zu verstehen, und das Konzept, dass der Mensch durch Kompensation seine Minderwertigkeitsgefühle überwinden
Zu diesem Buch

Alfred Adler ist der Schöpfer der Individualpsychologie. Im Unterschied zur Psychoanalyse S. Freuds ist ihr zentrales Thema die Minderwertigkeitserfahrung des Menschen und sein daraus resultierendes Verhalten. Der Konflikt zwischen individuellem Geltungsstreben und den Forderungen der sozialen Rolle kann für die Individualpsychologie nur in der Erziehung zur Gemeinschaft gelöst werden.

Manes Sperber schildert Leben und Werk des großen Psychologen. Im Mittelpunkt steht dabei das Verhältnis von Psychoanalyse und Individualpsychologie. Beide psychologische Richtungen haben sich wechselseitig beeinflußt und mit dieser Auseinandersetzung entscheidend zur Entwicklung der modernen Tiefenpsychologie beigeiragen. Darüber hinaus untersucht Manes Sperber, inwieweit das psychologische Denken bisher individuelle und gesellschaftliche Veränderungen bewirkt hat, bzw. überhaupt bewirken kann.

Inhalt

  • Vorwort

Erster Teil: Anfänge— Bruch — Neues Beginnen

  • Einleitung
  • Erstes Kapitel
  • Zweites Kapitel

Zweiter Teil: Die Psychologie des »Als ob«
Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation, Überkompensation; Minderwertigkeitskomplex, Lebensflucht

  • Drittes Kapitel
  • Viertes Kapitel
  • Fünftes Kapitel
  • Intermezzo

Dritter Teil: Heilen und Bilden
Psychotherapie, Heilerziehung, Selbsterziehung; Be-wußtmachung und Selbstbefreiung; Lernen und Training

  • Sechstes Kapitel
  • Siebentes Kapitel
  • Achtes Kapitel

Vierter Teil: Nach fünfzig Jahren
Rückblick — Ausblick

  • Neuntes Kapitel
  • Zehntes Kapitel

Bibliographie
Namenregister

Zum Erhaltungszustand

Im Fachantiquariat der SFB ein wohlerhaltenes Exemplar der ersten Ausgabe in der Leinwandbindung mit dem Schutzumschlag und mit einer handschriftlichen WIDMUNG mit Signatur des Autors auf dem Vorsatz; der Umschlag mit winzigen Randläsuren. - Signaturen von Sperber sind begehrt und selten!

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